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Webcafé — Folge 39

Open Source

In dieser Folge beschäftigen sich Felix und Kay mit Open Source, also Software, deren Quellcode offen zugänglich ist.

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Folge 39 Open Source 43 min · 11 Kapitel
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Am Mikrofon

01 — Worum geht es

Worum geht es?

In dieser Folge beschäftigen sich Felix und Kay mit Open Source, also Software, deren Quellcode offen zugänglich ist. Sie diskutieren Vor- und Nachteile der Nutzung und sprechen sowohl über die politische Dimension als auch über die Frage der Finanzierung von Open Source. Kay bringt zuletzt noch den spannenden Punkt ein, wie sich die Geenen IT-Systeme GmbH stärker für Open Source Projekte einsetzen kann.

02 — Transkript

Das Gespräch, Wort für Wort

Kapitel

8.076 Wörter in 11 Abschnitten. Jede Zeitmarke springt an die passende Stelle im Audio. Automatisch transkribiert und maschinell nachkorrigiert — im Zweifel gilt das Gesprochene.

Intro 0:00–3:38

  1. 0:00

    Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von unserem Webcafé.

  2. 0:09

    Und auch heute habe ich den Kay wieder dabei. Hallo Felix, hallo liebe Menschen da draußen. Ich bin ja total aufgeregt. Ein schönes Thema haben wir heute. Ja, wir haben eine Folge, die dir am Herzen liegt, sehr am Herzen liegt, muss man sogar sagen. Und ich freue mich auch drauf, bin aber auch sehr gespannt auf deinen Input. Und bevor wir loslegen, haben wir wie immer bestimmten Getränk dabei. Kay, du darfst loslegen. Ja, in meinem Bemühen, den Schall zu isolieren, habe ich gerade hier so eine Bettdecke auf dem Schreibtisch aufgebreitet und dabei meinen Kaffee verdeckt. Guck mal, hier habe ich ihn.

  3. 0:40

    Also es ist total unspektakulär, ein Kaffee aus Bohnen, die wir noch so rumstehen haben. Ein Cappuccino. Und er ist auch inzwischen schon kalt und zu 90 Prozent leer. Oh, okay. Aber so wie du letztes Mal, muss ich ja auch zwischendurch mal tief stapeln, damit wieder Luft nach oben da ist. Ja, guck mal. Und ich habe mich noch ein bisschen tiefer begeben als letztes Mal. Letztes Mal hatte ich ja für die, die sich erinnern, den Earl Grey dabei, den ich da einfach in dem Ferienhaus gefunden hatte als Beutel. Und der war zwar lecker, aber nicht spektakulär. Und heute habe ich wirklich den widerlichsten Tee dabei, den ich in meinem Leben bisher getrunken habe.

  4. 1:15

    Ah, ich habe ihn gerade live nochmal probiert. Ein schreckliches Gebräu. Und zwar habe ich jetzt im Herbst, als wir im Urlaub waren in Thailand, eine Kapsel mitgenommen für eine Nespresso-Maschine. Und die gab es da, die waren so, ja, die waren in so einem Schächtelchen, eigentlich ganz schick aufgemacht und so, so ein asiatischer Tee. Ein Schwarztee ist das hier, nichts Besonderes, stand aber auch nicht viel drauf dazu, was es dann genau ist. Und da habe ich gedacht, ach komm, den nimmst du mit und den testest du im Webcafé mal, ob der Tee aus seinem Espresso was ist. Weil in der Theorie, da läuft ja einfach noch heißes Wasser durch, keine Ziehzeit, nichts, kann das eigentlich nichts geben.

  5. 1:51

    Und dann lief der jetzt da eben raus, also ich habe hier noch so eine alte Nespresso, die eigentlich schon bei Ebay Kleinanzeigen drin steht. Die ist jedenfalls noch da und dann habe ich die Kapsel da mal durchgejagt. Und da kommt noch richtig schöne Crema raus und alles. Aber irgendwie ist das nichts. Also der ist total bitter, vom Geschmack her irgendwie nichts. Ich habe da jetzt Zucker reingekippt und Milch, also so kann man den vielleicht trinken. Schmeckt so ein bisschen noch nach Kaffee. Also ich habe zwar einmal durchgespült mit klarem Wasser, bevor ich den Tee gezogen habe. Ja, also wenn man jetzt was Positives finden wollte, er ist so leicht schokoladig.

  6. 2:20

    Es graut mich, nur vom Zuhören. Ich kann euch da draußen nicht empfehlen, Tee aus der Nespresso-Maschine zu trinken, sondern holt euch lieber einen schönen losen Tee oder meinetwegen auch einen Beutel und lasst den ordentlich ziehen. Dann habt ihr jedenfalls ein besseres Produkt. Aber ein Versuch war es wert und jetzt weiß ich Bescheid. Ich sage mal ein kollektives Danke, Felix, dass du dich vor den Trecker geworfen hast für uns in dieser Versuchsreihe. Aber mit Freude. So Kay, jetzt kommen wir zu schöneren Sachen. Wir haben nämlich das große Thema Open Source uns vorgenommen. Das ist natürlich unerschöpflich, das Thema.

  7. 2:51

    Aber wir haben uns ein paar Punkte rausgeschrieben und wollen, glaube ich, mal damit durchstarten, dass wir den Leuten da draußen erklären, was überhaupt Open Source ist. Ich hoffe ja, dass alle das schon wissen. Aber wir versuchen uns auch mal an der Definition. Kay, du darfst. Ja, ich kann sogar noch einen Schritt weiter vorne anfangen, nämlich nochmal herzuleiten, wie wir darauf kommen. Und zwar in der allerletzten Folge. Wir erinnern uns. Da habe ich so ein bisschen über Material UI herumgefanboyt. Und unter anderem fiel da auch das Wort, dass das eben ein Open Source Package ist. Und da habe ich mir schon, als ich darüber nachgedacht habe, die Frage gestellt,

  8. 3:22

    ja, da benutzen wir jetzt irgendwie kostenlose öffentliche Software und bauen darauf unser gigantisches Softwareentwicklungsimperium auf.

  9. 3:31

    Ist das denn alles so großartig? Aber bevor wir diese Frage spannend beantworten, wollen wir es ein bisschen herleiten. Open Source, vielleicht für die ganz vielen paar Menschen, die gar nichts wissen, was damit zu tun ist. Wikipedia sagt, Open Source wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann.

Definition von Open Source 3:38–4:35

  1. 3:54

    Und dann direkt im nächsten Satz eine entscheidende Geschichte. Open Source Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kostenfrei genutzt und verteilt werden. Also nochmal zusammengefasst, es geht um Software, deren Quelltext öffentlich ist und mit dem man mehr oder weniger selber tun und lassen kann, was man will, unter Einschränkungen.

  2. 4:14

    Hast du dem was hinzuzufügen? Ja, die öffentliche Wahrnehmung von Open Source ist ja, kostet nichts und kann nicht reingucken. Und das trifft viele Projekte in den Kern, aber in den Nuancen ist es dann schon ein bisschen unterschiedlich. Gerade auch so dieses Kann-ich-nutzen, auch für kommerzielle Zwecke, ist manchmal ja schon noch ein bisschen eingeschränkt, je nachdem, was so die Lizenzen dann auch tatsächlich ergeben.

