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Webcafé — Folge 43

Effizienz & Lifestyle-Teilzeit

In dieser Folge knüpfen Felix und Kay an den Jahresrückblick aus der letzten Episode an — diesmal mit dem Blick auf die Frage, wie Unternehmen effizienter arbeiten können.

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Folge 43 Effizienz & Lifestyle-Teilzeit 57 min · 11 Kapitel
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Am Mikrofon

01 — Worum geht es

Worum geht es?

In dieser Folge knüpfen Felix und Kay an den Jahresrückblick aus der letzten Episode an — diesmal mit dem Blick auf die Frage, wie Unternehmen effizienter arbeiten können. Es geht darum, woran sich Effizienz überhaupt messen lässt, welche Stellschrauben im Arbeitsalltag wirklich etwas bringen und warum manche vermeintlich kleinen Themen überraschend großen Einfluss haben.

Dabei sprechen die beiden unter anderem über Meetings, Rüstzeiten, Context Switching, direkten Kundenkontakt im Team und Kays Erfahrungen mit seiner 4-Tage-Woche.

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Kernaussagen

  • Ich merke das bei so vielen Projekten, in denen Kunden unzufrieden sind: Die allermeisten Themen hängen irgendwo an der Kommunikation. Wenn man Sachen transparent und frühzeitig kommuniziert, räumt man ganz viele Probleme aus dem Weg.

    Felix ab 18:38 anhören
  • Wir rechnen nicht jedes Meeting ab.

    Felix ab 19:31 anhören
  • Bei kleineren Projekten habe ich viel mehr mit den Leuten zu tun, die das Projekt in Auftrag gegeben haben, und kann mit denen sprechen, die es nachher auch benutzen – auf dem allerkürzesten Dienstweg.

    Kay ab 27:48 anhören
  • Am effizientesten laufen die Projekte – wirtschaftlich und auch was die Zufriedenheit des Kunden angeht –, wenn ein Mitarbeiter die Verantwortung für das Projekt hat und nicht alles über mich oder einen Projektmanager läuft.

    Felix ab 36:09 anhören
  • Für die Kunden ist es viel wert, wenn sie merken, dass da Leute sitzen, mit denen sie direkt über den Code sprechen können und mit denen dann auch wirklich programmiert wird. Statt dass zwei, drei Abstraktionsstufen Management dazwischenliegen.

    Kay ab 38:33 anhören
  • Es ist ja kein Ding der Unmöglichkeit, jemanden zu integrieren, der 30 oder 25 Stunden die Woche arbeitet. Wenn Leute damit zurechtkommen, fällt es mir schwer, Argumente dagegen zu finden.

    Felix ab 53:51 anhören
02 — Transkript

Das Gespräch, Wort für Wort

Kapitel

11.462 Wörter in 11 Abschnitten. Jede Zeitmarke springt an die passende Stelle im Audio. Automatisch transkribiert und maschinell nachkorrigiert — im Zweifel gilt das Gesprochene.

Intro 0:00–4:32

  1. 0:00

    Ja, hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von unserem Webcafé,

  2. 0:08

    unserem inzwischen zwei wöchentlichen Podcast rund um die Themen Webentwicklung und Unternehmenskultur. Jetzt hast du es gejingst. Ich freue mich heute ganz besonders über meinen Partner, mit dem ich alle zwei Wochen aufnehme, und das ist der Kay. Hallo Felix, hallo liebe Menschen da draußen. Was habe ich denn gejingst, Kay? Naja, jetzt hast du groß angekündigt, dass es wirklich zwei wöchentlich ist und jetzt gerade ist bestimmter Abbruch dann. Ach, das meinst du. Ich dachte, du wolltest darauf hinaus, dass wir jetzt mit Kamera aufnehmen. Nein. Das erste Mal als Testrecording. Vielleicht sieht der eine oder andere da draußen mal ein Schnipsel,

  3. 0:44

    zum Beispiel auf unserem neuen Instagram-Account, den es inzwischen gibt. Den hat uns unsere Producerin angelegt. Und da gibt es jetzt immer so ein bisschen Schnipsel aus dem Podcast hier und ein paar Hintergrundinformationen. Also wer da Lust hat, das schon zu abonnieren, obwohl noch nicht ein einziger Beitrag online ist, der ist dazu herzlich eingeladen. Also das ist, tja, wie macht man das im Instagram-Slang, at Webcafé, also instagram.com und dann slash Webcafé-Podcast.

  4. 1:12

    Obwohl, dann ist es wahrscheinlich sogar auch at Webcafé-Podcast, ne? Genau, alles klein, alles zusammen. Wir packen es in die Shownotes. Genau, Beschreibung. So ist es. Kay, was hast du mitgebracht an Getränken? Ja, ich bin ja krank oder zumindest in den Auslauf in der Krankheit. Ich weiß nicht, ob man es hört oder vielleicht auch sieht. Und deswegen habe ich mich in der letzten Woche eigentlich die ganze Zeit nur von einer Teemischung ernährt. So sehr, dass wenn ich glaube, dass ich jetzt zum Arzt müsste und Ader lassen, dass dann der Tee direkt einfach wieder aus mir rauskommt. Aber es ist auch eine gute Gelegenheit, meinen Resttee loszuwerden.

  5. 1:43

    Und ich habe nämlich im Prinzip seit einer Woche trinke ich losen Kamillentee im Beutel, beigemischt mit irgendeinem anderen Tee, der so rumsteht und weg muss, damit ich wieder frischen Tee für den Podcast holen darf. Und deswegen trinke ich den jetzt hier literweise so nebenbei. Hat man, glaube ich, gerade schon gesehen. Also sehr unspektakulär insgesamt, aber gut für den Hals und für die Seele. Herrlich. Ja, ich habe ja letztes Mal schon gesagt, dass ich fast das Problem habe, dass ich inzwischen zu viele Tees habe. Und ich habe heute einen mitgebracht. Ich halte nie mal die Kamera. Das ist natürlich fies für alle, die jetzt nur auf Audiospur mithören.

