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Webcafé — Folge 20

Freelancing

Felix hat in zahlreichen Projekten, auch international, als Freelancer gearbeitet und erzählt von seinen Erfahrungen mit diesem Arbeitsmodus.

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Folge 20 Freelancing 52 min · 22 Kapitel
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Am Mikrofon

01 — Worum geht es

Worum geht es?

Felix hat in zahlreichen Projekten, auch international, als Freelancer gearbeitet und erzählt von seinen Erfahrungen mit diesem Arbeitsmodus. Seit einigen Jahren beschäftigt die Geenen IT-Systeme GmbH selbst Freelancer und so können Felix und Kay auch aus der Perspektive des Kunden und Kollegen auf das Thema blicken. Die Folge behandelt somit die Vor- und Nachteile aus Freelancer- und Auftraggebersicht.

02 — Transkript

Das Gespräch, Wort für Wort

Kapitel

9.530 Wörter in 22 Abschnitten. Jede Zeitmarke springt an die passende Stelle im Audio. Automatisch transkribiert und maschinell nachkorrigiert — im Zweifel gilt das Gesprochene.

Intro 0:00–3:20

  1. 0:00

    Guten Mittag, lieber Kay. Heute ist es ein bisschen später geworden mit dem Aufnehmen,

  2. 0:09

    aber wir begrüßen dich und alle da draußen zu einer neuen Folge von unserem Webcafé. Hallo Felix. Ja, die Uhrzeit kommt mir ganz gelegen tatsächlich, weil jetzt ist es nicht mehr direkt nach meinem Frühstückscafé schon ein bisschen rein in den Tag und dementsprechend stehe ich heute mit dem Kaffee hier. Ach, guck an. Gibt es da noch mehr zu sagen oder ist es das schon? Ich habe leider die Packung verloren, deswegen weiß ich nicht, was es ist. Es ist ein entkoffeinierter Kaffee aus der Stadtrösterei hier in der Stadt und ich bin sicher, da steht sowas drauf wie eine Melange aus Bernstein und Zunder

  3. 0:43

    mit Karamellnote im Abgeschmack oder weiß ich nicht. Und das Cappuccino-Bild obendrauf ist eine Katze, die sich an einem Sofa kratzt. Ist das die Latteart oder hast du da Klarkauppulver was drauf? Nein, Latteart. Das ist ja so ein Spiel, nicht jetzt unbedingt so ein Herz zu machen oder beziehungsweise wenn man das Herz nicht ganz so schön hinbekommt, dann hat man immer noch die Möglichkeit, wie bei so einem Rohrschacht-Test zu gucken, was man denn da im Kaffee sieht. So Kaffeesatzlesen mäßig. Ja, genau. Ich kriege es auch bis heute nicht hin, richtige Latteart zu machen. Dazu muss man jetzt sagen, dass ich meistens ja nur einen Kaffee die Woche im Büro mache.

  4. 1:18

    Und das ist wahrscheinlich zu kleine Menge, um da wirklich mal Expertise zu bekommen. Aber da kommen immer wunderbare Motive raus, die immer sehr unterschiedlich ausfallen. Also die letzten Male habe ich mich sehr gefreut über A, deine Kaffees und B, über das, was du da drauf gezaubert hast. Ja, das war auch ärgerlich, weil deine Kaffees mir immer ziemlich gut gelungen sind und meine eigenen habe ich dann meistens ein bisschen verrissen und dadurch so ganz großporigen Schaum oder sowas. Ja, aber ich glaube, es gibt schlimmere Sachen. Was willst du denn? Ja, ich bin tatsächlich auch schon bei meinem zweiten Tee heute angekommen

  5. 1:46

    und ich hatte heute Morgen schon so einen ostfriesischen und jetzt bin ich bei einem Tee, Kay, den du gut kennst. Und das war mal einer unserer Lieblingstees im Büro seiner Zeit, als wir noch keine ordentliche Kaffeemaschine hatten. Und die schreiben selbst, also der Hersteller, er lebe Bella Italia mit jedem Schluck aus deiner Teetasse. Und kannst du dir vorstellen, welcher es ist? Ja, italienische Limone natürlich von Teekanne. Kay, du hast es erraten. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Aber genau, das war lange Zeit unser Haus- und Hof-Tee im Büro und heute habe ich ihn mal wieder gemacht und er liefert nach wie vor.

  6. 2:21

    Es ist eigentlich, also diese ganzen Fertigtees sind ja doch irgendwie lecker, aber man ist ja dann doch so als Purist, wie wir ja jetzt sind, so ein bisschen der Annahme verfallen, dass wenn das nicht in so einem Sieb selbst aufgegossen ist, dann ist es auch wert, also nicht wert. Wer weiß, was die dazu mischen oder so. Ja, ich bin natürlich Riesenfan auch von losem Tee. Irgendwie hat das was anderes. Deswegen ärgert mich ja auch mein Lieblings-English-Breakfast-Tee so, der Tetleys, weil der nur in Beuteln geliefert wird. Ich habe wirklich das Internet schon durchsucht, bin für Tipps von außen sehr dankbar,

  7. 2:52

    aber ich habe wirklich schon sehr lange recherchiert, ob es das Zeug auch in Lose gibt. Gibt es aber meiner Recherche nach nicht. Deswegen habe ich ja diese Value-Packs mit 240 Beuteln drin. Also im Zweifel nimmst du ja einfach nachmittags Zeit, schneidest die ganzen Beutel auf und füllst sie um. Ja, aber das ist nicht das Gleiche, weil in den Beuteln halt so powder-mäßig das Zeug ja drin ist. Und ich glaube, wenn du das in ein Sieb schüttest, dann hast du die Hälfte in der Tasse hinterher. Die Beutel sind ja doch etwas dichter. Ja, aber um mal vom Tee wegzukommen, wir haben so ein paar Themen,

WordPress Konflikt 3:20–6:44

  1. 3:24

    die wir vorher noch abfrühstücken müssen. Und zwar ist die letzte Folge, die Stand jetzt veröffentlicht ist, unsere Folge zu WordPress. Und Kay, hast du es mitbekriegt, dass es da jetzt so große Verwerfungen gab? Das habe ich tatsächlich mitbekommen und auch prompt an dich gedacht. Also von daher ist die Folge von uns wirklich zur perfekten Zeit rausgekommen. Aber dass eben diese ganze Fede da nicht berücksichtigt ist, ist natürlich jetzt ein bisschen schade. Also hätten wir sie zwei Wochen später aufgenommen, hätten wir das mit drin. Also der Gründer von WordPress, der hat sich da unter anderem

  2. 3:58

    dieses ACF-Plugins, Advanced Custom Fields, bemächtigt. Und das irgendwie in einer ganz kuriosen Art und Weise, weil die das wirklich im Plugin-Store bei WordPress, haben die das ganze Plugin übernommen. Das heißt jetzt Secure Custom Fields, nicht mehr Advanced Custom Fields. Hat auch alle Bewertungen übernommen und so weiter und so fort. Das ist ein großer Spaß, sich da die Bewertungen jetzt durchzulesen. Das ist natürlich sehr unterschiedlich. Weil das jetzt die eine Seite gibt, die sagt, das ist super, dass das übernommen wurde. Weil das eigentlich WordPress-Core-Features sind, die alle möglichen Leute nutzen.

  3. 4:32

    Und trotzdem ist das natürlich irgendwo ein bezahltes Plugin, zumindest in der Pro-Variante. Und jetzt geht dieses Secure Custom Fields hin und hat eigentlich alle von diesen Pro-Features erstmal rausgeschmissen, sodass das jetzt wie so ein freies Plugin wirkt. Die sagen jetzt selbst, dass sie da auch noch irgendwelche Security-Fixes reingebracht haben, kann ich jetzt nicht beurteilen. Ja, und auf der anderen Seite sind natürlich alle Leute, die hinter Advanced Custom Fields, was ja inzwischen, glaube ich, zu WP Engine gehört. Und da ist ja auch der Ursprung in diesem Konflikt, glaube ich, zwischen WP Engine und Automatic,

  4. 5:06

    also der Firma von diesem WordPress-Gründer, Matt Mullenweg. Und die Leute, die dann Advanced Custom Fields im Rücken stärken, die sagen natürlich, das hat es in der Historie von WordPress noch nie gegeben, dass da ein Plugin gekapert wurde. Und Advanced Custom Fields ist ja jetzt wirklich weit davon entfernt, irgendwie schlecht zu sein. Also mir sind jetzt zumindest keine größeren Sicherheitslücken bekannt. Das wurde immer weiterentwickelt und das hört sich jetzt auch nicht irgendwie nach Abzocke an. Da muss ich mich schon, obwohl ich da jetzt nicht tiefer eingestiegen bin, auch in die zweite Riege stellen.