Bekannte Projekte 4:35–8:42

  1. 4:35

    Genau, also als Endnutzer kenne ich Open Source höchstwahrscheinlich von irgendwelchen Tools, die coole Dinge machen und nichts kosten. Also aus dem Privatvergnügen kenne ich da zum Beispiel die Godot Engine. Das ist ja eine kostenfreie und Open Source Spiele-Engine, mit dem man so Sachen machen kann. Alternativ zu Unity oder Unreal, das sind kostenpflichtige. Open Source, Godot Engine Blender kennen auch viele, das ist so ein 3D-Programm, auch kostenlos und Open Source. Audacity haben wir, glaube ich, sogar am Anfang mit rumgemacht, kostenlos und Open Source für so Audio-Bearbeitung. Und da ist eben für mich als Endnutzer der Vorteil, ja, kostenlos muss ich nichts für bezahlen.

  2. 5:14

    Für uns als Entwickler ist es natürlich noch zusätzlich aus einer spannenden Richtung interessant, nämlich Quellen offen.

  3. 5:22

    Das heißt, jeder, der Code lesen kann, kann da reinschauen und genau nachvollziehen, was passiert und sogar gegebenenfalls verändern. Genau. Jetzt hast du, finde ich, schon ein bisschen nischige Projekte genannt, so Open Source-mäßig. Ich habe mir nämlich auch mal eine Liste gemacht mit, schon techbezogen, aber Projekten, die so eine weitere Bekanntheit haben. Und ich finde, ganz vorne darf einfach das ganze Linux-Ökosystem nicht unerwähnt bleiben. Also die ganzen Linux-Sachen sind ja dann im Wesentlichen Open Source und, denke ich, da auch einer der Vorreiter. Und dann, finde ich, kann man gut nennen, Hon Firefox, der ein ganz bekanntes Open Source-Projekt ist,

  4. 5:56

    wo ja damals sogar auch Kampagnen in Zeitungen gestartet wurden, dann gegenüber Internet Explorer, der damals noch sehr beliebt war. Das ist ein tolles Open Source-Projekt und dann vielleicht, wenn wir so ein bisschen in die Entwicklungsrichtung noch mehr reingehen oder vor allem auch Web-Entwicklung, haben wir natürlich da WordPress, das ja auf über 50 Prozent der Webseiten in der Welt als Content-Management-System läuft. Dann haben wir React, das wir natürlich gerne nutzen und ich schmeiße jetzt einfach noch mal ein paar Sachen rein mit Docker, MySQL, Visual Studio Code und Git.

  5. 6:23

    Das sind also so Technologien und Sachen, die wir viel benutzen und immer auch so ein bisschen mit Einschränkungen, wo wir gleich noch drauf kommen. Hast du auch die Liste der Linux Foundation gefunden? Tatsächlich nicht. Ich habe mir die Linux Foundation aber für später markiert, falls jemand was spenden will. Ah, genau, weil die Linux Foundation, gehen wir noch später drauf ein, aber die hat ein Ranking, eine kuratierte Liste der wichtigsten Open Source-Projekte,

  6. 6:47

    die man nach den meisten Kontributoren sortieren kann. Und da ist jetzt die Quizfrage, Felix, was glaubst du denn, ist die Top 3? Linux, hast du gerade schon gesagt, kann ich sagen, ist Platz 2 allerdings nur. Okay, wild. Dann würde ich fast den Firefox sogar auf Eins oder WordPress.

  7. 7:04

    Witzig, der Firefox und WordPress sind hier nicht in dieser Liste. Es ist eine kuratierte Liste. Ich weiß jetzt nicht genau, nach welchen Gesichtspunkten das ist. Aber die sind hier beide nicht vertreten in der Top 30. Ja, das Problem ist ja, dass man Open Source oft so als selbstverständlich ansieht und nicht ständig darüber nachdenkt, dass das jetzt gerade eine freie Software ist, die man benutzt. Ja. Also ich wette mal, ich würde Platz 1 kennen. Du kennst sie alle. Ich kenne natürlich Thunderbird noch als freies Produkt. Das würde ich aber sagen, hat nicht so eine weite Verbreitung. Gib mir einen Tipp.

  8. 7:29

    Ich sage es einfach. Also laut dieser Liste hier auf Platz 1 Kubernetes. Oha. Also meiste Kontributoren ist hier das Ranking. Also nicht Beliebtheit oder sonst irgendwas. Also Leute, die mitarbeiten. Leute, die mitarbeiten, genau. Oder spenden oder? Nee, aktiv mithelfen. Okay. Ach, das ist ja total wild. Und auf Platz 3 Next.js, Godot Engine habe ich gesagt, Platz 5 Laravel, Platz, was ist das hier, 6, 7, 8, Angular React taucht da auch drin auf.

  9. 7:56

    Also nur mal um so ein Gefühl dafür zu bekommen. Naja, okay. Eine Sache, wo wir jetzt gerade das so im Großen abhandeln, möchte ich gerade noch sagen. Die haben nämlich auch, total spannend, ein Leaderboard, wo die so ein bisschen über Open Source machen. Und dort gibt es auch Most Active Contributors, also ein Ranking, wer dieses Jahr am meisten zu Quelloffener Software beigetragen hat.

  10. 8:18

    Und da ist seit diesem Jahr mit einem Anstieg von 327.444 Prozent gegenüber dem Vorjahr Claude Code als größter Kontributor.

  11. 8:30

    Also um da nochmal so eine kleine Brücke zu AI zu schlagen. Aber das führt uns total weit weg vom Thema. Ich würde noch vielleicht eine Sache zum Hergang ein bisschen sagen. Das wird jetzt nämlich auch total politisch zu Open Source. Bevor wir uns wirklich damit beschäftigen, warum Open Source toll ist und warum wir uns damit beschäftigen und was das vielleicht auch für Probleme hat. Nur dass man es mal gesehen hat, das allererste Open Source geht so ein bisschen zurück zu 1997, dem Netscape Navigator, der dann irgendwann zum Firefox-Projekt wurde, als er den Browser-Krieg verloren hat. 1998 wurde dann die Open Source-Initiative gegründet.

Die kurze Geschichte von Open Source 8:42–9:10

  1. 9:04

    Das ist so ein Dachverband von allen möglichen Open Source-Geschichten, der sich ein bisschen um das, ja eigentlich schon auch um das Marketing kümmert. Und was ich besonders spannend fand zum Thema Open Source ist, was für eine politische Dimension das inzwischen alles erreicht hat.

Die politische Dimension 9:10–12:25

  1. 9:19

    Das hat schon damit angefangen, das fand ich ganz spannend, im Jahre 2017 startete eine Initiative mit dem Slang Public Money, Public Code,

  2. 9:29

    die sinngemäß sagt, wenn wir von Steuergeldern irgendwelche Software bezahlen, hauptsächlich für Verwaltung, Regierung oder sonst irgendwelche offiziellen Steuerbezahlten stellen,

  3. 9:40

    dann sollte die auch Open Source sein, weil wir als Steuerzahler haben sie ja bezahlt. Also da kommt auf einmal so eine politische Perspektive da rein. Das ging dann weiter 2023, um jetzt noch den zweiten und dann den letzten Punkt zu nennen. Open Code ist so eine Open Source-Initiative der deutschen Verwaltung, die eben versuchen, öffentliche und auch kuratierte Alternativen für die Verwaltung darzustellen. Also da geht es um Ersatz für Office von Microsoft, diese ganzen Office-Pakete und viele andere Software, die jetzt im Moment bei großen Tech-Unternehmen eingekauft werden müssen, Klammer auf, meistens amerikanische Klammer zu.