  6. 2:15

    Der heißt Männertraum. Ist auch ein eingetragenes Warenzeichen. Und das ist ein Ayurvedger Kräutertee. Ich lese das gerade mal hier ab. Mit Ingwer-Ginseng-Geschmack. Und die Zutatenliste ist so lang wie exklusiv. Da sind Apfelstücke, Räubos, Ingwerstücke, Bohnenschalen, Zimtrinde, Mistelkraut, Lemongras, Johanniskraut, schwarzer Pfeffer, Nelken, Kardamom, Ginsengwurzel und Zitronenschalen drin. Also das hört sich doch immer fantastisch an, oder? Achso, richtig, dass man die Stücke sieht oder so klein geschreddert, dass es alles sein könnte? Ja, pass auf. Ich gucke gerade mal eben rein. Das ist eher grob gewesen.

  7. 2:50

    Aber nee, es ist eher super grob. Jedenfalls habe ich diesen Tee geschenkt bekommen von zwei lieben Freunden, die mir gleich zwei Tees mitgebracht haben. Und ja, da musste ich den natürlich hier direkt im Podcast mitbringen. Und er schmeckt ganz hervorragend. Also super kräuterig. Ich kann da jetzt keine einzelnen Noten ausmachen, außer vielleicht das Zitronengras und den Ingwer. Also super Kräutertee. Trinke ich ja sonst gar nicht so viel. Aber jetzt gerade schmeckt er mir ja wirklich besonders gut, muss ich sagen. Und dann vielleicht noch einen kleinen Shoutout, ohne dass wir wieder bezahlt werden dafür.

  8. 3:21

    Das ist vom Teehaus Grünes Meer in Köln. Und das kannte ich vorher nicht, habe mir das aber sehr wärmstens empfehlen lassen. Und war auch mal auf deren Website, beziehungsweise habe mir das bei Google angeguckt. Und Kay, das sieht wirklich aus wie so ein kleiner Crema-Laden. So alles total vollgestopft, ganz klein. Und dann bis an die Decke mit so Teedosen. Also wenn ich da mal vorbeikomme, statte ich dir mal auf jeden Fall einen Besuch ab. Ach, da warst du gar nicht selber? Nein, nein, ich habe mir den ja schenken lassen. Ach so. Unaufgefordert, aber ich nehme es natürlich gerne. Gut, gut. Ja, Kay, haben wir Hausmeister-Themen oder sollen wir direkt einsteigen?

  9. 3:58

    Ja, ich habe keine. Hast du welche? Also jetzt den Instagram-Kanal hast du ja schon genannt. Das freut mich natürlich. Jetzt sind wir totale bekannte Influencer. Ansonsten gibt es sonst noch was? Ja, vielleicht ein ganz kleiner Verweis auf die Freelancer-Studie, die rausgekommen ist von Freelance.de, Freelancer-Studie 2026. Vielleicht für den einen oder anderen Hörenden hier interessant. Da kann man immer ganz gut sich so eine Orientierung holen, wie sich beispielsweise die Stundensätze entwickeln oder wie so die Auftragslage allgemein ist. Können wir vielleicht auch noch mal in der Folge hier näher drauf eingehen.

  10. 4:30

    Aber das nur so als kurzer Hinweis. Ja, und dann war ja der Plan für die heutige Folge, dass wir tatsächlich weitermachen, wo wir in der letzten Folge so ein bisschen abgewürgt wurden. Und das große Thema war da eigentlich, dass wir geguckt haben, wie können wir in der Firma effizienter werden. Und das schreibe ich mal so als grobes Thema hier drauf. Und ja, Kay, was machen wir da draus? Ja, idealerweise nahtlos da weiter, wo wir letztes Mal aufgehört haben. Da hattest du ja einen gar nicht so kleinen, umfangreichen Rückblick ins letzte Jahr gegeben und da festgehalten, dass wir uns jetzt wirklich zum ersten Mal so richtig seit dem Film entstehen,

Einleitung ins Thema 4:32–5:44

  1. 5:09

    eigentlich mal mit sowas wie Performance-Optimierung beschäftigen mussten. Vorher glücklicherweise hast du das alles so gut gemanagt, dass wir da recht gut durchgekommen sind, sag ich mal ganz unverbindlich. Und jetzt manage ich es nicht mehr gut. Naja, doch, also offensichtlich schon. Wir sind noch hier. Wir haben auch noch die Zeit, einen Bordgarten auszunehmen. So dramatisch kann das nicht sein. Aber ich hatte das Gefühl, ich habe ja zum Glück mit diesen ganzen Wirtschafts-Themen nicht so super viel zu tun, aber was du mir so hin und wieder spiegelst, auch in den Gesprächen, die wir off-camera, kann ich ja jetzt sagen, haben,

  2. 5:39

    dass du da doch ein bisschen mehr unter den Teppich geguckt hast. Mir gehen langsam die Metaphern aus. Ja, und es geht ja nicht um die Performance-Optimierung nur, sondern es geht ja auch um das Tracking, was ja ganz wichtig ist. Und das ist ja so ein Thema, wo ich mich bis heute eigentlich schwer tue. Wie tracken wir denn überhaupt unsere Performance? Man hört das ja oft von so großen Konzernen. Dann haben die so Daten wie den Abit oder den Gewinn oder den Umsatz. Und das sind aber eigentlich für eine, ich nenne uns mal Agentur, obwohl ich das Wort nicht mag, für eine Agentur, wie wir das sind,

KPIs für Agenturen 5:44–10:48

  1. 6:10

    also das kann ja richtigen Kennzahlen. Wir haben ja auch kein Problem jetzt irgendwie mit Abschreibungen oder mit Währungseffekten oder mit Steuern und so. Das heißt, solche Kennzahlen, wie die jetzt in großen Konzernen verwendet werden, wären jetzt für uns nicht gerade die richtigen Metriken. Aber was bleibt da über? Also es gibt ja KPIs, ja, so viele, wie sich halt irgendjemand mal ausgedacht hat. Du kannst nehmen Umsatz. Du kannst natürlich den Kontostand nehmen. Du kannst die Bilanz nehmen. Also konstant ist ja meistens Equivalent mit Liquidität. Die Bilanz kannst du dir schnappen. Du kannst dir den Gewinn angucken.