  5. 5:37

    Also ich finde das nicht richtig, was da passiert. Und ich finde, man kann das sofort forken und eine bessere Version machen und alles. Aber das einfach zu übernehmen, finde ich dann doch schon ein bisschen kritisch. Also das sei mal hier gesagt zu WordPress und was da im Moment so im Gange ist. Ich glaube, insgesamt für das Ökosystem kann da was richtig Cooles bei rauskommen, weil so ein Konflikt natürlich dann vielleicht auch, wir haben ja zum Beispiel in der Folge dann diesen Fork mal angesprochen, dass man WordPress vielleicht auch nochmal in eine andere Richtung entwickelt und so weiter. Vielleicht ist das eine Chance,

  6. 6:03

    dass sowas mal passiert. Und ich glaube, WordPress insgesamt tut das gut, dass da auch mal ein Konflikt ausgetragen wird. Aber der Konflikt jetzt hier im Speziellen ist dann doch schon etwas bemerkenswert. Also politisch würde ich mich da raushalten. Da habe ich mich einfach zu wenig mit beschäftigt. Ich finde es so gerade spannend, dass wir bei WordPress unter anderem gepriesen haben, dass das so ein ruhiger Monolith im Fahrwasser ist, der sich von keinen Turbulenzen irgendwie groß erschüttern lässt. Und genau in derselben Woche ist auf einmal so ein Riesendrama da vom Stapel gebrochen. Das finde ich

  7. 6:35

    eine ganz interessante, also einfach lustiger Zufall. Konterkariert so ein bisschen das, was wir im Podcast sagen. Okay, und dann habe ich noch eine andere Sache. Ich habe mir nämlich tief in die Tasche gegriffen und habe für über 800 Euro Akustik-Paneele bestellt für mein Büro hier, weil ich ja das, glaube ich, schon mehrfach angesprochen habe. Ich habe so ein Echo-Hall-Problem hier in meinem Büro zu Hause und jetzt habe ich so drei Paneele bestellt, so als Demo, um zu gucken, ob das funktioniert. Und ich habe da einen sehr, sehr guten Eindruck von. Ich denke, man hört das jetzt gar nicht so im Podcast,

Neue Akustikpaneele 6:44–9:43

  1. 7:08

    aber das finde ich vielleicht einfach so interessant für die Hörer und Hörerinnen. Zwei weitere kommen noch und dann werde ich bei Gelegenheit mal ein Bild posten. Das sind nämlich so dunkle Akustik-Paneele. Das sieht auch, glaube ich, ganz schick aus, hier mal in der T-Ecke und hoffe mir davon, dass die Soundqualität noch ein bisschen besser wird. Ich weiß, dass die richtigen Experten einfach Eierkartons an die Wände kleben, weil die ungefähr den gleichen Effekt haben. Ja, da darf ich dir jetzt vehement widersprechen. Uh, okay. Ja, das will ich auch hoffen für 800 Euro. Also, man muss beileibe nicht

  2. 7:38

    fünf Akustik-Paneele für 800 Euro kaufen. Also, um Gottes Willen, das ist jetzt wirklich, ja, das ist schon ein bisschen Luxus, das muss ich sagen. Es gibt Paneele in ähnlicher Qualität auch für, ich sage mal, 70, 80 Euro das Stück. Aber die hatten jetzt ja irgendwie so eine ganz tolle Holzstruktur, will ich gar nicht näher darauf eingehen, aber mir haben sie einfach wahnsinnig gut gefallen. Ich verbringe acht Tage, nee, das stimmt nicht, acht Tage die Woche wäre ein bisschen viel. Acht Tage die Woche. Oft acht Stunden am Tag hier im Büro und ich habe so das Gefühl, irgendwie, das wollte ich mir jetzt

  3. 8:07

    an der Stelle mal leisten. Genau, aber zu deinen AR-Kartons. Also, die ganzen Leute, die was auf sich halten, die darüber sprechen, die sagen eben, AR-Kartons bringen eigentlich nicht besonders viel, weder in irgendwelchen Proberäumen noch in so Aufnahmestudios, in Anführungszeichen, wie das hier ist. Weil das, was wirklich den Sound frisst, ist eigentlich nicht die Struktur von diesem Akustik-Panel, vielleicht auch ein Stück weit, sondern eher diese Filzmatte, die dahinter ist, die jetzt hier bei mir aus so einem recycelnden PET-Material ist. Und das ist wohl das, wo sich der Sound dann am Ende wirklich

  4. 8:41

    drin verfängt und eben auch unterschiedliche Frequenzen dämmt. Also, ich glaube, so ein AR-Karton kann dann, ich muss jetzt lügen, aber ich sage mal, hohe Frequenzen so ein bisschen verstreuen und deswegen dämpfen, aber zum Beispiel für Bässe nichts ausrichten. Das ist jetzt ganz, ganz laienhafte Soundtechnik, die ich hier preisgebe, aber das ist so das, was ich gelesen habe. Und deswegen nimmt man eigentlich, wenn man es jetzt ganz doll machen will, würde man sich Akustikpaneele nehmen. Da muss man im Internet googeln, wie die aussehen. Also, es sind letztlich so Filzmatten, wo dann so Holzbeplankung drauf ist.

  5. 9:14

    Und man würde jetzt eigentlich an die Wand so eine Art Dachlatten machen und dann mit einem Zentimeter Abstand ungefähr die Akustikpaneele da drauf schrauben und dann hätte man quasi zwischen Akustikpaneele und Wand sogar noch einen kleinen Hohlraum. Und das ist wohl so der Goldstandard der Dämmung. Ich mache die Paneele jetzt direkt an die Wand, weil ich den Zentimeter nicht verlieren will und das nicht so schön finde. Aber, naja, soweit dazu. Also, der Ton ist jetzt perfekt, willst du mir damit sagen. Ja, noch nicht. Die restlichen Paneele kommen ja noch. Ah, so, verstehe. So, unser Thema heute

Einführung ins Thema 9:43–10:48

  1. 9:45

    ist aber Freelancing. Und wir wollen das Thema Freelancer, Freelancing aus mehreren Perspektiven beleuchten und denken, dass wir da einen interessanten Input geben können, weil wir einerseits schon als Freelancer selbst gearbeitet haben und auf der anderen Seite auch aktuell Freelancer bei uns beschäftigen und wollen da einfach mal so durch die Vor- und Nachteile gehen und unsere Erfahrungen hier im Podcast mitgeben. Also, das ist, glaube ich, die Folge, wo ich mit Abstand am wenigsten Informationen vorab zusammengetragen habe. Einfach aus dem Grund, weil das einfach mit meinem Arbeitstag jetzt nichts zu tun hat.

  2. 10:23

    Das heißt, du hast natürlich recht, wir machen irgendwas als Freelancer selber als Firma und stellen auch Freelancer ein, aber ich bin ja technischer, wie sagst du immer, Technical Lead und das heißt, eigentlich mit so Personalgeschichten habe ich nichts zu tun, aber deswegen freue ich mich umso mehr heute, da mal so ein bisschen einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen und habe mir auch so ein paar Fragen aufgestellt, die du mir dann hoffentlich beantworten kannst, wie zum Beispiel, was heißt denn Freelancing eigentlich? Oh, das habe ich tatsächlich sogar mit einem Auge mitgelesen, als ich mich hier

Was bedeutet "Feelancing" 10:48–12:02

  1. 10:54

    kurz vorbereitet habe auf die Folge und das kommt aus irgendwelchen Beschreibungen von Söldnern im Mittelalter und die Lance, die bezieht sich tatsächlich auf die Lanze und Freelance, also jemand, der frei mit einer Lanze rumtut, nein, also jedenfalls ist das letztlich eine Bezeichnung für Söldner gewesen und im übertragenen Sinne sind es ja heute dann die Freelancer tatsächlich auch so ein Stück weit, also bieten ihre Leistungen eben dann für Geld für eine bestimmte Zeit an. Das hat mich ja eher interessiert, die Definition in der heutigen Zeit, also kurzum, die verkaufen eine Arbeitsstunde für einen festen Preis

  2. 11:36

    und du kaufst dann beliebig viele Arbeitsstunden ein. Genau, Freelancer ist ja am Ende selbstständig und genau, organisiert sich selbst, springt in verschiedene Projekte rein und genau, ist immer zeitweise bei meist unterschiedlichen Unternehmen unterwegs, verkauft eigentlich seine Arbeit pro Stunde auf den Tagessatz, da gab es auch schon mal Folge zu. Es sind natürlich unterschiedliche Abrechnungsmodelle, aber das ist am Ende das Prinzip. Aber die Idee ist schon, dass das so ein All-Inclusive-Paket ist, das heißt, wenn da 100 Euro die Stunde dran steht, dann sind da nicht noch irgendwelche Sozialabgaben