  4. 10:18

    Und das soll jetzt nach und nach durch Open Source abgesetzt werden. Und mein letzter Punkt ist jetzt ganz brandheiß aus dem Jahre 2026, also gerade eben erschienen, ein White Paper mit dem Titel Open Source-Strategien für das Land Berlin, digitale Souveränität und Innovationskraft stärken, wo es eben auch darum geht, wie sich das Land Berlin digital unabhängiger machen kann durch Open Source. Auch da wieder enge Verstrickungen zu den ganzen US-amerikanischen Unternehmen. Da ist Berlin, tja, ein bisschen ein Nachzügler, andere Länder in Deutschland sind da schon viel weiter. Was ich damit nur sagen will, ist, das ist ein riesiges Feld, was jetzt auch politisch immer relevanter wird,

  5. 10:59

    weil, wir haben es gesagt, Open Source, Quellen offen und jeder kann damit erstmal tun und lassen, was man will. Und das ist natürlich auch für digitale Souveränität total spannend. Jetzt darfst du dazu was sagen. Ja, ich habe das jetzt, wo du diese politische Dimension ansprichst, auch im Zuge dieser Trump-Rede in Davos nochmal wieder gehört,

  6. 11:19

    in bestimmten Tech-Foren, wo dann eben auch gesagt wurde, dass das nochmal forciert werden muss, dass wir da eine Unabhängigkeit schaffen von den amerikanischen Tech-Firmen. Da kann man jetzt von halten, was man will. Aber der Ansatz an sich ist schon nachvollziehbar und ich weiß, dass ja in, ich meine, München wäre es gewesen, mal so eine Initiative gab, dass da Linux in den Behörden eingesetzt wurde. Das war, glaube ich, damals nicht so wahnsinnig erfolgreich. Ich meine aber, dass die auch mal wieder einen neuen Versuch gestartet haben. Aber da bin ich nicht 100% trittsicher. Jedenfalls gibt es so Versuche, das zu machen und ich bin mir relativ sicher,

  7. 11:51

    wenn die da mal einen guten Entwickler finden, der denen auch eine vernünftige Software baut und dann vielleicht auf Dauer das Ganze wirklich Open Source wird, wo sich da auch viele daran beteiligen können. Und ja, müssen wir natürlich gucken, wie das dann mit dem Geld auch ist. Ist ja auch noch ein Thema, was wir gleich haben. Aber wenn Leute davon wirklich profitieren können, bestenfalls in Deutschland profitieren können und so eine Software voranbringen, ist das, glaube ich, schon insgesamt auch eine gute Idee. Und macht den Markt dann ja insgesamt auch ein bisschen offener und breiter und die Auswahl etwas besser.

  8. 12:17

    Genau, wir haben das Feld jetzt so ein bisschen von hinten aufgezäumt und gesagt, dass Open Source total toll ist. Jetzt müssen wir vielleicht noch begründen, warum das eigentlich so ist. Wir haben es jetzt schon so in groben Stichpunkten kurz angestriffen. Aber diese Unabhängigkeit, das ist eben entscheidend. Wenn ich also eine Open Source Software benutze, nehmen wir mal einfach so LibreOffice, dann bin ich unabhängig von Microsoft und den Plänen, die sie so haben und vielleicht auch Dingen, die sie so tun. Weil die Software kann ich einfach selber runterladen. Ich brauche da keinen Cloud-Dienst oder sonst irgendwas.

Vorteile von Open Source 12:25–19:53

  1. 12:51

    Ich weiß genau, da ich den Code einsehen kann, was diese Software so tut. Das heißt, ich kann nachverfolgen, was passiert. Und im Worst Case, auch bei Software, die vielleicht irgendeine serverseitige Komponente braucht, kann ich mir einfach das runterladen und selber betreiben. Und damit bin ich eben nicht angewiesen auf irgendeine Firma und bin dann auf Gedeih und Verderb denen ausgesetzt, weil die mit ihrer Software tun und lassen können, was sie wollen. Sondern ich habe es mehr oder weniger selber in der Hand, da aktiv zu werden. Genau, ja, diese Transparenz ist ja für viele ganz wichtig bei Open Source.

  2. 13:26

    Ich glaube, dass die wenigsten Leute tatsächlich in den Code reingucken. Aber irgendwie erhöht das ja schon die Sicherheit. Oder vielleicht mal anders gesagt, ich habe auch mal geguckt, ob es Statistiken dafür gibt, ob Open Source sicherer ist als Closed Source, wäre ja die Alternative dazu. Also irgendwelche Systeme, wo man den Code eben nicht einsehen kann. Das ist nicht so ganz abschließend geklärt. Was ich aber schon faszinend finde, obwohl der ganze Code öffentlich ist, sind die Programme nicht unsicherer als andere Software. Das ist ja schon mal ein Erfolg. Es gibt jetzt bestimmt auch viele Stimmen da draußen,

  3. 13:56

    die sagen, es ist fast eher sicherer. Oder zumindest, wenn eine Lücke erkannt wird, dann wird sie so schnell gefixt, weil eben ganz viele Leute sich daran beteiligen bestenfalls, zumindest an den großen Projekten, und dann sehr schnell diese Schwachstellen reparieren, wenn sie nicht bekannt werden. Und das ist dann schon mitunter schneller als in proprietärer Software, also Software, die von irgendwelchen Firmen gemaintaintaint wird. Und das ist natürlich ein Vorteil von Open Source oder zumindest kein Nachteil. Genau. Das ist eigentlich die gleiche Seite, der gleichen Medaille. Wenn man sich den Code anschauen kann,

  4. 14:26

    um Schwachstellen zu finden, dann können sich auch andere Leute den Code anschauen, um die Schwachstellen zu schließen. Und die allermeisten von diesen großen Open Source Tools haben wirklich ausgeklügelte Verfahren dafür, solche Sachen auch zu belohnen. Also wenn man da einen Bug findet, der sicherheitsrelevant ist, dann kann man sich bei denen melden und meistens kriegt man da sogar noch wirklich ein ordentliches Preisgeld dafür, dass man das gefunden hat. Also das spielt im Prinzip in die gleiche Stelle rein. Ich kann zwar schneller Bugs finden, weil ich alles einsehen kann, aber sie können auch schneller geschlossen werden,

  5. 14:57

    insbesondere wenn das eben große Projekte sind, wo viele Menschen drauf herumtouren. Das finde ich mal total spannend, diese Bug-Bounty-Konzepte und Bug-Bounty-Programme. Die gibt es ja zum Beispiel auch dann für Google Chrome. Ich weiß jetzt gar nicht, ob die Open Source sind. Glaube ich eher nicht. Weiß ich aber gar nicht genau. Wobei Chromium ist ja zumindest Open Source, das, was dahinter steht. Genau. Genau. Chromium ist der Open Source-Teil. Und ich weiß, dass da mitunter wirklich viel Geld zu verdienen ist, wenn man diese Bugs findet. Und das soll ja eben genau den Anreiz liefern, dass die Leute diese Schwachstelle nicht bösartig ausnutzen.