  2. 6:41

    Du kannst aber natürlich auch so softe Kriterien ansetzen, wie eine Zufriedener vom Mitarbeiter und so. Da wird es ein bisschen abstrakt. Aber was ist jetzt für uns so die richtige Metrik? Das war natürlich neben der reinen Optimierung für mich auch ganz spannend, mal rauszufinden, was funktioniert überhaupt für uns. Das ist so ein bisschen der glückliche Umstand. Wenn viel Geld da ist, dann hat man da nicht so die Notwendigkeit, draufzuschauen. Aber wenn es dann doch langsam mal knapp wird und das Konto anhaltend im Minus ist oder nach unten zeigt zumindest, dann braucht man ja irgendeine Diskussionsgrundlage,

  3. 7:10

    um zu ermitteln, okay, was sind auf der einen Seite die Kriterien, die sich auf so ein Konto auswirken und auf der anderen Seite, was kann man da stellen? Ich bin zum Glück kein Wirtschaftler. Das heißt, ich habe nur so einen ganz rudimentären wirtschaftlichen Hintergrund. Bei den meisten Fachbegriffen, die du da gerade genannt hast, hat mein Kopf schon innerlich abgeschaltet. Deswegen bin ich Gott sei Dank mit diesen ganzen Wirtschaftsthemen nicht so beschäftigt, außer über das, was du mir so hin und zurück spiegelst. Und ich denke mir immer, ja, es ist ja relativ einfach. Du hast das im Jahresrückblick gesagt, wir haben nicht großartig externe Abhängigkeiten,

  4. 7:43

    dass wir großartige Kredite hätten. Wir haben keine sonstigen großartigen Kosten. Also im Vergleich immer zu dem größten Posten, den wir haben, nämlich einfach die Gehälter der Mitarbeitenden, die, weiß ich nicht, wie viel Prozent des monatlichen Geldflusses so ausmachen. Und meine naive Schätzung wäre, wenn ja die Mitarbeiter, weiß ich nicht, 90 Prozent der monatlichen Belastung ausmachen, dann ist die Rechnung doch eigentlich relativ einfach zu sagen, wie viel kommt im Monat rein, wie viel geht im Monat raus, stellt man so gegenüber und dann kann man da ganz einfach einen Bruchstrich drunter machen.

  5. 8:17

    Aber du hast mir gesagt, so einfach ist das nicht. Ja, leider nicht. Ich stelle es mir eigentlich genauso vor, wie du das sagst. Also das würde heißen, man guckt aufs Konto und sieht, wie viel ist im Februar reingekommen, wie viel ist im Februar rausgegangen. Und das wäre mir total lieb, wenn das funktioniert. Und so viel kann ich schon mal vorwegnehmen. Das ist für mich trotz allen Schwächen immer noch die beste Metrik. Aufs Konto zu gucken, wie viel Geld ist wirklich da, das ist für mich eigentlich so die Zahl, die am wenigsten lügt am Ende. Mitarbeiterkosten übrigens, habe ich jetzt nicht 100 Prozent auf dem Schirm,

  6. 8:46

    Schande über mein Haupt, aber ich würde mal schätzen, dass wir da eher so bei 70 oder 75 Prozent liegen, was die Personalkosten angeht. Genau. Aber die Probleme, die so ein Kontostand hat, ist natürlich, du hast da so Verzerrungseffekte drin. Also ich glaube, ich habe das hier im Podcast auch schon gesagt. Dann haben wir zum Beispiel das Auto, was ich fahre, haben wir gekauft. Und das ist natürlich eine große Einmalbelastung. Die haut dann in einem Monat natürlich total aufs Konto. Ist aber ja eigentlich eine Investition über mehrere Monate, bestenfalls sogar auch Jahre. Und das lässt sich dann natürlich schlecht sagen.

  7. 9:16

    Oder dann haben wir zum Beispiel einen Kredit rausgegeben an eine andere Firma. Und da geht natürlich dann viel Geld vom Konto runter. Ist aber letztlich auch eine Investition. Also das sind natürlich Effekte, die kann man, wenn man sich rein nur die Zahlen anguckt, die muss man natürlich wissen. Und jetzt habe ich natürlich den großen Vorteil, ich bin der Einzelne, der bei uns so richtig Finanzen macht. Das heißt, ich habe das alles so ein bisschen im Kopf und kann das einschätzen. Und dann weiß ich, wenn ich im Februar letzten Jahres ein Auto gekauft habe, dann weiß ich, da fehlen 35.000 Euro.

  8. 9:44

    Und die kann ich dann natürlich in meinen Gedanken wieder drauf rechnen. Das ist aber natürlich keine Zahl, die ich jetzt irgendwie nach außen rausgeben kann oder wo ich jemandem anders sagen kann, dass er sich das angucken kann. Was natürlich daneben irgendwie ganz spannend ist, ist der Gewinn. Wir haben einen Steuerberater, der für uns die Zahlen nochmal aufbereitet und die Buchhaltung macht. Und wenn ich von dem dann, ich sage mal, im ersten Quartal des neuen Jahres dann die Zahlen von dem letzten Jahr bekomme und da steht eine Zahl als Gewinn drin, dann ist das natürlich schon eine Größe, auf die man sich auch einigermaßen verlassen kann.

  9. 10:12

    Mit auch allen Verschiebungseffekten wieder, die da reinkommen. Also man kennt ja diese Klassiker, dass ein Kunde einen bittet, eine Rechnung vielleicht schon im vorigen Jahr zu stellen oder vielleicht erst im nächsten Jahr zu stellen, solche Geschichten. Natürlich verschiebt das auch unseren Gewinn mitunter massiv. Aber da auch wieder der Hinweis, ich weiß natürlich, was da passiert ist und kann das dementsprechend einschätzen. Und eine hundertprozentige Kennzahl gibt es eben nicht. Also von daher würde ich für mich sagen, und ich glaube jedem Finanzexperten oder jedem Controller im Unternehmen

  10. 10:40

    drehen sich jetzt die Fußnägel hoch, aber für mich das beste Kriterium ist am Ende immer noch, wie viel Geld haben wir auf dem Konto, mit allen Umständen, die da reinfließen. Aber was mich heute viel mehr interessiert mit dir, Kay, ist, wie werden wir denn effizienter, sodass am Ende vielleicht auch mehr Geld auf unserem Konto ankommt oder wir das gleiche Geld auf unserem Konto haben, aber alle Leute total zufrieden sind. Tja, jetzt mal wieder Begriffsdefinitionen machen. Was heißt denn effizient? Also es ist nicht so einfach. Das sind Gespräche, die wir, also ich sage mal privat, immer wieder geführt haben.