Transparente Kosten 12:02–13:15

  1. 12:10

    oder sonstige Abführungen, die du als Felix jetzt als Auftraggeber eines Freelancers berücksichtigen musst, sondern das, was dran steht, ist das, was auch am Ende des Monats kostet. Genau, um da vielleicht ein bisschen Struktur reinzunehmen, du bist jetzt auf der Arbeitgeberseite und bist da bei den Vorteilen und da ist ein Riesenvorteil, den ich auch immer wieder nenne, eben diese transparenten Kosten. Also wenn ein Freelancer jetzt draufstehen hat, er kostet 80 Euro die Stunde netto, dann sind das 80 Euro die Stunde netto, die du bezahlen musst und da ist zum Beispiel das Arbeitsmaterial schon mit drin,

  2. 12:47

    will heißen, derjenige bringt zum Beispiel einen Laptop jetzt bei uns mit, derjenige hat die Fahrtkosten da in den allermeisten Fällen mit drin, also es ist letztlich ein All-Inclusive-Preis und gerade jetzt in unserem Fall, wo wir die Stunden meistens weiter verrechnen an unsere Kunden wiederum, wo die eben in Projekten mitarbeiten, da können wir natürlich ganz einfach gegenrechnen, du kriegst 100 Euro, zahlst 80 Euro die Stunde, hast am Ende einen Gewinn von 20 Euro und da kann eigentlich nicht viel dran passieren und das ist natürlich sehr, sehr schön und einfach zu rechnen. Und wenn die dann Urlaub machen

Nachteile für Freelancer 13:15–14:48

  1. 13:16

    oder krank sind, dann bezahlst du einfach nichts? Genau, man bezahlt die Leute pro Stunde und genau so ist es, also die Stunden, die sie da sind, werden bezahlt und die, die sie nicht da sind, werden auch nicht bezahlt. Da bist du jetzt ein bisschen bei den Nachteilen der Arbeitnehmer schon, das ist natürlich ein gewisses Risiko, gerade weil eben eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht stattfindet, weil man hinten raus keine Rente sich erarbeitet, zumindest keine gesetzliche, wenn man nicht freiwillig einzahlt. Man muss sich natürlich selbst organisieren und man hat natürlich ein hohes Risiko an,

  2. 13:47

    oder ein hohes, das kommt natürlich jetzt auf Freelancer an, aber man hat ein Risiko an ganz vielen verschiedenen Fronten. Einerseits muss man natürlich auch erstmal Projekte finden, man kann relativ schnell von dem Projekt noch wieder entfernt werden, wenn das die wirtschaftliche Situation erfordert und man hat natürlich dieses persönliche Risiko, dass man krank werden kann und so weiter und so fort, was man schon irgendwie auch versichern kann, aber das Risiko ist natürlich trotzdem da. Das ist dann für Freelancer als einzeln selbstständige Person. Genau und das sind ja die allermeisten, von denen wir reden.

  3. 14:19

    Jetzt sind wir so ein bisschen spezielle Situationen gewesen in der Vergangenheit, weil ich persönlich ja auch in verschiedenen Unternehmen als Freelancer tätig war und da hatte ich natürlich immer irgendwo eine Firma im Rücken. Das heißt, ich hätte prinzipiell auch für Ersatz sorgen können, wenn ich jetzt aus irgendwelchen Gründen mal länger ausfalle und ich hatte natürlich auch weitere Einkommen, wenn ich zum Beispiel krank war, einfach weil die Firma dahinter natürlich noch weiter funktioniert. Also das ist jetzt natürlich ein bisschen unterschiedlich bei uns. Ich finde das spannend, dass du gerade gesagt hast,

Know-How Transfer und Verträge 14:48–17:00

  1. 14:49

    dass das sehr planbare Kosten sind und das stimmt ja auf den ersten Blick auch. Aber was ich mir als besonders großen Punkt aufgeschrieben habe, ist das ganze Thema, dass wir ja nicht nur die Leute pro Stunde abrechnen, sondern wir auch sehr, sehr, sehr viel Zeit und damit Geld in deren Weiterbildung investieren, was dann abgerechnet wird auch und b aber dazu führt, dass wir den Leuten ja eine Expertise aufbauen und dadurch, dass sie aber selbstständig sind und diese Unverbindlichkeit haben wir gerade schon angesprochen, spricht jetzt auch nichts dagegen, dass sie einfach morgen weg sind, sag ich mal

  2. 15:22

    stark formuliert, wodurch diese ganze Investition, die wir in Weiterbildung, Fortbildung, Schulung so gemacht haben, dann einfach weg ist. Genau, da sprichst du jetzt viele Punkte an, dass mit dem, dass derjenige dann morgen weg sein kann, das kann man natürlich ein Stück weit über Verträge auch regeln. Wir machen das jetzt im Speziellen nicht und in den Firmen, wo ich gearbeitet habe, hatte ich jetzt zwar immer mal wieder so Zeitverträge, dass gesagt wurde, dass der Rahmenvertrag zum Beispiel jetzt über ein halbes oder ein Jahr geht, aber ich habe das selbst wenig erlebt, dass man jetzt das zum Beispiel

  3. 15:58

    eine konkrete Tätigkeit geboten hat. Das geht aber natürlich auch, also dass man sagt, man hat ein gewisses Projekt und die Anstellung oder das ist ja keine Anstellung, sondern die Zusammenarbeit läuft eben so lange, wie dieses Projekt läuft oder hat eine Mindestlaufzeit. Da kann man natürlich, wenn man das möchte, mitspielen. Ich bin jetzt als Arbeitgeber immer so eher auf dem Trip gewesen, dass ich gesagt habe, wenn die Chemie zwischen Arbeitgebendem, ist das ein Wort, weiß ich gar nicht, ich sage mal, zwischen Arbeitgeber und Arbeitnebendem dann gut funktioniert, dann wird die Zusammenarbeit

  4. 16:33

    ja auch weiterlaufen, dann wird derjenige nicht einfach weglaufen und deswegen habe ich immer gedacht, wenn sich da jemand entscheidet, aus dem Projekt rauszugehen, dann ist es wahrscheinlich auch die richtige Entscheidung für beide Seiten und genauso sehe ich es eben in der Perspektive des Freelancers dann auch, also in dem Moment, wo die Firma, die Zusammenarbeit mit mir beenden will, bin ich vermutlich auch an dem Punkt, wo ich das beenden will, ist jetzt aber eine sehr persönliche Sichtweise, kann man aber mit Verträgen natürlich anders dann auch darstellen. Und dann hast du diese Weiterbildung angesprochen,

Zusatzkosten für den Auftraggeber 17:00–18:23

  1. 17:03

    deswegen habe ich eben so ein bisschen gezögert, als du gesagt hast, dass die Kosten ganz transparent sind und zum Beispiel diese 80 Euro die Stunde, die ich jetzt einfach mal fiktiv hier aufgerufen habe, da kommen natürlich schon weitere Sachen dazu. Also die Weiterbildung, das ist natürlich das eine, also wenn man jetzt wirklich ganz konkrete Kosten hat, aber zum Beispiel, Kay, bei dir fallen ja viele Stunden an, die du auch in die Leute rein investierst und wir haben zum Beispiel immer alle Freelancer, Freelancerinnen bei uns zu den Weihnachtsfeiern eingeladen oder zu Team-Events, zu Firmen-Events

  2. 17:36

    und natürlich sind das Kosten, die man in IFO auch einrechnen muss. Das heißt, diese 80 Euro pro Stunde gilt wirklich nur, wenn man die Leute an eine Aufgabe setzt und dann arbeiten sie, bis die Aufgabe fertig ist und dann ist auch Feierabend. Genau und gerade bei so Firmenveranstaltungen oder jetzt so, wir haben ja dieses Coding Camp gemacht im Jahr 2023, ich weiß es gerade gar nicht mehr ganz genau und da waren wir eine Woche in Südfrankreich und da haben wir unsere Freischaffenden auch mitgenommen. Da haben wir dann zum Beispiel auch überlegt, wie können wir das abrechnen und ich glaube, wir haben uns darauf geeinigt,

  3. 18:11

    dass wir am Ende einen ganz normalen Arbeitstag abrechnen, obwohl die natürlich länger vor Ort waren, aber am Ende war es natürlich ein Stück weit auch ein guter Mix aus einer Weiterbildung, Freizeit und Arbeit dann. Ich finde das ganz interessant, weil, also, ich sehe jetzt immer die Perspektiven nicht und es gibt sicher Leute, die haben gute Gründe dafür, in so ein Selbstständigkeitsverhältnis zu gehen, wegen dieser Freiheit, das wird ja hauptsächlich angeführt, aber jetzt haben wir gerade ganz viele Punkte genannt, mit denen wir die Leute eigentlich an uns binden wollen und mit denen, die wir die Selbstständigen