  6. 15:25

    Also ich kann die Recherchearbeit da reinstecken und wenn ich was finde, dann kann ich eben auch gutes Geld damit machen, wenn ich den Firmen diese Schwachstellen melde. Und das finde ich natürlich einen tollen Ansatz, geht aber nur mit Firmen, wo natürlich auch eine gewisse Finanzkraft dann dahinter steckt. Genau. Die Finanzierung besprechen wir gleich mal. Das ist ja eigentlich das große spannende Thema bei dieser ganzen Open Source-Geschichte. Was inhaltlich noch relevant ist, ist, wie denn die Software, mit der ich da arbeite, zum Thema Datenschutz agiert. Also insbesondere, wenn es so um DSGVO-Anforderungen geht,

  7. 15:57

    die ich habe, oder um Telemetriedaten, von denen ich wissen will, was da erhoben wird. Wenn ich irgendwelche Closed-Software nutze, dann muss ich einfach darauf hoffen, dass das, was immer die Firma mir erzählt zum Thema Datenverschlüsselung und Analytics und solche Sachen, dass die auch so eingehalten werden, wie sie es mir versprechen. Bei Open Source-Software habe ich einfach den Vorteil, ich kann es selber nachschauen. Also da muss mir die Betreiber der Software gar nicht versprechen, was mit den Daten passiert. Ich kann Zeile für Zeile, vorausgesetzt, ich habe das technische Verständnis, selber nachschauen,

  8. 16:29

    was da eigentlich passiert. Und das ist ja insbesondere für solche Sachen wie öffentliche Verwaltung interessant, wo wirklich sensible Daten sind. Die müssen sich da nicht darauf verlassen, dass irgendein Tech-Unternehmen sagt, ja, ja, total sicher und verschlüsselt ist das auch, sondern die können es einfach selber nachschauen und sogar gegebenenfalls das Projekt forken, also selber in der Sonderschiene weiterentwickeln und Änderungen vornehmen, die den eigenen Anforderungen entsprechen. Und ich habe auch so das Gefühl, dass bei Open Source-Software auch ein anderes Mindset da ist, bei den Entwicklern und ja, überhaupt in der Community,

  9. 17:03

    dass die Leute, die offen vor Open Source sind, die sind auch sehr sicherheitsbedacht und auf Datenschutz bedacht. Also ich verbinde das zumindest mit Open Source, irgendwie verknüpfe ich das, dass die Leute auf Sicherheitsaspekte und so auch besonders viel Rücksicht nehmen und ein großes Augenmerk legen. Und ich kenne wenig Open Source-Projekte, die gerade in den Bereichen eklatante Schwachstellen haben. Also ich meine, wir kennen das ja von uns in klein, wenn wir Code schreiben, von dem wir wissen, dass jemand anders es reviewt, dann geben wir uns vielleicht nochmal extra Mühe, dass das auch wirklich auch schön geschrieben ist,

  10. 17:34

    also sauberer Code, gut dokumentiert im Zweifel und so, dass ich es auch selber vorzeigen möchte, weil ich kann als Privatperson oder auch als Firma als Kontributor auftreten und dann wird meine Arbeit, die ich da abliefer, auch mit mir verknüpft. Und das ist natürlich auch so eine gewisse Form von Prestige. Einmal wie viele Beiträge habe ich so zu Open Source-Software. Da gibt es ja wirklich Leute, die ihr GitHub-Profil mitschmücken und das auch als Bewerbungsmaßnahme nutzen und zum anderen auch, wie sieht der Code aus? Und deswegen liegt das, glaube ich, so ein bisschen in der Natur in der Sache,

  11. 18:05

    dass Open Software dann vielleicht sogar ein bisschen over-engineert ist. Ja, diese Bewerbungsgeschichte ist gar nicht zu unterschätzen, weil die Entwickler und Entwicklerinnen, die bei uns sich bewerben und ein GitHub-Profil mitschicken, das ist das Erste, was ich angucke. Da will ich gar nichts anderes sehen. Da interessiert mich nicht, was die in ihrer Historie gemacht haben und alles. Wenn ich ein GitHub-Profil habe und sehe, was haben die für Code geschrieben, das sagt einfach so unglaublich viel über die Leute aus. Klar gibt es noch Aspekte da drumherum, aber das ist für mich wahnsinnig aufschlussreich,

  12. 18:32

    wenn sowas mitgeliefert wird. Und wenn da drin ist, dass die Open Source contributed haben, also wirklich sinnvollen Code beigesteuert haben, vielleicht für komplexe Projekte, wo auch eine Einarbeitungszeit notwendig ist und man merkt, da hat sich jemand wirklich richtig reingekniet. Das gleicht jede Lücke im Lebenslauf aus, die mir auch egal wäre. Ich habe ja schon in meinem vorherigen Podcast erzählt, dass ich mich so ein bisschen versuche, von Apple zu lösen und da jetzt zum Beispiel auch unterwegs bin, meine Bilder irgendwo anders zu speichern. Und da habe ich jetzt auch eine schöne Open Source Alternative gefunden,

  13. 19:04

    wo ich nicht nur glauben muss, was die mir zum Thema Verschlüsselung und sonst was erzählen, sondern ich kann es theoretisch wirklich nachschauen. Gut genug kann ich den Code lesen. Und das Allerbeste ist, ich kann sogar selber auch daran mitgestalten, wenn mir irgendwas auffällt, kann ich da einen Merge-Request stellen und da aktiv daran mitarbeiten. Das müssen wir vielleicht noch für die Leute, die nicht ganz so technikaffin sind, anschließen. Nur weil man da bei dem Code mitarbeiten kann, heißt das nicht, dass jeder Hans und Kunz da machen kann, was er will, sondern da gibt es schon immer noch

  14. 19:32

    so Qualitätssicherungsmaßnahmen, also dass der Code reviewt wird, bevor er da reinkommt und solche Sachen. Genau. Aber wir wollen die Leute natürlich jetzt nicht dazu bringen, ihre Bilderbibliothek vor Mac wegzuziehen, weil für mich hört sich das eher an wie ein Himmelfahrtskommando. Machen wir mal einen Podcast drüber. Ich kann da eine Idee verstehen, aber ich finde, damit macht man sich mehr Arbeit als am lieb ist. Aber gut. Ja, klingt ja alles total fantastisch, Felix. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, wie man so sagt. Kannst du mal auf den Schatten zeigen? Ja, wir haben natürlich schon

Risiken von Open Source 19:53–24:44

  1. 20:03

    viele Open-Source-Projekte gesehen, die einfach nicht mal mehr enttät werden, so mit der Zeit oder wo sich dann irgendwie keiner drum kümmert und man dann denkt so, oh, Mist, was mache ich denn jetzt? Jetzt brauche ich eine Alternative. Und bei den großen Projekten muss man sich da, glaube ich, weniger Sorgen machen, also Firefox oder so im Linux, da wird sich schon jemand finden, der es macht. Aber ich spreche jetzt vor allem zum Beispiel, nehmen wir mal ein kleines WordPress-Plugin. Die sind ja auch im Wesentlichen Open-Source, kann man oft frei verwenden. Wir haben ja zum Beispiel selbst eins gemacht,

  2. 20:27

    wie ist das noch, Disable All Update Notifications mit über 50 Installationen und da habe ich eben mal kurz wieder drauf geguckt und das ist halt mit den letzten drei Major-Versionen nicht getestet, einfach weil wir da nichts dran gemacht haben. Jetzt ist das ein Plug-in, was auch so laufen sollte, aber das ist natürlich ein großes Problem, dass in dem Moment, wo der ursprüngliche Entwickler da kein großes Interesse mehr daran hat und kein anderer aufspringt, veraltet die Software natürlich und stellt die Leute eventuell vor Probleme, die das dann produktiv bestenfalls noch einsetzen. Ich würde vielleicht noch