Erfolg messen 10:48–16:11

  1. 11:10

    Du hast es gerade gesagt, wie schwammig das eigentlich überhaupt ist, festzuhalten, was jetzt auf dem Konto eigentlich los ist. Und das ist ja letzten Endes das, was die Firma am Laufen hält. Wenn das Konto im Minus ist, dann kann die Bilanz auf irgendeinem Papier oder von irgendeinem Steuermenschen noch so gut sein. Das hilft einem alles nichts. Aber es ist schwer zu ermitteln, was überhaupt auf dem Konto tatsächlich los ist, weil da so viele Effekte drin sind. Und daraus resultiert ja so ein bisschen die Überlegung, okay, an welcher Stellschraube kann man denn überhaupt drehen, um das zu optimieren?

  2. 11:40

    Jetzt gibt es so ein paar Dinge, die offensichtlich sind. Und ich berufe mich jetzt auf dieses ganz einfache Konstrukt, dass wir Mitarbeitende haben, die im Auftrag des Kunden Arbeiten übernehmen. Und das ist so der größte Geldwechsel, sage ich mal, weil diese ganzen Sachen mit Auto kaufen und sowas, das lässt sich halt nicht so gut planen. Und letzten Endes gibt es da ja nur in meinem Kopf eine total einfache Rechnung. Nämlich zum einen auf unserer Seite, was verdient die Mitarbeitende Person im Monat? Kann man ja Taschenrechner aufmachen, Kontoauszug und bekommt die Information. Und auf der anderen Seite,

  3. 12:14

    wie viel hat die Person im Monat gearbeitet? Das steht ja auch im Arbeitsvertrag. Und gleichzeitig wissen wir auch, für wie viele Euros die Stunde wir das dem Kunden in Rechnung stellen. Und auch da in der Theorie ergibt sich eine ganz einfache Rechnung. Du addierst alles zusammen und unterm Strich muss das gut funktionieren. Das heißt aber im Endeffekt auch umgekehrt, es gibt gar nicht so viele Punkte, an denen man drehen kann. Also das Gehalt vom Mitarbeitenden zu ändern, nach unten vor allem, ist erstmal sehr schwierig. Stundensatz erhöhen, beim Kunden jetzt auch nicht immer so sehr leicht,

  4. 12:47

    das durchzubringen. Tja, was bleibt, dass eigentlich der Mitarbeitende in der Zeit, die er für das Unternehmen arbeitet, möglichst viel für den Kunden abrechnet? Das ist, glaube ich, diese Performance oder diese Effizienz, auf die du hinaus wolltest. Genau. Du hast jetzt super viele Stichworte reingebracht, die ich noch so ein bisschen sortieren möchte. Also grundsätzlich haben wir natürlich das Abrechnungsmodell Time and Material, nennt man das ja klassisch. Also wir berechnen dem Kunden letztlich die Zeit, den Aufwand, den wir haben und das in wesentlichen Stunden basiert. Wir haben natürlich auch so Geschichten

  5. 13:18

    wie das Webhosting oder bestimmte Serviceangebote, die separat abgerechnet werden. Aber ich würde schätzen, dass wir wirklich auf 95 Prozent stundenbasierte Abrechnung kommen. Ist ein ganz anderes Podcast-Thema noch, haben wir auch schon gesagt. Kommt auch mal noch Folge zu. Jetzt gerade im Zuge auch KI und so weiter. Ist das überhaupt noch das richtige Modell? Da wollen wir heute nicht so drauf eingehen. Und dann hast du zwei Sachen angesprochen, nämlich einerseits das Tracking pro Mitarbeiter. Also du hast jetzt gesagt, ein Mitarbeitender ist auf einem Projekt und jetzt gucke ich mir an, was der kostet

  6. 13:46

    und was der in Geld reinbringt. Das hat auch wieder sein Für und Wider. Da hast du natürlich ganz viele Kosten, die du jetzt nicht unbedingt auf ein Projekt umlegen kannst, sondern die eher so allgemein sind. Ich sage mal ein Büro und so. Das kannst du natürlich jetzt alles anteilig rechnen. Aber das kannst du beliebig komplex machen. Und genau, du kannst es jetzt auf einen Mitarbeiter rechnen, du kannst es auf ein Projekt rechnen oder nimmst halt die gesamte Firma. Was ich eigentlich immer mache, ist, ich nehme die ganze Firma, weil letztlich muss das ganze Konstrukt irgendwie effizient und gewinnbringend sein.

  7. 14:14

    Und das ist eigentlich das Einzige, was mich interessiert. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht auf einzelne Projekte guckt und denkt so, das lohnt sich irgendwie überhaupt nicht oder da können wir wirklich nicht das abrechnen, was wir an Zeit da reinbringen oder da haben wir uns vielleicht verschätzt. Natürlich sind das Themen, die wir haben, aber insgesamt interessiert mich eigentlich, funktioniert die ganze Firma und dann kann man natürlich mit besseren Projekten auch mal schlechte Projekte quasi quersubventionieren oder das haben wir im letzten Podcast angesprochen, wir haben jetzt viele Projekte

  8. 14:38

    gerade in 2025 angestoßen, wo wir einen hohen initialen Aufwand hatten, um so an die Kunden ranzukommen, um so unsere Expertise unter Beweis zu stellen, um den Kunden schon mal so was hinzuwerfen, sag ich mal, damit wir eine langfristige Kundenbeziehung daraus machen können. Und das sind natürlich Sachen, die müssen querfinanziert werden und das funktioniert nicht so gut, wenn man jetzt rein projektbasiert oder Mitarbeiter basiert, dann wirklich auf die Abrechnung gucken. Oder die liebe Dame, die uns hier den Podcast schneidet oder die uns hier im Podcast hilft, die bringt natürlich mit dem Podcast