Vorteile für den Auftraggeber 18:23–21:37

  1. 18:43

    auch an uns binden müssen, weil sonst diese ganze Investition, Merge Request, Weiterbildung und so weiter, die Zeiten, die wir da investieren, ja ein bisschen vergebens sind und da frage ich mich immer so ein bisschen, was ist denn dann der Sinn von so einer längerfristigen Anstellung von Selbstständigen? Ja, für uns sind natürlich die Freelancer schon ein großer Teil des Teams, also wir versuchen, die ins Team zu integrieren und auch dauerhaft erstmal zu halten. Grundsätzlich haben wir Freelancer natürlich, weil wir kurzfristig eine Verstärkung brauchen, wir brauchen kurzfristig ein bestimmtes Know-how

  2. 19:18

    und das ist natürlich das, was einem Freelancer liefern kann und dann sind wir aber nicht daran interessiert, jetzt zu sagen, nach einem halben Jahr ist derjenige wieder weg, dem wir auch viel beigebracht haben, sondern dann versuchen wir natürlich, die Leute auch zu halten und am Ende ist es manchmal attraktiver, wenn wir für diesen Freelancer eher einen Festangestellten, einen Festangestellten eingestellt hätten. Das ist aber manchmal nicht so schnell zu bewerkstelligen, also jemanden Gutes in der Festanstellung zu finden, das ist natürlich weitaus schwieriger als einen Freelancer zu finden,

  3. 19:50

    würde ich jetzt zumindest aus meiner Perspektive mal so sagen und bei uns ist es ja in der Vergangenheit ja noch schon öfter vorgekommen, dass wir Freelancer, Freelancerinnen bei uns festangestellt haben und das finde ich eigentlich einen schönen Weg auch festangestellt zu finden, weil man die natürlich super ausprobieren kann, man kann von deren Know-how profitieren, die bringen andere Perspektiven mit rein und wenn man sie dann später sogar für sich gewinnen kann, ist das natürlich ein traumhaftes Szenario. Aber wenn ich das jetzt richtig verstehe und um das vielleicht mal so ein bisschen überspitzt darzustellen,

  4. 20:20

    für uns wäre es eigentlich effizienter, in dem Moment, wo wir eine Hilfe brauchen, eine ausgebildete Vollzeitkraft fest einzustellen, statt einen Selbstständigen zu suchen, aber es ist nicht so einfach möglich. Ja, also da steckt ja jetzt natürlich ganz viel drin und das ist auch sehr, sehr individuell jetzt für unsere Firma. Also wenn ich jetzt zum Beispiel daran denke, dass ein großes Projekt an dem wir im Moment arbeiten, dass das zum Dezember zum Beispiel ausläuft, da bin ich sehr, sehr froh, dass wir auch Freiberufler bei uns mit im Team haben, sodass in dem Moment, wo das Team da abgebaut wird,

  5. 20:54

    dass ich nicht sage, ich sehe jetzt auf zwei, drei weiteren Vollzeitkräften, die ich dann beschäftigen muss in der derzeitigen Lage, wo die Auftragslage ja, ich glaube, nicht nur nach meinem Gefühl, sondern insgesamt ja etwas schlechter wird und da denke ich zum Beispiel, da ist es super, dass wir das Team einerseits mit vielen Festangestellten ausgestattet haben, auf der anderen Seite aber auch durch Freelancer ergänzt haben, um dann hinten raus jetzt nicht das Problem zu haben, dass wir auf einmal so ein riesen Team da sitzen haben, was in Anführungsstrichen nichts mehr zu tun hat, sondern dass wir eben

  6. 21:24

    die Freelancer letztlich für unser Payroll dann in dem Moment auch runterbekommen und unsere Festangestellten in neue Projekte einbringen können und da ist es zum Beispiel ein riesen Vorteil für uns. Also wie immer die Antwort, es kommt drauf an. Es kommt sehr drauf an. Ja und das mit der Weiterbildung ist, um da nochmal drauf zurückzukommen, ist ja ein riesen Vorteil auch für den Freelancer selbst. Also wenn ich in verschiedenen, oder ich kann vielleicht sogar von mir selbst sagen, ich war ja in unterschiedlichen Projekten immer mal so ungefähr ein Jahr, mal mehr, mal weniger, dann auch engagiert

Vorteile für den Freelancer 21:37–24:25

  1. 21:54

    und ich weiß, dass ich aus jedem Projekt unglaublich viel mit rausgenommen habe. Also ich habe ein Projekt gehabt, wo ich das erste Mal mit Scrum intensiv gearbeitet habe und da wirklich in diese Prozesse richtig cool reingekommen bin. Dann habe ich andere Projekte gehabt, wo ich die ersten Male in Laravel richtig tief eingestiegen bin. Also ganz unterschiedlich und aus jedem Projekt nimmt man natürlich was ganz anderes mit raus und immer wieder in verschiedene Projekte in ganz neue Teams reinzugehen, das ist ein Know-how, das kann man, glaube ich, kaum in einer anderen Firma so kompakt bekommen

  2. 22:25

    und das ist natürlich für den Freelancer, für die Freelancerin selbst richtig, richtig interessant. Das ist jetzt schon so ein bisschen die Perspektive aus der Sicht von uns als Firma gegen IT-Systeme, die im Freelancing tätig ist, quasi für andere Firmen, das hast bis jetzt immer du gemacht, aber so von außen erscheint mir das auch der spannendste Punkt zu sein. Auf einen Schlag für einen überschaubaren Zeitraum in ein komplett anderem Umfeld geworfen zu werden, anderer Tech-Stack vielleicht sogar ein bisschen andere einfach Muster und Verhaltensweisen und Systeme und Rituale, die man in der eigenen Firma

  3. 22:57

    nicht so hat und dann mal neuen Input zu bekommen. Das finde ich auf jeden Fall auch einen ganz spannenden Aspekt und auch ja immer ein Grund, warum es nicht ganz ausgeschlossen ist, dass ich das irgendwann auch mal mache. Genau und das ist ja wirklich gerade in der IT so schön, dass wir oder auch vielleicht wieder auch nur bei uns, aber ich denke auch bei einigen anderen, dass wir nicht an ein bestimmtes Thema gebunden sind. Also wir haben keine bestimmte Branche oder so, in der wir arbeiten. Also wir machen ja von Anwaltskanzleien bis Straßenverkehrssysteme machen wir wirklich ganz, ganz viel

  4. 23:29

    und so kommt man eigentlich immer in andere Themengebiete rein und hat immer ganz spannende, unterschiedliche Projekte, die man betreuen kann. Das ist für viele sicherlich herausfordernd. Für mich ist das immer unglaublich spannend, wieder einen neuen Themenbereich zu ergründen und man weiß das ja selbst, wenn man mal einen Arbeitsplatz gewechselt hat, dann kommt einfach so ein neuer Spirit oder seit es einen Studiengang gewechselt oder einen Master oder so. jedenfalls immer, wenn man was Neues macht, da sagt man ja auch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne und so ist es bei neuen Projekten dann auch immer.

  5. 24:02

    Das ist natürlich einerseits so die Situation, dass man seine Komfortzone verlässt, auf der anderen Seite ist es auch immer spannend und die ersten Wochen und Monate in einem neuen Projekt, da ist man ja wirklich bis in die Haarspitzen motiviert und gibt total Gas und dieses Gefühl finde ich immer wieder klasse. Das haben natürlich Freelancer mehr als der gewöhnliche in Anführungsstrichen Arbeitnehmer, die gewöhnliche Arbeitnehmerin. Für mich ehrlicherweise der größte Punkt so retrospektiv ist das Thema Networking beim Freelancen. Weil ich kann mich erinnern, dass recht viele Projekte, auch von den großen Projekten,

Networking 24:25–25:32

  1. 24:39

    die wir heute betreuen, die kommen eben aus so einem kleinen Freelancing-Projekt, wo man mal eben eine ganz kleine Sache irgendwo gemacht hat oder ist man mal in ein anderes Team reingekommen, hat neue Leute kennengelernt, hat vielleicht Leute von der eigenen Arbeit überzeugt und sowas und daraus kann dann mehr und Größeres wachsen. Das ist ja auch eine Methode, wie wir viele Aufträge bei uns generiert haben, indem wir eben freiberuflich in Teams reingegangen sind und ja, genau wie du sagst, ein großes Netzwerk dadurch auch bekommen haben an Programmierenden, an Führungskräften und man trifft sich

  2. 25:16

    eigentlich immer noch mal, wenn die Chemie gepasst hat, wenn das gestimmt hat, wenn man sich gut verstanden hat. Man ist ja sehr integriert auch in die Teams und das war für uns immer eine tolle Möglichkeit, neben den ganzen anderen positiven Aspekten, dass man darüber natürlich auch Folgeaufträge gewinnen kann, klar. Jetzt haben wir schon viel darüber gesprochen, dass wenn wir Freelancing-Aufträge annehmen, dann machen wir das als Genen-IT-Systeme, also nicht als Selbstständiger, so wie wir es am Anfang gesprochen haben, sondern als Firma und ich bin mir nicht ganz sicher, wie das dann abläuft.