  3. 20:56

    mal kurz einen Haken schlagen und noch mal kurz erklären, wie Open-Source eigentlich funktioniert, weil ich glaube, das ist entscheidend, wenn wir jetzt auch weiter reingehen. Die Software ist zwar offen, also jeder kann da reinsehen, aber es gibt trotzdem sowas wie einen Hauptautoren, der den Code initial geschrieben hat und der jetzt da so als Schirmherr drüber sitzt. Und ich habe das gerade schon gesagt, wenn dann jemand Änderungsvorschläge hat, auch die Person selber oder vielleicht sogar ein kleiner Kreis von ausgesuchten Nutzern, dann wird das nicht einfach da reingepackt, sondern die müssen im Prinzip

  4. 21:26

    bei dem originalen Autoren eine Anfrage stellen, dass ihr Code mit in das Projekt aufgenommen wird, ihre Änderungen übernommen werden. Und bei diesem Autoren, und das ist glaube ich entscheidend, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten. Das eine ist irgendeine Privatperson, die eine lustige Idee hatte und so ein Projekt aufgezogen hat für irgendwas. Kann ganz unterschiedlich sein, das kann ein einzelnes Plugin für irgendwas sein, das kann vielleicht ein kleines Tool sein, was man muss, kleines Package, was wir in der Web-Entwicklung weiter nutzen oder irgendwas ganz anderes. Und das andere sind wirklich

  5. 22:00

    Firmen, also große, mitunter kommerzielle Konstrukte, die da so als Schirmherr drüberstehen. Und insbesondere bei Projekten, die von einzelnen Menschen maintained werden, also verwaltet werden, ist genau das, was du gerade gesagt hast, eigentlich das Hauptproblem, nämlich, dass die irgendwann entweder selber keine Lust mehr haben, sich darum zu kümmern, weil die Arbeit wird ja auch nicht bezahlt, das ist ein ganz Riesenthema und dann hören die einfach auf, da Spaß dran zu haben, vielleicht auch, weil sie jetzt privat irgendwo anders unterwegs sind oder, und das ist die Kehrseite oder eine andere Variante,

  6. 22:36

    das ist sehr viel Arbeit, die die Menschen da freiwillig reinstecken, in ihrer Freizeit meistens und das wird dann mitunter von sehr vielen Menschen genutzt, ohne irgendeine finanzielle Gegenleistung, Klammer auf, da kommen wir später noch zu, Klammer zu und gleichzeitig stellen diese Menschen, die es dann benutzen, aber auch große Erwartungen und Stellen probieren, das Package auf den unterschiedlichsten Systemen und Konstellationen, die der originale Autor nie vorhergesehen hat und dadurch entstehen Fehler und Fehler und Fehler und damit wird das Projekt überschwemmt und der einzelne Autor, der dann da in seiner Freizeit

  7. 23:08

    dran gewerkelt hat, sieht dann, boah, nee, das kann ich hier einfach nicht leisten, dafür, dass ich hier kostenlos was zur Verfügung stelle, was damit unterkommerziell genutzt wird und dann aus Frust das Projekt einfach einstellen. Genau, der häufigere Weg ist aber, glaube ich, dass man sich dann so ein bisschen unter die Schirmherrschaft von einer Firma stellt oder von irgendeiner Organisation, wo drin das dann weitergeführt wird, also wenn es ein bekanntes und beliebtes Projekt ist und wenn man sich so die größten Open-Source-Projekte anguckt, dann sieht man ja, dass React mit Meta dahinter,

  8. 23:38

    die haben es ja sogar auch entwickelt, MySQL gehört, glaube ich, inzwischen zu Oracle, Git gehört zu Microsoft, also irgendwie kommt es schon immer dazu, dass dann größere Firmen da auch einsteigen, die vielleicht auch sogar sich in eine Abhängigkeit begeben haben und die dann sagen, ja komm, da packen wir Geld rein und auf der anderen Seite wollen die aber natürlich auch mitbestimmen und ja, das hat so Geschmack in alle Richtungen, aber das ist natürlich eine Möglichkeit, das Ganze überhaupt zu finanzieren, weil irgendwie, genau wie du sagst, müssen die Leute Geld machen und dann ist für Firmen

  9. 24:05

    natürlich auch spannend, da einfach mit zu entscheiden. Ich muss dich kurz korrigieren, dass MySQL schon die ganze Zeit von Oracle ist und Git gehört zu Linux Foundation und nicht zu Microsoft. Ist das so? GitHub gehört zu Microsoft, so ist das, ne? Ja, genau. Ah ja, okay. Genau, es gibt noch so ein anderes Problem, was daraus so ein bisschen entsteht. Also das Hauptproblem kommt immer wieder darauf zurück, das ist enorm viel Arbeit, die grundsätzlich erstmal nicht bezahlt wird und daraus entwachsen ganz viele Möglichkeiten, aber auch ganz viele Gefahren. Und eine Gefahr, die jetzt immer mal wieder vorgekommen ist,

  10. 24:39

    wenn man so ein bisschen die Tech-Nachrichten der letzten Zeit gehört hat, also der letzten Jahre, ist sowas wie feindliche Übernahmen oder Mailware, die in quellenoffene Pakete eingeschleust wird. Und häufig ist das so, wer Software noch nicht entwickelt hat, der weiß das nicht so genau, aber man entwickelt nicht alles von scratch, sondern man benutzt eigentlich Pakete über Pakete über Pakete für alle möglichen kleinsten Aufgaben, die jemand schon mal für einen gelöst hat. Und diese wiederum benutzen wieder andere Pakete und andere Pakete und daraus entspinnt sich so ein Riesenbaum, wo teilweise

Feindliche Übernahmen von Open Source Projekten 24:44–27:27

  1. 25:11

    so kleinste Pakete drin sind, die quellenoffen sind, die von unendlich vielen Sachen genutzt werden, die selber aber so am Ende der Nahrungskette stehen, dass da eigentlich kaum Aufmerksamkeit drauf ist. Und bei solchen Sachen ist es auch schon häufiger vorgekommen, dass sich irgendwelche bösartigen Agenten da einschleusen. Der initiale Autor des Pakets hat keine Lust, das mehr zu warten, weil es ohne Gegenleistung unendlich mal genutzt wird. Und dann können da wirklich auch schlimme Dinge passieren. Es gab ja da 2024, würde ich mal schätzen, diesen Fall, wo sich da ein vermeintlicher chinesischer,

  2. 25:48

    auch staatlicher Akteur so dieses Vertrauen von einem Maintainer in einem Paket erarbeitet hatte. Also hat immer wieder sinnvolle Commits gemacht. Und der Haupt-Maintainer von dem Projekt hat dann irgendwann gedacht, jo, das ist ein super Entwickler, der bringt immer coole Erweiterungen. Und hat dann angefangen, die wahrscheinlich immer ungeprüfter durchzuwinken. Und irgendwann hat dieser Giatan, hieß er dann, glaube ich, Entwickler, eben eine Backdoor oder jedenfalls irgendwie eine bösartige Codestelle eingeschleust. Und die war also wirklich ultra weit verbreitet dann und hat riesige Wellen geschlagen.