  9. 15:09

    so direkt auch kein Geld rein, aber es gibt vielleicht andere Wege, wie sich das trotzdem lohnt oder wir finden das trotzdem lohnend. Das lässt sich natürlich so direkt dann nicht bewerten und deswegen, ja, für mich ist eigentlich immer der gesamte Blick auf die Firma. Ja, und dann Effizienz. Was ist das? Ja, für mich ist das natürlich aus wirtschaftlicher Perspektive ganz knallhart. Ich gucke mir an, was für eine Arbeitszeit haben die Mitarbeitenden und wie viel Zeit davon können wir letztlich abrechnen. Das sind diese klassischen Billable Hours und ich bin noch nie hingegangen und habe mir so einen

  10. 15:39

    Time-Rapport angeguckt und geguckt, jetzt Kay macht 32 Stunden und jetzt gucke ich, ob er in der Woche wirklich 32 Stunden abgerechnet hat. Also das würde ich nicht machen, weil diesen Druck will ich gar nicht haben und den Gedanken will ich auch nicht haben in der Firma. Und nichtsdestotrotz müssen wir natürlich irgendwie gucken, dass wir die Zeit, die wir arbeitstechnisch investieren, dass wir davon auch einen großen Teil zumindest abrechnen können, sodass das für uns am Ende gewinnbringend ist. Und alle Arbeiten, die man nicht abrechnen kann, sind ganz viele sinnvolle Sachen dabei, aber die lassen wir natürlich

  11. 16:08

    jetzt in dieser Effizienzbetrachtung so ein bisschen außen vor. Genau, ja, und jetzt ist natürlich die große Frage, die wir uns im letzten Jahr auch gestellt haben. Einerseits sind wir an einem Punkt, wo wir sagen, wir rechnen genug ab oder schenken wir dem Kunden vielleicht ganz viel Zeit, die wir abrechnen sollten, was auch fair wäre, abzurechnen. Das ist uns ja immer ganz wichtig, dass wir transparent und fair sind. Und gibt es da nicht vielleicht einen Haufen Zeiten, die wir eigentlich abrechnen können, wo auch kein Kunde ein Problem mit hätte? Also das zu evaluieren, ja, wie effizient sind wir

Abrechnung optimieren 16:11–20:45

  1. 16:35

    da in der Abrechnung, das war ein großes Thema, was uns im letzten Jahr begleitet hat. Und um mal eine Maßnahme vorwegzunehmen, wir haben uns wirklich mal die Meetings angeguckt, die wir früher seltenst abgerechnet haben. Und da fangen wir jetzt an, die konsequenter abzurechnen, das dem Kunden auch zu kommunizieren. Weil ich glaube, wir machen wenig Meetings im Vergleich zu vielen anderen. Also es ist jetzt nicht so, dass wir jetzt wahnsinns Meetings-Marathons haben. Bei mir ist es wahrscheinlich ein bisschen mehr, bei anderen hoffentlich ein bisschen weniger. Aber ich kann jetzt nicht sagen, dass jetzt unser Tag geprägt ist

  2. 17:03

    von ineffizienten Meetings. Und nichtsdestotrotz geht ja bestimmt pro Mitarbeitenden, ich sage jetzt einfach mal, eine Stunde pro Tag drauf. Und das wäre natürlich klasse, wenn sich ein Teil davon auch irgendwie in den Stunden, die wir abrechnen, wiederfindet. Und das war zum Beispiel eine Maßnahme, wo wir zumindest für sensibilisiert haben. Und ich glaube, es hat auch einen Effekt gehabt. Ich fand es sehr spannend, tatsächlich mal in diese Daten reinzuschauen. Und wie du sagst, es ist schwierig. Einerseits müssen wir natürlich irgendwie eine Bewertungsgrundlage schaffen, um die Performance der Firma beurteilen zu können.

  3. 17:34

    Und da sind eben sowas wie Zeiterfassungstabellen ein wertvolles Tool. Und gleichzeitig, das hast du auch schon gesagt, wollen wir natürlich nicht irgendwie reigen und sagen, oh, guck mal, ein Mitarbeitender A hat am Montag drei Stunden weniger gearbeitet, als auf seinem Arbeitsvertrag steht. Was ist denn da los? Trotzdem irgendwie so eine Bewertungsgrundlage zu schaffen, um eben das, was du gerade gesagt hast, das mit den Meetings einfach mal zu erkennen. Das sind Muster und Verhaltensweisen, die sich aus so einer Blütezeit, die wir ja hatten, irgendwie ergeben haben, dass wir Meetings und Telefonate

  4. 18:05

    und solche Sachen einfach als Bonus on top die Cherry dem Kunden oben drauf geben, ohne dass wir es direkt abrechnen. Jetzt aber, wo die Zeiten auch mal härter sind, sind das aber auch Punkte, die man evaluieren muss. Und war schon ein komisches Gefühl, dann doch wirklich auf diese Stundentabellen wirklich mal drauf zu schauen und zu gucken, wo lassen sich denn eben Improvements erarbeiten. Übrigens kam das mit denen, dass wir die Meetings nicht abrechnen oder auch Telefonate. Heute sind es ja mehr Meetings als Telefonate, aber beides letztlich. Dass wir die nicht abrechnen, kam ursprünglich aus meinem Gedanken,

  5. 18:38

    dass ich gesagt habe, es ist ja total wichtig, in die Kommunikation mit dem Kunden zu gehen. Ich merke das bei so vielen Projekten, wo Kunden unzufrieden sind, also vor allem mit anderen Agenturen natürlich und Freelancern, nicht mit uns. Nein, es gibt es natürlich auch bei uns Themen. Die allermeisten Themen hängen irgendwo an der Kommunikation. Wenn man Sachen transparent und frühzeitig kommuniziert, kann man ganz viele Probleme aus dem Weg schaffen. Und deswegen war meine Idee, wir rechnen Telefonate und Meetings nicht ab, damit der Kunde jederzeit uns anrufen kann, ohne den Gedanken zu haben,