Bewerbungsprozess 25:32–27:31

  1. 25:47

    Bewirbst du, Felix, dich als einzelne Person und das wird über die Firma abgerechnet oder wird das dann schon als, also ist dann unsere Firma der Vertragspartner und der Selbstständige? Wie funktioniert das auf der Ebene? Ja, bei uns ist es tatsächlich so, dass der Vertrag dann mit der Genen-IT-Systeme GmbH zustande kommt und dass darüber abgerechnet wird. Es ist aber tatsächlich so, dass ich in der Bewerbung bewerbe ich eigentlich die Person selbst, also das kann ich jetzt sein, das kannst du sein, also da würde ich wirklich einen CV von einer bestimmten Person einreichen für eine bestimmte Aufgabe,

  2. 26:23

    weil im Netz wenig nach einem Team gesucht wird, das einen unterstützt, also da steht jetzt nicht, wir brauchen drei Leute, die uns in TypeScript mit React unterstützen, sondern es ist eigentlich immer nach einem gefragt, obwohl im Hintergrund oft mehrere gesucht werden. Deswegen bewirbt man sich aber eigentlich immer dann auch als Einzelperson oder man bewirbt immer eine Einzelperson. Das ist für uns ja eigentlich ein Modus, der nicht so richtig passend ist. Wir würden ja am liebsten direkt ein ganzes Team platzieren, also von, ich sage mal, zwei oder drei Leuten, die schon total eingespielt sind

  3. 26:57

    und die den Firmen, glaube ich, einen großen Mehrwert bringen würden oder den Projekten einen großen Mehrwert bringen. Das gibt aber zumindest der mir bekannte Markt nicht so richtig her und dann kommt man da erst in Gesprächen drauf, dass wenn man sich dann platziert hat, dann kann man das natürlich sagen, hier, ich bin im größeren Team unterwegs und ich habe auch noch andere Leute, die dieses und jenes Skillset haben und dann kann man schon mal auch andere Leute mit platzieren, aber das ist nicht der gewöhnliche Weg und das spielt natürlich daher eine Rolle, weil die meisten Freelancer eben alleine

  4. 27:27

    und selbstständig unterwegs sind und das bei uns jetzt als Firma ein bisschen anderer Modus ist. Wenn ich da so an unsere Historie zurückdenke, hatten wir auch eben deswegen immer das Problem, dass wenn man jemanden empfiehlt für so eine Rolle oder für so eine Position, dass die Position üblicherweise da eine 40-Stunden-Woche erwartet und wir Leute ja auch gleichzeitig aber fest angestellt und schon in Projekten drin haben, das heißt, es ist dann irgendwie schwierig, das so zu münzen, dass wir eine Person Vollzeit entbehren können, um irgendwo anders weiterzuarbeiten, während ja trotzdem unsere normalen Projekte

Anschlussprojekte 27:31–32:17

  1. 28:02

    weiterlaufen. Ja genau, da haben wir eine ganz eigene Folge zu geplant, die da heißt ein Projekt versus mehrere, was eben zum Beispiel für einen Freelancer, für eine Freelancerin der bessere Modus ist. Will ich mich jetzt auf ein Projekt konzentrieren und das so lange machen, wie es läuft und dann ein ganz neues Projekt machen oder will ich eben parallel mehrere Projekte betreuen zu unterschiedlichen Anteilen, einfach um dieses Risiko zu minimieren, wenn ein Projekt ausläuft, dass ich dann noch ein anderes Projekt am Laufen habe und dadurch, dass es eben eine ganze Folge füllen würde, kann ich das jetzt

  2. 28:35

    hier nur abkürzen. Ich glaube, am effizientesten sind die Leute natürlich, wenn sie sich auf ein Projekt fokussieren können für eine bestimmte Zeit. Bei uns ist es aber nicht eben 100% so möglich. Ich würde jetzt sagen, dass was am meisten denkbar wäre bei uns, dass wir jemanden zum Beispiel 30 Stunden die Woche dann entbehren, in Anführungsstrichen. Das würde bei uns funktionieren, genau, weil wir natürlich hier und da immer noch andere Verpflichtungen haben, einfach weil eine ganze Firma und auch ein ganzes Team dahinter steht. Das heißt, so wie das immer ist, idealerweise sucht man den Job ja nicht erst,

  3. 29:06

    wenn man selber keinen mehr hat, sondern man muss den Job schon suchen, während man selber noch Projekte hat und schon beschäftigt ist. Aber dann hat man gleichzeitig nicht genug Zeitbudget, um das voll auszufüllen. Also dafür, dass du dich mit dem Thema nicht beschäftigt hast, stellst du dir wirklich die richtigen Fragen, das muss ich mal sagen. Danke, danke. Also du sprichst ganz viele, natürlich ganz große Probleme an, die so ein Geschäftsmodell auch mitbringt und das, was du jetzt sagst, eigentlich muss man sich um neue Projekte kümmern in dem Moment, wo man noch ein Projekt hat. Das ist ein Riesenthema.

  4. 29:38

    Ich habe, glaube ich, noch nie ein Projekt gesehen, also nehmen wir mal Stand heute, wir haben jetzt Mitte Oktober, wenn du heute nach Aufträgen suchst, dann schreibt dir keiner, ich suche jemanden ab März. Das wird niemand tun, weil da, wo Freelancer eingesetzt sind, das ist ja genau das Wesen des Freelancers. Der muss kurzfristig verfügbar sein, der bringt sein Know-how ein, da, wo es gerade fehlt und das sind ja genau Momente, in denen irgendwo eine Mitarbeiter weggefallen ist, irgendwo ein Projekt zu groß geworden ist, vielleicht irgendwo in ein Projekt reingekommen ist, was nicht langfristig

  5. 30:12

    geplant werden konnte und da brauche ich jetzt kurzfristig intensive Verstärkung und das führt dazu, dass die ganzen Projekte, die ausgeschrieben sind, eigentlich zum allergrößten Teil ab sofort sind und das heißt manchmal wirklich heute und manchmal heißt das zum Beginn des nächsten Monats, aber viel mehr Vorlauf ist da nicht. Und genau wie du sagst, eigentlich will ich ja mein Anschlussprojekt schon haben in dem Moment, wo ich in einem Projekt drin bin, wo ich weiß, das läuft in einer bestimmten Zeit aus und diesen Anschluss aber hinzubekommen, ist fast unmöglich. Das heißt, du hast ganz automatisch

  6. 30:45

    entweder einen Overlap in die eine Richtung, wo du nichts zu tun hast, während das alte Projekt schon beendet ist, aber kein neues da ist oder umgekehrt, du hast dann zwei Projekte gleichzeitig für so eine Übergangsphase. Ja genau, zwei Projekte gleichzeitig funktioniert eigentlich nicht, von daher hast du immer diese Leerlaufphase zwischendurch. Ich fand die immer ganz angenehm, aber die findet man eben auch nur so lange angenehm, bis man, oder so lange man ein Folgeprojekt hat oder aus seinen Rücklagen ganz gut leben kann. In dem Moment, wo man ins Ungewisse steuert und eben noch kein neues Projekt hat

  7. 31:17

    und weiß aber, da muss jetzt in ein, zwei Monaten was kommen, sonst habe ich ein Problem, ist das natürlich eine unglaublich unangenehme Situation, mit der viele Leute auch nicht gut leben können und weshalb viele Leute wahrscheinlich auch sich nicht für das Freelancertum entscheiden, weil man damit wirklich leben können muss mit so einer Situation. Da haben wir jetzt als Vorteil, dass wir eben als Firma agieren, wo man im Zweifel auch noch ein paar KollegInnen hat, die dann in ihren eigenen Projekten weiterarbeiten und noch so ein bisschen auffangen können. Aber ich kann mir vorstellen, als wirklich Selbstständiger,

  8. 31:47

    der da nichts anderes hat, ist das schon eine schlimme Zeit. Ja, genau. Jetzt müssen wir aber zu uns vielleicht noch dazu sagen, also diese Freelancer-Jobs, das macht jetzt nicht den Großteil unserer Arbeit und unserer Firma jetzt heutzutage aus. Also das war früher mal anders, aber heute würde ich sagen, haben wir schon mindestens 75 Prozent wirklich. Das ist immer die Frage, wie man diese Projekte differenziert. Aber Projekte, die wir mit dem Team, mit unserer Firma machen und wo jetzt nicht Freelancer draufsteht, also da ist es natürlich schon ein bisschen anders. Und vielleicht muss ich zum vorherigen Punkt