  3. 26:23

    Und das sind natürlich Gefahren, die da entstehen. So ein riesiges Schneeballsystem kommt dann da wirklich da rein, weil wir selber auch überprüfen ja nicht, was die Pakete von den Paketen für Abhängigkeiten haben. Das kartiert dann so richtig durch. Das ist total abgefahren zu sehen, wenn sowas mal vorkommt, was für riesige Wellen das schlägt. Ja, genau. Und vielleicht so ein bekanntes Stichwort war dieses Hardbleed, ist aber schon ewig her. In so einer Krypto-Bibliothek Richtung oben SSL war das, was kann ich jetzt auch gar nicht so ganz genau erklären, aber das sind so Sachen, die da natürlich

  4. 26:52

    total bekannt werden, weil das plötzlich mal eben 90 Prozent aller Softwareprojekte betrifft, weil überall so eine kleine Bibliothek eingesetzt wird, die keiner aktiv reingebracht hat, aber die irgendwie mit drin ist, die irgendwo eine Abhängigkeit hat und plötzlich sind unglaublich viele Projekte von solchen Sicherheitsüben betroffen. Man kann eigentlich schon sagen, bei den Paketen, die wir so benutzen als Endverbraucher, auch wenn wir ja auch Entwickler sind, sobald das Paket eine gewisse Größe erreicht hat, geht da eigentlich kein Weg mehr drum herum, dass man das irgendwie professionalisiert.

  5. 27:22

    Und dann fängt es auf einmal an, spannend zu werden, weil ja immer noch die Frage nach der Finanzierung offen ist. Also wir bleiben dabei, Open Source unendlich viel Arbeit für die Betreiber ohne erstmal Gegenwert, außer vielleicht viel Anerkennung und Fame. Aber wie lösen das die Firmen? Und dann bin ich mal einfach durchgegangen bei den Sachen, die wir so benutzen und geschaut, wie die das machen. Da gibt es allen voran React. Das wurde ja von Facebook für Facebook entwickelt. Inzwischen ist es auch Open Source. Da war, glaube ich, so ein kleines Abenteuer mit den Lizenzen. Also da kann man sich auch mal einlesen.

Open Source Finanzierung 27:27–32:57

  1. 27:55

    Das Abenteuer React, Meta und die Lizenz zeigt nur auch, wie gefährlich das teilweise sein kann und dass nur weil etwas offen ist, nicht unbedingt frei ist, hat sich inzwischen gelöst. Also da steht Facebook dahinter, weil sie es selber benutzt. Meta, muss man ja inzwischen sagen. Dann benutzen wir Laravel. Laravel hat ja den Weg gegangen, dass sie so externe Dienste inzwischen anbieten, wie Laravel Forge und Cloud und Nightwatch und so ganz viele andere bezahlte Systeme, die so um das eigentliche Laravel Open-Source-Paket drumherum schwirren und das so ein bisschen gegenfinanzieren. Ich rette die kurz

  2. 28:30

    alle runter, was ich hier so für verschiedene Modelle gefunden habe. Dann kannst du dazu was sagen, Felix. Ein relativ verbreites Beispiel, insbesondere für Endkunden, ist ja einfach so ein Spendenmodell. Da habe ich hier mal als Beispiel Blender hereingezogen. Ich habe es einstiegs gesagt, so eine Open-Source-Software, mit der man 3D-Modelle machen kann und auch Animationen und sowas. Da kann man einfach spenden und die schreiben auf ihrer Extra-Seite, dass die 257.000 Euro monatlich einnehmen. 287.932 monatliche Contributions, sagen die auf ihrer Webseite. Da sind natürlich auch so Premium-Partner

  3. 29:07

    dabei wie Nvidia und AMD und BMW und insul, ich gehe gerade durch, Metadel, also schon bekannte Namen, die da eben auch für spenden. Da ist also richtig Feuer dahinter und die können es sich dann auch leisten, da wirklich ein Unternehmen hinter zu haben, das fast ausschließlich spendenbasiert. Aber da muss man natürlich auch eine gewisse Größe für haben. Für andere Pakete wie zum Beispiel Material UI, wir haben es letztes Mal angesprochen, die gehen dann so einen Weg und sagen, ein bisschen wie auch Laravel, wir haben so unser Kernpaket, Material UI, das ist kostenlos, wir bieten aber kostenpflichtige,

  4. 29:42

    zusätzliche Sachen an. Bei Material UI ist das eben diese Pro-Variante, haben wir drüber gesprochen oder so Templates. Und dann gibt es noch Open Source als Werbung, würde ich sagen. Da sind, glaube ich, die Vorreiter unsere lieben Freunde von Sparsi, einer belgischen Firma, die unendlich viele Open Source Laravel-Pakete baut für alles Mögliche und bei denen ist es ja ganz offensichtlich auf deren Webseite, wenn man sich fragt, wie die das denn finanzieren, die verstehen das als so eine Art Werbung. Da steht dann Hire Us For Your Next Laravel Project oder aber auch Buy Your License to Products

  5. 30:17

    or Courses, die wir kostenpflichtig anbieten. Da sieht man also, dass das Open Source so eine Art Marketing-Maßnahme ist, um bekannter zu werden. Und zu allerletzt und vielleicht auch so ein bisschen das fragwürdigste Thema, ich habe das jetzt mal zusammengefasst unter dem Thema Marktmacht. Wir haben es vorhin angesprochen, Chromium und Chrome bei Google. Chromium ist dieser Web-Browser-Engine, wenn man so möchte, mit gigantischem Marktanteil, auf dem Chrome und Edge und noch ganz viele andere basieren. Und da ist in dieser Open Source-Variante schon ganz viel Google-Code mit drin. Und da ist vermutlich

  6. 30:56

    einfach der Gedanke zu sagen, okay, wir bieten das zwar kostenlos an und Open Source, haben hier allerdings schon Dinge für uns drin und lassen uns das auch nicht so richtig aus der Hand nehmen und bekommen dann vielleicht schon mal Telemetriedaten oder solche Sachen. Ich habe noch eine Finanzierungsmethode. Du hast Spenden zwar schon erwähnt, aber ich finde, es gibt auch noch einige Projekte, die nicht direkt mit Spenden finanziert werden, sondern wo es eben über diese Organisationen läuft. Wir hatten eben schon Linux Foundation, aber es gibt auch andere wie, ich glaube, GitHub hat so ein Programm,

  7. 31:24

    GitHub Sponsors oder Open Collective ist eine andere Geschichte. Und die verteilen einfach das Geld so ein bisschen an bestimmte Open Source Projekte, die können sich da bewerben und dann wird das so ein bisschen wie mit der Gießkanne ausgeschüttet, was ich eigentlich ganz spannend finde, weil Spenden kriegen eigentlich nur diese größeren Projekte und kleinere Projekte fallen manchmal so ein bisschen unten durch und dann sind solche Organisationen, die sich grundsätzlich um das Verteilen von Spenden auch an viele Projekte, die sich darum kümmern, das finde ich dann ein ganz spannendes Modell, was vielleicht

  8. 31:50

    ja noch erwähnenswert wäre. Genau, da kommt auch nochmal die Linux Foundation rein, die wir vorhin schon mal geschnitten haben. Genau, und für mich das angenehmste Modell finde ich fast noch, obwohl das irgendwie auch nervig ist, so dieses Modell CyberDuck oder Sublime Text für die Leute, die das kennen. Das sind zwei Programme, das eine ist ein FTP-Programm und das andere ist ein cooler Texteditor und die nerven einen eigentlich immer mit so kleinen Pop-Ups, so nach dem Motto hier, spende doch mal und dann geht dieses Pop-Up auch dauerhaft weg. Und das finde ich eigentlich ganz cool, weil wir können die Software

  9. 32:21

    komplett in ihrer ganzen Funktionalität nutzen und müssen uns aber damit abfinden, dass die eben auf diese Spenden hinweisen. Und ich bin da großer Fan davon. Ich glaube, bei CyberDuck kann man sogar eine freie Höhe wählen. Bei Sublime Text ist es dann ein fester Betrag und dann spendet man da 10 Euro und dann ist diese Nachricht weg und die Entwickler haben ein bisschen Geld zur Verfügung, mit denen sie weiterentwickeln können. Das finde ich vom Modell her cool, dass es nicht eingeschränkt ist, aber dass man schon auch so sehr darauf gestoßen wird, ihr beteiligt euch mal. Felix, da hast du fantastisch die