  6. 19:05

    das kostet jetzt Geld. Und genauso wollen wir eigentlich in einem ständigen Austausch sein. Und da war das für mich einigermaßen natürlich zu sagen, ich rechne es nicht ab, um eben diesen Druck nicht zu machen. Jetzt könnte man natürlich sagen, klar, wir können unseren allgemeinen Stundensatz erhöhen und dann sind die Meetings da irgendwie mit eingepreist. Das wäre wahrscheinlich der sinnvolle Schritt. Ist jetzt irgendwie im Moment nicht so. Und dann gibt es natürlich auch immer wieder Kunden, wo es dann ausgenutzt wird oder dann sind Kunden, die, selbst wenn wir versuchen, ein Meeting knackig zu halten,

  7. 19:31

    dann zieht es sich doch mal ein bisschen und so. Und da müssen wir halt irgendwie gucken, ja, dass wir unseren Schnitt damit machen. Und ich glaube, im Moment ist es das Richtige. Wir rechnen ja gar nicht jedes Meeting ab. Ich würde schätzen, dass wir immer noch vielleicht 30 Prozent unserer Meetingzeiten abrechnen. Aber dass wir in so gewissen Routine-Meetings und so, wo auch wirklich produktiv ja gearbeitet wird, also werden ja Aufgaben besprochen, es werden Dinge analysiert, dass wir das wirklich abrechnen können. Und das finde ich sinnvoll und fair. Und ich habe auch noch jetzt keinen Kunden gehabt,

  8. 19:55

    der gesagt hat, das passt nicht. Ganz im Gegenteil, eigentlich wundern die Leute sich, dass wir es nicht abrechnen. Das ist spannend, weil mir ist letztens aufgefallen, als du mir die Überarbeitung an unserer neuen Webseite gezeigt hast, dass da ja sinngemäß steht, das sind unsere Leistungen und irgendwo im Fließtext steht dann, wir sind kommunikativ, wir sind offen, wir zeigen dir, was in unserem Projektmanagement abgeht, du kannst jederzeit die Zeiterfassung sehen und sowas. Aber richtigerweise steht da ja, das ist unsere Leistung. Und Leistung bedeutet ja, in dem Dienstleisterkontext, in dem wir sind,

  9. 20:28

    das kostet halt auch alles sein Geld. Und deswegen finde ich es eigentlich nur fair zu überlegen, auch wenn das eine Leistung ist, die wir dem Kunden anbieten, dass das uns ja trotzdem auch Geld und Zeit und Mental Load kostet, das da reinzuschieben. Deswegen bin ich da eigentlich ganz d'accord, damit das auch zu berücksichtigen. Total. Aber was ich den viel spannenderen Punkt fand, bei dieser Betrachtungsweise von wirklich mal den Zeitentabellen, also wenn man es so laut ausspricht, klingt das einigermaßen logisch, aber die Personen, die Mitarbeitenden, die nur an einem Projekt dran sind, von morgens bis abends

Rüstzeiten & Content-Switches 20:45–30:55

  1. 21:01

    die ganze Zeit, haben am Ende des Tages so viele Stunden, wie sie gearbeitet haben, auch auf den abrechenbaren Zeiten drauf, wegen anderen Mitarbeitenden, die nicht so ein Vollzeitprojekt haben, sondern im Laufe des Tages immer mal wieder wechseln, obwohl sie ja eigentlich auch dieselbe Zeit gearbeitet haben, deutlich weniger Zeit nur abrechnen können. Und dass es doch diese Rüstzeiten sind von einem Projekt zum anderen, die doch im Endeffekt sehr viel Zeit kosten. Also ich merke das an mir persönlich, ich bin eigentlich an keinem Projekt Vollzeit dran und alle fünf Minuten oder zehn Minuten wechsle ich hin und her,

  2. 21:35

    dann habe ich jemanden Merge-Request von Kunden A und dann Merge-Request von Kunden B, dann ruft mich Kunde C noch an und Kunde D schreibt eine E-Mail und alles irgendwie gleichzeitig. Und auch nicht in so Blöcken, dass ich sagen kann, okay, ich nehme jetzt zwei Stunden Zeit, mich nur mit A zu beschäftigen und dann nur mit B, weil da hängen ja dann auch die Arbeiten von Mitarbeitenden dran, das ist ja so ein Rattenschwanz. Und da merke ich das wirklich selber, nicht nur, dass das mental unglaublich belastend ist, die ganze Zeit das zu wechseln, sondern dass dann wirklich auch Zeit verloren gehend.

  3. 22:03

    Also wenn mich dann jemand anruft, dann habe ich vielleicht nicht jetzt gerade in der gleichen Sekunde den richtigen Task zur Hand und kann da drauf tracken. Wir wollen ja wirklich jede Zeit auch für jeden Task individuell einschreiben, sodass am Ende des Monats der Kunde wirklich eine aufgeschlüsselte Liste sieht, für welche Aufgabe jetzt ganz konkret welche Zeit draufgegangen ist. Aber sowas fällt dann leicht unter den Keller, unter den Teppich, in den Keller, wie auch immer. Während, wenn ich nur ein Projekt den ganzen Tag habe, dann drücke ich mehr oder weniger morgens auf Start und abends auf Stopp,

  4. 22:33

    zwischendurch vielleicht eine Mittagspause. Aber den Großteil kann ich da einfach draufsetzen. Ja, und damit hast du die Katze aus dem Sack gelassen, denn das ist sicherlich die größte Stellschraube, genau wie du es gesagt hast. Ja, wie nennen wir es? Ein Projekt versus mehrere oder den Kontext-Switch. Das sind genau die Sachen, wo wir gemerkt haben, das ist der Effekt, der uns eigentlich 2025 am meisten betroffen hat. Weil wir vorher viele Entwickler in wirklich dedizierten Projekten hatten, also ein entwickelnder, ein Projekt und der macht morgens um 9 Uhr seinen Rechner an und macht den Rechner