Bezahlung und Rücklagen 32:17–34:08

  1. 32:18

    noch kurz sagen, man hat natürlich immer den Leerlauf zwischen den Projekten, aber ganz klar ist natürlich auch, in dem Moment, wo ich ein Projekt habe, wird es natürlich auch sehr gut bezahlt, in den allermeisten Fällen zumindest. In dem Moment, wo ich jetzt ein Jahr ein Projekt gehabt habe, muss ich eigentlich die Möglichkeit gehabt haben, mir auch einen Puffer aufzubauen, um zwei, drei, vier Monate dann nicht zu arbeiten. Ich glaube, so sparsam muss man in der Zeit sein. Natürlich gibt es jetzt Leute, die gerade anfangen, die einen niedrigen Stundensatz ansetzen müssen oder jemand, der händeringend gesucht hat

  2. 32:45

    und deswegen gesagt hat, ich gehe vom Stundensatz ein bisschen runter oder jemand, der seine Freizeit wertschätzt und sage, ich mache vielleicht nur vier Tage die Woche und dadurch ein etwas geringeres Einkommen erzielt. Aber insgesamt muss man ja sagen, ist die Stunde doch immer schon sehr gut bezahlt. Also wir reden ja wirklich bei IT-Freelancern, vielleicht jetzt im Frontend-Bereich von Stundensätzen. Ich meine, ich hätte was von 70 Euro im Durchschnitt gelesen. Bei uns liest er meist ein bisschen höher, aber das sind ja sehr, sehr auskömmliche Stundensätze, mit denen man sich eigentlich einen Puffer

  3. 33:14

    auch aufbauen sollte und das ist sicherlich einer der großen Vorteile bei der Freelancerei, dass man, wenn man denn beschäftigt ist, natürlich auch ein sehr, sehr gutes Geld verdienen kann. Das ist dann für die Freelancenden Kollegen oder sage ich mal jetzt in deinem Fall für dich ja besonders praktisch, weil du ja trotzdem über die Firma weiter, Rente und Sozialversicherung und alles bekommen hast, während sich da wirkliche Selbstständige noch von kümmern müssen mit dem Gehalt, das sie da bekommen. Ja, das stimmt jetzt auch nicht, weil ich ja geschäftsführender Gesellschafter, der gegen die Systeme GmbH bin

  4. 33:48

    und da hat man so einen besonderen Status, den ich noch nie so richtig verstanden habe. Insgesamt führt das aber dazu, dass ich eben weder gesetzlich Rentenversichert bin, noch die anderen Sozialversicherungen so in der Form habe, wie das andere Arbeitnehmende haben. Na gut, okay. Das ist ja eine besondere Ausnahme auf der Ausnahme. Was mich noch interessiert, so ein paar Stichpunkte habe ich mir jetzt doch gemacht, während du geredet hast. Wie kommt man denn da dran? Also zum einen, wir als Leute oder wir als Firma, die einzelne Personen als Freelancer ausleihen wollen oder auch umgekehrt einzelne Personen,

Auftragsgewinnung 34:08–36:53

  1. 34:27

    die wir bei der Unterstützung unserer Projekte brauchen? Das ist natürlich jetzt auch wieder eine eigene Folge, die da heißt Akquise und Projektgewinne, sage ich es jetzt mal. Also da kann man natürlich wirklich eine ganze Folge füllen, aber vielleicht um einen Tipp hier mal in die Runde zu schmeißen und die Folge nicht ganz leer zu lassen hier. Es gibt natürlich einen Haufen Freelancer-Portale erstmal. Also nehmen wir vielleicht mal sowas wie freelance.de. Da habe ich jetzt gar nicht selbst viel drauf gemacht, aber das ist natürlich so ein Portal, was es gibt und da werden natürlich schon mal haufenweise

  2. 35:00

    Aufträge gepostet. Die waren jetzt für mich nicht so wahnsinnig ergiebig bisher, aber das ist natürlich ein klassischer Weg wirklich über diese Freelance-Websites und da gibt es zig von, da noch Aufträge zu finden. Zweiter großer Markt sind die ganzen sogenannten Personalberater, Personalvermittler, über die viele große Firmen dann auch gehen und da habe ich selbst schon über einige was gemacht. Ich glaube, Michael Page war zum Beispiel mal dabei und die anderen fallen mir jetzt nicht direkt ein, aber da gibt es jedenfalls einen Haufen Personalvermittler, die einen dann auch an solche Aufträge vermitteln

  3. 35:33

    und wenn man in deren Katalog erstmal gelistet ist, dann schreiben die einen auch immer wieder mit Aufträgen an, die dann meistens weniger als besser passen. Also versteht man das, was ich sagen will? Also meistens kommen die mit vielen Anfragen um die Ecke, die aber nicht so gut passen zu dem Skillset. Aber manchmal ist was dabei und dann kann man da zusammenkommen. Da steigen wir natürlich jetzt aber schon tiefer ein, weil die den Nachteil haben, dass die natürlich immer eine Provision kriegen und das drückt dann den eigenen Stundensatz und viel schöner ist natürlich, wenn man mit der Firma,

  4. 36:01

    wo man arbeitet, direkt einen Vertrag hat. Aber das sind dann wirklich Details, auf die können wir, glaube ich, hier heute nicht unbedingt eingehen. Es gibt jedenfalls wirklich viele Möglichkeiten, an freiberufliche Aufträge dranzukommen und ich denke, dass jeder so seinen eigenen guten Weg auch finden muss. Also ich könnte jetzt kein Patentrezept hier rausgeben, wo ich sage, das wird jetzt bei jedem Freelancer so funktionieren, weil ich es wirklich auch schon gesehen habe, dass ich vielen Freelancern Tipps gegeben habe und bei denen hat das nicht so funktioniert wie bei mir. Also das ist wirklich sehr unterschiedlich,

  5. 36:30

    wie man da an die Aufträge und Sachen drankommt. Also viele gehen zum Beispiel auch hin und machen sich ja selbstständig mit dem Gedanken bei ihrem ursprünglichen Arbeitgeber oder bei ursprünglichen Kunden, also vorherigen Kunden von der Firma, wo sie vorher waren, dass sie da einen freiberuflichen Vertrag bekommen und das funktioniert bei vielen sehr gut und ist meistens ein ganz guter Einstieg. Also das ist wirklich sehr unterschiedlich. Du hast jetzt offensichtlich schon viel Erfahrung gesammelt in beide Richtungen, sowohl als jemand, der Leute anstellt, als auch selber angestellt werden. Hast du vielleicht

Vertragsgestaltung 36:53–39:19

  1. 37:01

    aus dem Stand irgendwelche Tipps oder Tricks oder Hinweise, auf die man achten soll, wenn es um die Verträge geht, zum Beispiel irgendwelche Klauseln, von denen du weißt, oh, das ist gefährlich, irgendwelche Sachen, auf die du Wert legst, wenn es um solche Verträge geht? Ja, also ich bin jetzt wirklich derjenige, der, glaube ich, am wenigsten Verträge und rechtliche Absicherung macht von allen Menschen, die ich kenne. Also ich bin wirklich ein sehr, sehr großer Fan davon, einfach gut zusammenzuarbeiten. Und in dem Moment, wo man gut zusammenarbeitet, ist jeder Vertrag auch einfach nur Papier. Das ist naiv

  2. 37:39

    und ist mir auch schon hier und da auf die Füße gefallen. Aber insgesamt finde ich das einfach einen sehr schönen Weg und ja, ich finde das immer dann auch Anwälte drauf gucken zu lassen und so, das finde ich immer so, das finde ich so sperrig und ich mache das nicht gerne. Von daher bin ich da der Schlechteste, den du fragen kannst. Was ich dir aber schon sagen kann, ist, dass in diesen Personalvermittlerverträgen vor allem oft so Sperrklauseln drin sind. Also da steht, du gehst jetzt in ein Unternehmen rein und dann steht in diesem Vertrag von diesem Personalvermittler drin, du darfst für dieses Unternehmen

  3. 38:13

    in der Zeit von ein oder zwei Jahren, nachdem du da ausgestiegen bist, also nachdem das Projekt nicht mehr läuft, darfst du mit diesem Unternehmen nicht privat oder eben über deine Firma eigene Verträge machen. Und das ist natürlich schon irgendwie ein Hindernis, weil sich aus so Freelancer-Verträgen natürlich auch Folgeaufträge ergeben und dann wäre jetzt nicht der erste Weg zu sagen, ich gehe jetzt zu diesem Personalvermittler hin, der mir eigentlich in dem Moment keinen Mehrwert bringt, sondern dann will ich natürlich selbst mit der Firma den Vertrag machen und vielleicht einen höheren Stundensatz erzielen

  4. 38:47

    und auf diese Provision verzichten, die dazwischen ist. Und damit will ich jetzt gar nicht die Arbeit der Personalvermittler schmälern und die sollen auch ihr Geld beim Erstvertrag gerne verdienen, aber ich denke, spätestens danach muss man doch irgendwie gucken, wie man dann einen eigenen Weg findet. Und das ist vielleicht was, wo man zumindest mal darauf achten kann, was da für Sperrzeiten drin sind und wie das formuliert ist. Und vielleicht kriegt man das noch rausdiskutiert. Felix, ich bin mit meiner Liste durch. Ich weiß jetzt nicht, ob du noch irgendwelche dicken Punkte auf deinen hast, die du unbedingt loswerden möchtest.