  10. 32:50

    Überleitung geschlagen zu dem eigentlichen Kern, auf den ich schon seit fast 40 Minuten hinaus möchte. Nämlich, ja, Open Source gut und schön, aber wie gehen wir damit eigentlich bei uns in der Firma um? Und das habe ich mir jetzt nochmal im Detail angeschaut, was wir eigentlich so für Tools benutzen und habe ja festgestellt, dass wir durchaus bereit sind für Software im weitesten Sinne, um das Ziel unserer Arbeit zu erreichen, nutzen, Geld für bezahlen. Also Slack zum Beispiel haben wir bezahlte Pro-Variante, PHP Storm, unsere Software IDE, also unser Editor, bezahlen wir Geld für, ClickUp, Projektmanagement-Tool,

Wie wir zu Open Source beitragen 32:57–39:40

  1. 33:30

    bezahlen wir auch Geld für, ganz schön viel, aber teilweise auch für Dinge, die wir so unmittelbar einsetzen, also irgendwelche Plugins für WordPress oder Themes, die kaufen wir und setzen sie ein. Und dem gegenübergestellt gibt es auch ganz, ganz viel Software, die wir auch nutzen, sogar noch viel direkter für das Produkt, was wir dann verkaufen. Und da bezahlen wir aber keinen einzigen Cent für. Also wir haben es gerade gesagt, React, Laravel, Material UI, eigentlich die meisten der Dinge, auf denen unsere tatsächliche Anwendungssoftware läuft, unsere Webseiten, WordPress, die sind Open Source

  2. 34:08

    und kostenlos und deswegen benutzen wir sie auch, ohne dafür jemals Geld zu bezahlen. Und da ist jetzt eben meine Frage, Felix, ist das denn eigentlich fair? Tja, ich glaube, da muss man sich wirklich den absoluten Einzelfall dann angucken, weil das ja sehr unterschiedlich sind. Also ich glaube, so ein React profitiert auch einfach davon, wenn es eine große Community gibt. Das heißt, wir geben ja schon indirekt was zurück, wenn wir es nur verwenden. Und wir versuchen natürlich bei manchen Projekten auch was zurückzugeben, da kommen wir glaube ich gleich noch zu. Und bei anderen Projekten nutzen wir

  3. 34:39

    es bestimmt einfach, denken gar nicht so drüber nach, dass da jemand dahinter ist, der das auch entwickeln muss und geben da vielleicht gar nicht so viel zurück, wie wir das vielleicht könnten. Also der Punkt ist auf jeden Fall valide. Tja, wie lösen wir das? Ja, ich finde natürlich spannend, dass die Leute, die sich das leisten können, ich habe ja eben Sublime Text oder sowas schon angesprochen, dass man da sagt, komm, man wirft auch mal einen Euro ein. Ich habe zum Beispiel schon oft auch für Wikipedia gespendet, das ist jetzt, wobei ist wahrscheinlich im Zweifel sogar auch Open Source, aber ist ja zumindest

  4. 35:04

    eine freie Plattform dann auch und da habe ich immer auch mal Geld für gespendet, weil ich das einfach ein cooles Projekt finde. Und wenn jeder sich so zwei, drei Projekte raussucht, die ihm am Herzen liegen, dann ist glaube ich vielen schon geholfen, wenn man da natürlich einfach ein bisschen Geld ins System bringt und was wir natürlich schon auch gemacht haben, also ich jetzt vor allem im Speziellen auch selbst, ich habe hin und wieder auch die Dokumentationen von den Projekten angepasst. Wenn mir zum Beispiel auffällt, dass irgendwas nicht so funktioniert, wie es dokumentiert ist oder irgendwas vielleicht

  5. 35:30

    so undokumentiert ist, dann gehe ich auch hin und das sind ja dann oft GitHub-Seiten oder Git-Repositories, wo man was anpassen kann oder über andere Wege und dann reiche ich auch Änderungen ein und das ist jetzt nicht direkt Code und nicht direkt Geld, aber es hilft natürlich irgendwie dem Projekt und man versucht zu der Community auch ein bisschen was zurückzugeben und vielleicht als letzten Schritt noch, ich habe eben dieses WordPress-Plugin jetzt einfach als kleines Beispiel genannt, wir versuchen natürlich schon auch der Community so ein bisschen was zurückzugeben in Form von Open Source,

  6. 35:58

    also sei das jetzt so ein kleines Plugin, was irgendwie vielleicht ganz praktisch ist für WordPress, aber das können auch andere Sachen sein, man könnte im weitesten Sinne ja vielleicht sogar diesen Podcast auch so ein bisschen als Open Source sehen, also wir stellen hier kostenlos für die Leute da draußen Informationen zur Verfügung und teilen unser Wissen, das ist jetzt ein bisschen abstrakt Open Source, aber vielleicht ist es so ein Stück weit auch, dass wir in der Form was zurückgeben wollen und überhaupt hier drüber sprechen, das stößt natürlich viele Leute auch darauf und bringt vielleicht

  7. 36:24

    einen oder anderen dazu auch nochmal einen Euro in ein bestimmtes Projekt einzuwerfen und dann haben wir der Community schon ganz viel zurückgegeben. Ich habe mir da wirklich lange Gedanken drüber gemacht, weil je mehr ich mir das hier aufgeschrieben habe, desto frappierender wurde das für mich, dass wir einfach auch absichtlich Geld bezahlen für Software, die es uns wert ist, aber andererseits für Software, die es uns auch wert ist, die aber nicht nach Geld schreit, dann kein Geld bezahlen und du hast natürlich schon recht, so ein bisschen muss man da einschränken, dass jetzt React vielleicht,

  8. 36:52

    das von Meta hauptsächlich gestellt wird, mit unserer Spende nicht mehr oder nicht weniger anfangen kann, aber ich glaube, da gibt es viele kleinere Projekte, die wir so benutzen und auf denen wir unsere Software aufbauen, die schon auch davon abhängig wäre und deswegen frage ich mich, Felix, wäre es nicht Zeit für so eine Art Genen-IT-Systeme, Open-Source-Funding-Projekt, dass wir sagen, wir schauen uns an, was wir im Jahr so über haben, sage ich mal ganz offen, da bist du jetzt der Geschäftsführer und schauen gleichzeitig, was für Tools wir denn wirklich viel benutzt haben und versuchen dann

  9. 37:28

    irgendwie so ein bisschen auch tatsächlich monetär was zurückzugeben, weil die Projekte uns ja dazu gebracht haben, überhaupt erst das Geld einzunehmen. Ja, ist für mich ein Modell, über das man nicht nur nachdenken kann, sondern was ich dir auch schon zusagen könnte, dass wir das so machen können. Ich bin jetzt für meine eigene Firma nicht so wahnsinnig der Fan davon. Es gibt ja viele, die dann sagen, guck mal hier, wir spenden zum Beispiel ein Prozent vom Gewinn jetzt für entweder ein bestimmtes Open-Source-Projekt oder allgemein. Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob man das so festlegen sollte.