  5. 23:06

    um 17 Uhr wieder aus. Dann sind acht Stunden draufgegangen und dann ziehst du noch eine halbe Stunde Mittagspause ab und dann hast du siebeneinhalb Stunden abgerechnet. Und ob dazwischen jetzt ein Meeting war oder ob man irgendwie einen Klausch gehabt hat mit dem Kunden, ob man was entwickelt hat, ob man einen Task geschrieben hat, alles egal. Das wird alles aufs Projekt gerechnet und da würde, glaube ich, jeder sagen, das ist fair und das ist richtig und das ist diese klassische Tagessatz-Geschichte, müsste man dann sagen. Und dann sind wir zu dem Punkt gekommen, wo wir einen größeren Auftrag

  6. 23:35

    wurde ausgelaufen ist. Das heißt, wir sind eigentlich einerseits so ein bisschen zurückgefallen auf die Kunden, die wir sowieso im Bestand haben und haben dann neue Projekte akquiriert, die aber ja im Normalfall nicht jetzt direkt ein Budget von irgendwie einer Million im Jahr haben, sondern die haben dann oft so, ich sage mal, 20 Stunden im Monat oder vielleicht kommt erst mal eine erste Aufgabe und dann kommt die nächste Aufgabe und das führt natürlich dazu, dass nicht ein Mitarbeiter für ein Projekt zuständig ist, sondern man hat einen Pool von Aufgaben und den wirft man jetzt einmal auf Gabriel,

  7. 24:05

    einmal auf Kay, einmal auf Felix und wer gerade so verfügbar ist, macht das eigentlich. Ja, und da brauchen wir, glaube ich, nicht viel drüber erzählen. Das hat natürlich ganz viele Effekte mit, wenn jemand überhaupt erst mal nachfragen muss, ja, welche Aufgabe kann ich dir jetzt machen? Das ist natürlich schon ineffizient, weil in dem Moment hat er die Alte abgeschlossen, hat noch gerne neu angefangen, kommt nicht auf jede Minute an, das ist ja auch völlig klar, aber da kann man sich schon vorstellen, irgendwie so ein Switch da und da gehen natürlich Zeiten dran verloren im Vergleich zu, wenn ich jetzt einfach

  8. 24:30

    durcharbeiten könnte und da haben wir sehr viele Gedanken daran verschwendet, wie wir das effizienter gestalten können, weil das hat ja auch große Vorteile, mehrere Projekte zu haben. Wir haben ja eine Riesensicherheit dadurch, das heißt, wenn jetzt ein Projekt, ich sage mal, ausläuft oder vielleicht ist das Projekt fertig oder denkt ihr was aus, dann hat das für uns wirtschaftlich eigentlich keine großen Folgen, weil dann ist vielleicht von einem Mitarbeiter sind vielleicht 20 oder 30 Prozent der Arbeitszeit jetzt frei geworden, das können wir meistens ganz gut abfangen mit Sachen, die wir im Backlog haben,

  9. 24:59

    mit neuen Projekten, die wir akquirieren, das ist relativ einfach, das heißt, diese Sicherheit, die wir dadurch haben, dass wir mehrere Projekte gleichzeitig machen pro Mitarbeitenden, das ist natürlich total klasse und wir haben einen super smoothen Wechsel zwischen den Projekten, das heißt, wenn jetzt ein Projekt ausläuft, ein neues anfängt und ich aber nicht Vollzeit bin, da muss ich jetzt nicht sagen, ab morgen mache ich ein neues Projekt und dann kommt vielleicht vom alten Projekt doch nochmal irgendwie eine Nachfrage oder so, sondern ich kann das in meinen Arbeitsalltag integrieren und das ist

  10. 25:23

    eigentlich total entspannt und ich nehme von den Mitarbeitern auch immer wieder wahr, dass sie das ganz spannend finden, in mehrere Projekte reinzugucken, da macht man hier mal ein bisschen WordPress, dann macht man da mal ein bisschen PHP-Entwicklung, dann machst du da Laravel, dann machst du da React und das hält natürlich fit und ist spannend und man sieht nicht immer den gleichen Kontext und das ist natürlich interessant mit allen Downsides, die es bringt auf wirtschaftlicher Ebene, aber es ist nicht alles nur schlecht, wenn man mehrere Projekte macht. Nee, ganz und gar nicht. Also das mit der Abwechslung

  11. 25:48

    ist natürlich für die Mitarbeitenden selber ein Punkt, wenn man einfach die ganze Zeit im gleichen Projekt drin steckt, dann hat man alles schon gesehen, auch alle Fehler und Macken, die es vielleicht gibt, aber wo man kein Budget hat, die auszubessern, aber für uns als Firma ist es auch spannend, neue Projekte anzustoßen, weil das nämlich eine ganz neue Möglichkeit ist, unseren Tech-Stack zu evaluieren. Total. Weil wenn ein Projekt erstmal steht, dann ist da alles gesetzt und bei jedem neuen Projekt oder auch wenn man die Projekte dann öfter mal wechselt, bringt halt jeder Mitarbeitende oder jedes neue Projekt

  12. 26:17

    immer so einen neuen Blick auf die Technologie mit sich und eine neue Möglichkeit zu überlegen, ist denn das, was wir jetzt einsetzen, überhaupt noch das Richtige für uns? Hat sich das inzwischen weiterentwickelt? Es kommt ja jeden Tag was Neues raus und da sind eben so mehrere Projekte auch eine gute Möglichkeit, schnell mal durch verschiedene Tech-Stacks durch zu iterieren und für uns als Firma zu finden, was ist denn der Weg, wie wir uns in Zukunft weiterentwickeln sollen? Und es ist ja immer einfacher, einen neuen Tech-Stack bei einem kleineren Kunden oder einem kleineren Projekt auszuprobieren,

  13. 26:48

    wo man sagt, entweder hat man im Zweifel nochmal die Möglichkeit zurückzurudern, was eigentlich selten der Fall ist. Wir versuchen da schon abgehangene Sachen zu verwenden. Aber jedenfalls, wenn das nicht 100% funktioniert, dann haben wir in kleinen Projekten eben weniger Probleme, als wenn man jetzt ein Riesenprojekt, was über Jahre läuft und ein richtig fettes Budget hat, wenn man das jetzt auf eine Technologie aufbaut, wo man nach einem Jahr denkt, ah, war das jetzt so das Richtige? Dann kriegt man natürlich ganz andere Probleme. Und da sind natürlich kleine Projekte toll für. Und was mir noch