Freelancing und New Work 39:19–42:24

  1. 39:19

    Ja, sind wir schon genug auf die Vorteile des Freelancings eingegangen, weil ich denke, wir haben jetzt ganz vielen Leuten Angst gemacht, Freelancer zu sein. Dabei ist das ja eigentlich eine tolle Möglichkeit, heute zu arbeiten. Und wenn wir da hier Stichwort New Work mal anbringen und flexible Arbeitszeiten und alles, was die neueren Generationen an Arbeitsverständnis mitbringen, da passt das Freelancing eigentlich perfekt drauf. Und deswegen ist das ja insgesamt eine ganz tolle Möglichkeit zu arbeiten. Wenn man mal dieses ganze Risiko und so weiter, die ganze Selbstorganisation, die dazu gehört,

  2. 39:53

    wenn man die ganze Bürokratie, wenn man das alles an die Seite schiebt, dann bleibt ja ein ganz, ganz toller Job, in dem man ganz viele Freiheiten hat, sei das jetzt von Arbeitszeit, aber auch vom Arbeitsort. Man hat eine attraktive Vergütung, man ist nicht direkt weisungsgebunden, man ist sein eigener Chef in Anführungszeichen. Man hat ganz viele unterschiedliche spannende Projekte, Branchen, die man reingucken kann und man bekommt dann gleichzeitig noch viel Know-how mit. Also eigentlich ja eine ganz tolle Möglichkeit zu arbeiten. Ich finde das lustig, dass du sagst, man soll den ganzen Bürokratie

  3. 40:25

    und Sicherheitskram einfach mal ignorieren, aber das ist ja ein Riesenbaustein dieser ganzen Selbstständigkeit und auch eigentlich der Grund, warum ich für mich festgestellt habe, dass das für mich keine Option ist, weil alleine schon diese Akquise, ständig gucken, was mache ich als nächstes und sowas, das stelle ich mir vor und höre ich auch von manchen Selbstständigen einfach großer emotionaler Stress, den man die ganze Zeit mit sich rumträgt und ich hätte gesagt, Felix, mach es doch so wie ich, such dir einfach einen coolen Arbeitgeber, wo du festangestellt bist und diese ganzen Vorteile hast von flexibler Arbeitszeit

  4. 40:55

    und flexibler Bürozeit und so weiter und habe trotzdem den Vorteil von einer geregelten Renteneinzahlung und Sozialversicherung und alles das. Also aus meiner Sicht klingt Selbstständigkeit überhaupt nicht attraktiv, ehrlicherweise. Ja, ich glaube, das muss dann wirklich jeder für sich selbst so werden und ich bin natürlich weit entfernt davon zu sagen, dass es nicht auch coole Arbeitgeber gibt, also nehmen wir uns mal allen voran. Nein, aber es gibt natürlich tolle Jobs und für ganz viele Leute ist das genau das Richtige und jetzt, wo ich zwei Kinder habe, merke ich natürlich auch, dass so eine gewisse Sicherheit

  5. 41:29

    auch im Job, dass die natürlich auch wahnsinnig viel wert sein kann. als ich noch Student war, noch jünger war und keine größeren Fixkosten hatte, noch bei Mutti gewohnt habe, natürlich ist das da eine andere Situation, in der man Freelancer sein kann, als in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, die es natürlich so da draußen gibt. Also das muss wirklich jeder für sich selbst bewerten und jeder sieht das auch anders und Kay, bei dir weiß ich, dass du schon auch auf diese Sicherheit bedacht bist und das kann ich zu 100% nachvollziehen, auch wenn das nicht mein Modell wäre. Ich finde es auf jeden Fall

  6. 42:02

    ganz spannend, so wie wir das haben, als Firma auch die Option für Freelancer zu haben. Ich weiß nicht, ob wir das so sagen, aber wir haben schon einige Freelancer und genau zu den Vorteilen, die du es eben genannt hast, ist das für unsere Zwecke bis jetzt immer genau das Richtige gewesen. Arbeitskraft, wenn man sie braucht und dann aber auch relativ unflexig, also unverbindlich, wollte ich sagen. Wie nimmst du denn bei uns die Freelancer und Freelancerinnen wahr? Wie, also was sind das für dich für Teammitglieder? Also ich versuche natürlich alle Teammitglieder gleichzustellen, das stimmt schon.

Integration von Freelancern im Team 42:24–45:07

  1. 42:37

    Nichtsdestotrotz muss ich gestehen, dass diese Idee von die Menschen könnten jetzt jederzeit wieder weg sein oder ich weiß schon, dass das jetzt nur für die Laufzeit dieses Projekts ist, was ein Jahr lang geht, ein bisschen anderes Mindset habe als für Menschen, die festangestellt sind und von denen ich erstmal ausgehe, dass sie jetzt bis zur Rente bei uns arbeiten. weil wir haben schon darüber gesprochen, wir machen sehr ausführliche Code Reviews, wir geben Leute auch Projekte, die sich vielleicht finanziell nicht so unbedingt lohnen, aber denen neue Technologien vermitteln und das ist ja sehr,

  2. 43:12

    sehr viel Zeit und Geld und Mühe, die wir investieren und dann wünsche ich mir und dann wünsche ich mir auch in der Zukunft, dass sich das auszahlt wieder mehr oder weniger und nicht, dass ich das jetzt alles reinbutte und in einem Jahr ist die Person dann weg. Jetzt hatten wir es glücklicherweise so, dass die Freelancer, die wir beschäftigt haben, sich wirklich als Teammitglieder etabliert haben, die auch mehrere Jahre bei uns sind und voraussichtlich auch noch länger bei uns sein werden und wo sich auch teilweise Festanstellungen daraus ergeben haben. Thema Scheinselbstständigkeit wolltest du noch ansprechen

  3. 43:45

    und dann fällt es mir schon deutlich leichter, die auch, also was heißt deutlich leichter, ist jetzt nicht so, als ob ich die ansonsten ignoriere, wenn sie Freelancer sind, aber so ganz irrational persönlich habe ich ein besseres Gefühl, wenn ich weiß, okay, die sind jetzt Teil des Teams. Also ich weiß ja auch, dass du gerne Festangestellte um dich herum hast und das ist ja auch ein Grund, warum wir den ein oder anderen Freelancer, die ein oder andere Freelancerin bei uns inzwischen auch festangestellt im Team haben, weil wir auch sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht haben und dann gesagt haben,

  4. 44:17

    komm, das ist jetzt das Richtige, dass wir das auch auf eine dauerhafte Basis stellen. Für mich sind Freiberufliche ganz normale Teammitglieder. Also ich mache da keinen Unterschied. Das ist natürlich auch wieder ein bisschen unter Vorbehalt, weil natürlich ganz viele Punkte wegfallen. Also ich verhandle mit denen zum Beispiel jetzt nicht groß über die über das Gehalt oder solche Geschichten oder mit Urlaub und so hat man natürlich dann andere und auch weniger Themen und dadurch fehlt natürlich so eine gewisse Komponente, aber an sich muss ich schon sagen, das sind für mich ganz normale Teammitglieder

  5. 44:51

    und ich gehe jetzt auch nicht davon aus, dass Leute dann in einem halben oder einem Jahr oder zu Ende des Projekts weg sind, sondern mein Gedanke ist immer, wenn die ihre Leistung bringen, dann will ich die so lange bei mir halten, wie das irgendwie möglich ist und irgendwie wirtschaftlich auch rational ist. Das ist doch ein schönes Schlussplädoyer, würde ich sagen. Ja, hättest du nicht die Scheinselbstständigkeit angesprochen? Okay, komm, sag es. Ja, das müssen wir, glaube ich, hier noch kurz reinwerfen, dass man natürlich als Freiberufler, als Freiberuflerin immer so die Gefahr läuft, dass man in dieser

Scheinselbstständigkeit 45:07–49:23

  1. 45:23

    Scheinselbstständigkeit abdriftet und zur Scheinselbstständigkeit selbst, das ist ja eine rechtliche oder ein rechtliches Konstrukt, um Arbeitnehmer, Arbeitnehmerinnen zu schützen, dass die eben nicht in scheinselbstständigen Tätigkeiten angestellt werden. Also will heißen, der Arbeitgeber zahlt einen Stundensatz und spart sich über die ganze Sozialversicherung und so weiter und der Arbeitnehmer ist aber eigentlich wie ein Festangestellter, nur dass das auch vertraggebend ist und das ist für ganz viele Branchen und vor allem in der Vergangenheit für ganz viele Leute wäre das ein sehr, sehr schlechter Zustand gewesen.