  10. 37:57

    Ich bin gerade bei Spenden, das ist aber persönliche Meinung, bin ich mal gerne sehr flexibel und gucke auch, wie es passt. Das mache ich privat, genau wie in der Firma. Und grundsätzlich bin ich dafür, absolut zu haben, weil du natürlich auch total recht hast, dass wir davon wahnsinnig profitieren. Oder vielleicht könnte man sogar sagen, wir hätten es ganz schwer, wenn es kein Open-Source gäbe. Und ja, wie gesagt, ich habe eben schon erläutert, dass wir gar nichts zurückgeben, würde ich jetzt so auch nicht unbedingt stehen lassen, auch bisher schon nicht. Das ist jetzt aber nicht unbedingt monetär

  11. 38:25

    und natürlich ist es auch nicht wahnsinnig viel, was wir machen. Also da haben wir ganz viel Ausbaupotenzial. Ich schreibe mir jetzt hier live auf, ich habe dich damit jetzt ein bisschen überfallen, dass wir da uns nochmal wirklich Gedanken zu machen, auch konkretere als einfach nur, ja, das wäre eine gute Idee. Oder machen wir mal so einen kleinen Büro-Talk, Follow-up, wo wir was erzählen. Ja, können wir vielleicht auch bestimmte Projekte mal vorstellen, wo wir sagen, guck mal, das haben wir einfach unterstützt. Genau. Tja, das war jetzt eine Riesenherleitung zu diesem begeisterten Ende. Ach Kay,

  12. 38:54

    du hast den ganzen Podcast nur gemacht, um mich hier öffentlich an den Pranger zu stellen. Ja, fantastisch, oder? In einer Situation, wo ich nicht Nein sagen kann. um mir das Geld hier aus dem Kreuz zu leiern. Ja, das ist perfekt. Geht natürlich von deiner nächsten Gehaltserhöhung runter. Wir werden alle gemeinsam feststellen, ob die letzten zehn Minuten auf dem Schnittboden des Felix gelandet sind oder ihr tatsächlich was machen. Nein, nein, das bleibt auf jeden Fall im Podcast drin und wir machen noch was. Das kann ich dir schon versprechen. Sehr gut, das freut mich. Fantastisch. Meine Liste ist erschöpft.

  13. 39:24

    Ich habe mir hier den letzten Punkt dick und fett umstrichen in allen erdenklichen Farben und ich freue mich, dass wir da jetzt zu so einem schönen Abschluss gekommen sind. Das ist natürlich, also Open Source, ein gigantisches Feld. Das haben wir jetzt wirklich nur ganz oben so ein bisschen den Schaum abgekratzt. Aber ich fand es sehr schön. Ja, ich habe noch zwei Anmerkungen. Und zwar hast du eben gesagt, dass MySQL schon immer bei Oracle war und ich habe hier nebenbei mal Google angeworfen und das wurde 1995 von Monty Widenius, nenne ich ihn jetzt einfach mal, entwickelt und das war community-nah

Anmerkungen und Outro 39:40–42:58

  1. 39:56

    und Open Source tatsächlich und ist dann 2008 von Sun aufgekauft worden und Sun wiederum wurde dann 2010 von Oracle gekauft. Also, ich sage mal so, in den Dimensionen, in denen du Software entwickelst, gehe ich das mit, dass das schon immer bei Oracle war. Ich habe allerdings ja schon eine ganze Ecke früher angefangen mit Softwareentwicklung und da war das sogar noch unabhängig von irgendwelchen Firmen und vor allem von Oracle. Also, das hier nur zur Korrektur. Da hast du jetzt mein Mansplaining mit deinem Mansplaining und der älteren Weisheit korrigiert. Das finde ich gut. Ja, das kam mir nämlich komisch vor,

  2. 40:28

    als du das gesagt hast. Und dann habe ich noch eine Sache, weil ich ja eben gesagt habe, es gibt immer mal wieder so Pakete, die dann kompromittiert werden oder mit denen eben viel was passiert und dann bricht ganz viel auseinander und da darf eigentlich dieses Left-Pad nicht unerwähnt bleiben. Kannst du dich da noch drin erinnern? Entwickler und ich weiß gar nicht mehr, aus ihrem Grund war der frustriert. Ich weiß nicht, ob es die Finanzierung war oder aus irgendwelchen anderen Geschichten. Ja, ja, genau. Und der ist einfach hingegangen und hat dieses MPM-Package geunpublished. Also hat das einfach

  3. 40:53

    nicht mehr öffentlich gemacht. Und alle Projekte, die davon abhängig waren, hatten dann halt Probleme und das sind so ungefähr alle Projekte, die es gibt. Und deswegen gab es da einen riesen Aufschrei. Und ich glaube, seitdem kann man auch MPM-Pakete nicht mehr so ohne weiteres unpublishen. Man kann sich wirklich das nicht vorstellen, was da wirklich für allerkleinste Mini-Pakete sind, die wirklich die allerdusseligsten Aufgaben übernehmen, aber dann durch eine Dependency in den allergrößten Softwaren dieser Welt verwendet werden. Und wenn dann da ein so kleiner, frustrierter Entwickler, der privat

  4. 41:25

    so ein Paket maintained, was unendlich viel Einnahmen generiert und er bekommt davon einfach gerade nichts und muss sich noch mit den ganzen Bug-Reports und weiß ich nicht was herumschlagen, da kann ich mir schon sehr gut vorstellen, dass sehr, sehr viele Menschen frustriert sind. Ja, jetzt verstehe ich natürlich auch manchmal nicht so Sachen wie LeftPad. Das ist ja was, das ist in den Programmiersprachen ja drin. Also da muss man sich ja nicht verbiegen, das selbst zu bauen. Und dass dann dafür ein Package verwendet wird, das ist natürlich alleine schon fraglich. Ist aber ein anderes Thema. Ich finde,

  5. 41:52

    es werden sowieso viel zu viele Pakete eingesetzt für Sachen, die man wirklich auch easy selbst bauen kann und die zum Teil ja sogar direkt auch Funktionen haben oder mal mit einem Einzeiler abgefrühstückt wählen können. Und habe ich natürlich großer Fan davon, das auch selbst zu machen, als jetzt für alles ein Paket einzusetzen. Aber es ist ein anderes Thema, aber das wollte ich hier nicht unerwähnt lassen, weil das ja eine der bekanntesten Fälle waren von Open-Source-Projekten, die dann eben eingestampft wurden und plötzlich haben alle ein Problem. Fantastisch, Felix. Hast du deinen Tee noch leer bekommen?

  6. 42:19

    Der steht hier so zu zwei Drittel umgetrunken und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob er noch weiter konsumiert wird. Dann würde ich dir vorschlagen, wir schauen jetzt immer alle kollektiv und pfeifend in die eine Richtung und du kannst ihn in der Blumenvase entsorgen. So machen wir es. Kay, hat mir Spaß gemacht, über das Thema zu sprechen und ich freue mich auch, dass du mich hier wieder so bloßgestellt hast. Nein, hat mir viel Spaß gemacht, mit dir über das Thema mal zu sprechen und waren auch für mich wieder neue Sachen dabei. Das freut mich. Und dann hören wir uns in zwei Wochen. Tödelü!

03 — Weiterhören

Nebenan im Webcafé

Alle zwei Wochen montags eine neue Folge über Webentwicklung, Codequalität und die Art, wie wir zusammenarbeiten.

Alle 52 Folgen
04 — Feedback

Fragen an Felix und Kay?

Themenwunsch, Widerspruch oder eine Frage aus Deinem Projektalltag — schreib uns. Was uns erreicht, landet regelmäßig in einer der nächsten Folgen.

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