  2. 45:59

    Heute ist es eigentlich eher umgekehrt. Alle Leute, die ich kenne, die von Scheinselbstständigkeit sprechen, reden da sehr negativ drüber, weil ich das von mir selbst erfahren habe. Ich bin aus einem Projekt nach einem Jahr rausgekegelt worden, weil da die Policy war, wir müssen nach einem Jahr alle Freelancer einmal rauskehren, um nicht dieses Risiko der Scheinselbstständigkeit zu haben, also um nicht plötzlich in die Verpflichtung zu laufen, denen zum Beispiel Rentenbeiträge zu bezahlen und so weiter und so fort oder denen eben einen Arbeitsvertrag geben zu müssen. Und das war jetzt bei mir gar kein Problem,

  3. 46:29

    weil ich eigene Arbeitnehmende habe, eigene Mitarbeitende und weil ich selbst werbend am Markt tätig bin und da gibt es so einen Haufen Kriterien, wann man selbstständig ist und wann man nur scheinselbstständig ist. Aber nichtsdestotrotz bin ich da auch unter die Räder gekommen und ja, das ist so ein Thema, mit dem, ich glaube, da kann ich jetzt nicht vollumfänglich darüber informieren, aber jeder, der sich selbstständig macht, sollte sich damit einmal beschäftigen und das Thema kommt immer dann auf, ich sage mal so grob über den Daumen, wenn ich irgendwo länger als ein Jahr tätig bin und nur einen Auftraggeber habe,

  4. 47:01

    dann kann ich eben in dieses Problem laufen, dass mir eine Scheinselbstständigkeit unterstellt wird und das ist für den Freelancer, für die Freelancerin eigentlich kein Problem, das ist eher ein Problem für den Arbeitgebenden, also zum Beispiel für uns, weil wir nämlich das Problem haben, wenn wir jetzt jemanden bei uns haben, der dann scheinselbstständig, also dem eine Scheinselbstständigkeit dann attestiert wird, dann müssten wir für die ganze Zeit, wo er bei uns gearbeitet hat, wo sie bei uns gearbeitet hat, müssten wir die ganzen Sozialversorgungsbeiträge und alles nachzahlen und das natürlich

  5. 47:29

    mit immensen Kosten verbunden, die man sich gerne sparen will. Also um das nochmal so zu sagen, das ist der Staat, der das festlegt, dass man scheinselbstständig ist oder das Finanzamt oder irgend so eine offizielle Stelle eben. Ja, ich glaube, dass das am Ende das Finanzamt ist, wer das dann genau macht, weiß ich nicht. Man kann das tatsächlich auch feststellen lassen, also du kannst irgendwo hingehen und kannst sagen, hier, stellt mal fest, ob dieses Arbeitsverhältnis bedroht von einer Scheinselbstständigkeit ist und dann können die das tatsächlich auch sagen und da kann man so ein Feststellungsverfahren

  6. 47:59

    machen, das hat mir unser Steuerberater mal vorgeschlagen, zu der Situation kam es da nicht, weil wir dann freiberufliche Personen dann eingestellt haben bei uns, also wirklich als Festanstellung. Aber die Möglichkeit gibt es vielleicht eine Idee für die Menschen da draußen. Also nochmal auch für mich, weil ich mit dem Begriff nicht so ganz viel bin, das ist jetzt keine Firmenpolicy oder Vertragssache, sondern der Staat sagt einfach, so sind die Regeln. Genau, der Staat will eigentlich seine Abonnehmer schützen und will sagen, bevor ihr hier so zeitarbeitsmäßig jahrelang in einer Firma arbeitet,

  7. 48:29

    aber keinen richtigen Arbeitsvertrag bekommt, mache ich eine gesetzliche Regelung dafür, dass ihr, oder dass der Arbeitgeber dann in dem Moment verpflichtet ist, euch wirklich eine Festanstellung zu geben und das ist aber eigentlich genau das, was ein IT-Freelancer jetzt im Speziellen eigentlich nicht will und deswegen ist es in der Richtung eigentlich so ein bisschen nach hinten losgegangen. Ich wollte nämlich auch sagen, dass ich jetzt in meiner Mental Mind Map zu dieser Folge schon vier andere Podcast-Strenge aufgemacht habe in alle möglichen Richtungen. Mindestens. Und auch, je weniger ich mir aufschreibe,

  8. 49:00

    desto länger werden die Gespräche, weil das dann eben Themen sind, in denen ich nicht so drin bin, aber die mich ja doch irgendwie so am Rande existieren. Also von daher würde ich jetzt an der Stelle schon mal sagen, vielen Dank für die aufschlussreichen Erklärungen, Felix. Ja, sehr gerne, sehr gerne. Ja, ich finde das Thema auch sehr ergiebig und ich denke, Inspiration für die nächsten Folgen haben wir auf jeden Fall und müssen da an die eine oder andere Stelle nochmal anknüpfen. Ich habe noch eine Grafik, die ich hier nicht unerwähnt lassen kann. Die habe ich nämlich von Freelance.de, deswegen bin ich auch

Aktuelle Marktlage 2024 49:23–51:40

  1. 49:28

    eben mal drauf gekommen und die haben über 1500 Freelancer befragt zur aktuellen Akquise-Situation und das habe ich, glaube ich, eben auch schon mal in so einem Nebensatz erwähnt. Das ist jetzt aktuell 2024 gefühlt viel, viel schwieriger ist, freiberufliche Aufträge zu bekommen. Früher wurde ich wirklich, also wirklich Folgespam mit Aufträgen und hatte also mindestens mal zwei, drei attraktive Sachen die Woche in meinem Postfach und hatte so den Luxus, dass ich mir fast aussuchen konnte, was ich mache, also vorbehaltlich, dass man da auch genommen wird und also spielt natürlich ganz viel rein.

  2. 50:04

    Jedenfalls waren aber die Möglichkeiten zuhauf da und in meiner Wahrnehmung ist das jetzt nicht mehr der Fall und ich habe im letzten halben Jahr auch mit vielen anderen drüber gesprochen, die das alle ähnlich sehen und um das zu untermauern, habe ich jetzt eben von Freelance.de diese Umfrage hier gefunden, die von 2024 jedenfalls ist, im Monat habe ich jetzt nicht da und da ist mal verglichen worden mit der Frage, wie lief die Akquise neuer Projekte, wie das sich 2022, 2023 und 2024 entwickelt hat und 2022 war es tatsächlich so, dass noch 13% der Freelancer gesagt haben, dass es sehr leicht war,

  3. 50:41

    ein neues Projekt zu finden, 13% 2022 und jetzt ist es nur noch 4% in 2024, die sagen, es war sehr leicht, ein neues Projekt zu finden und auf der anderen Seite haben 2022 nur 8% gesagt, dass es sehr schwer war, ein neues Projekt zu finden und in 2024 sagen 15%, dass es sehr schwer war, ein neues Projekt zu finden und das spiegelt für mich auch so ein bisschen die aktuelle Markt- und Auftragslage wieder, also das einfach mal so als Information nach draußen raus, ohne da jetzt immer mal Angst machen zu wollen. Noch ein Grund mehr festangestellt zu sein, Felix, stell dir vor, jetzt Freelancer und du brauchst

  4. 51:20

    ein Anschlussprojekt um Himmels Willen. Ja, da muss man sich natürlich ein Stück weit differenzieren, was wir versuchen. Wir versuchen eben mit unserer hoffentlich sehr, sehr hohen Qualität zu punkten und bisher hatte ich so das Gefühl, wenn man dann ein Projekt hat, was auf das Skillset passt, dann konnten wir uns auch oft da platzieren. Bin gespannt, wie das in Zukunft aussieht. Fantastisch, Felix, vielen Dank für die Einsichten. Ich danke dir auch für die super spannenden Fragen und sehr präzisen Fragen, die du gestellt hast. Also dafür, dass du gesagt hast, du hast damit nicht viel zu tun,

Outro 51:40–52:20

  1. 51:52

    fand ich, war das schon sehr, sehr passend. Wie war der Tee? Der steht hier unangetastet. Ich habe so viel erzählt, dass ich nicht einen Schluck genommen habe, aber ich tue dir den Gefallen und ein bisschen ASMR. Ja, ist nur noch allenfalls lauwarm, aber hervorragend und lecker. Wunderbar. Bis zum nächsten Mal. Wir hören uns.

03 — Weiterhören

Nebenan im Webcafé

Alle zwei Wochen montags eine neue Folge über Webentwicklung, Codequalität und die Art, wie wir zusammenarbeiten.

Alle 52 Folgen
04 — Feedback

Fragen an Felix und Kay?

Themenwunsch, Widerspruch oder eine Frage aus Deinem Projektalltag — schreib uns. Was uns erreicht, landet regelmäßig in einer der nächsten Folgen.

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