  14. 27:14

    als Punkt aufgefallen ist, allerdings erst so rückblickend, große Projekte, also ein Projekt, was groß genug ist, dass es finanziell mehrere Leute auslasten kann, bedeutet ja im anderen Umkehrschluss auch, das Projekt ist sehr teuer und das bedeutet in aller Regel, es gibt mehr Leute, die da drin sitzen und mitreden wollen, wo Entscheidungen über aufwendige Wege lang und umständlich getroffen werden müssen. Während bei kleineren Projekten, die nur ein bestimmtes Budget haben, da ist dementsprechend der finanzielle Gegenwind nicht so groß und deswegen hat man da viel mehr mit den Leuten zu tun,

  15. 27:48

    die wirklich das Projekt in Auftrag gegeben haben, also vielleicht andere kleine mittelständische Unternehmen, die eine konkrete Lösung suchen und wo ich dann wirklich mit den Leuten sprechen kann, die es nachher auch benutzen und auf dem allerkürzesten Dienstweg Probleme ansprechen, Ideen austauschen, vielleicht auch, wenn irgendein Vorschlag kommt, den nochmal zu iterieren und bei jeder Anforderung des Kunden wirklich zu überlegen, ist das wirklich das, was die wollen oder was steckt dahinter? Wir versuchen da ja nicht einfach nur stumpf Fließbandarbeit zu machen und dem Kunden das zu geben,

  16. 28:18

    was er uns in so einem Auftragsheft rüber erreicht, sondern zu überlegen, was will der Kunde eigentlich erreichen? Und da habe ich jetzt wirklich schon bei größeren Projekten gemerkt, da sind einfach die Mühlen der Demokratie so langsam, dass man da eben nicht eben sagen kann, ich habe hier ein Problem, ich rufe mal kurz an und erkläre das jetzt direkt, sondern da müssen wirklich wichtige Dienstvorschriften und Dienstwege eingehalten werden. Ja, das nehme ich natürlich auch wahr, dass man in Projekten, wo man einfach ein kleineres Team hat und wo man vielleicht einen direkten Ansprechpartner hat,

  17. 28:48

    dass man einfach auch effizienter arbeiten kann. Also das ist mit Konzernen schon mitunter schwierig mit den Laufzeiten und ich habe so oft die Situation, dass ich dann eine Code-Zahle sehe, wo ich denke so, ah, die könntest du jetzt eigentlich direkt fixen und dann denkst du aber, ah, das bezahlt ja aber keiner und wurde bei einem bei einem anderen Kunden, wüsstest, das kannst du eben machen, dann rufst du dem rüber, hier, da habe ich eine Stunde länger gebraucht, ist im Sinne des Kunden und dann passt das. Das hat nicht so viel jetzt mit einem Projekt versus mehrere jetzt so an einem Tag zu tun,

  18. 29:16

    weil ich habe nämlich schon das Gefühl, wenn man an einem Projekt durcharbeitet, also ich sage mal, das kann ja auch ein Projekt sein, was jetzt nur eine Woche läuft, aber wenn ich mir eine Woche auf ein einziges Projekt konzentrieren kann und sage, ich mache jetzt nur dieses Projekt, dann habe ich natürlich einen ganz anderen Fokus, also dann kann ich mich viel besser darauf konzentrieren und das ist schon auch richtig cool, wenn man sich einerseits mit dem Kunden dann identifizieren kann und wirklich, ja, den ganzen Kopf eigentlich auf dieses Projekt, auf den Kunden ausgerichtet hat, dann bin ich da natürlich

  19. 29:43

    ganz anders drin, als wenn ich jetzt mal eben zehn Minuten auf einer Website eine Änderung mache und eigentlich mit Gedanken schon wieder beim nächsten Thema bin. Das ist ja so ein klein Hot-Tag, den ich immer reinstreuen kann, der sich in letzter Zeit bei mir zum Thema KI entwickelt hat, weil die große Vorstellung ja ist, wenn wir als Mitarbeitende mehrere Projekte und mehrere Aufgaben haben, dann schicke ich halt vier KIs gleichzeitig an die unterschiedlichen Projekte und lasse die arbeiten und die KIs können das super schnell lösen, aber ich als Manager, Projektleiter obendrauf, muss halt dann wirklich

  20. 30:11

    jede Minute den Kontext komplett switchen, schauen, was haben die da angestellt und das Reviewen, also weiß gar nicht, ob das in der Effizienz unterm Strich tatsächlich besser ist, aber da machen wir auch mal eine eigene Folge raus. Okay, da müssen wir eine eigene Folge machen, weil das ist genau ein Problem, was ich auch erfahre. Ich versuche auch im Moment oft zwei Sachen gleichzeitig zu machen, einerseits mit KI gewisse Sachen schon mal zu machen und auf der anderen Seite dann E-Mail zu bearbeiten und so weiter und die KI ist mir ehrlich gesagt zu schnell, weil wenn die jetzt dann eine Stunde rödeln würde

  21. 30:39

    oder so und dann könnte ich darauf zurückkommen und gucken, was sie gemacht hat, das wäre glaube ich irgendwie einen Modus, den kann man auch machen. Aber da muss man ja letztlich alle zwei Minuten irgendwie drauf gucken, wenn man nah dran sein will und ist sicherlich wieder ein eigenes Thema, aber das nehme ich auch genauso wahr, wie du das erklärt hast. Was wir ja tatsächlich gemacht haben, aufgrund dieser ganzen Analysen, die wir da gemacht haben, um jetzt mal ein bisschen auch was im Merkblatt mit rausgeben zu können, ist, dass wir versucht haben, für Projekte, die nicht so ganz Tag oder vielleicht auch Wochen füllend sind,

Projekt-Budgets 30:55–36:22

  1. 31:10

    trotzdem so eine Art Budgetrahmen festzulegen. Wir sind ja vorher absichtlich auch so als Marketing-Tool an die Kunden rausgekommen und haben gesagt, hey, genau das, was du uns in Auftrag gibst, ist auch das, was wir machen und ist auch das, was wir abrechnen. Und wenn du jetzt gerade aus irgendeinem Grund einen Monat lang keine Aufgaben hast, dann ist das überhaupt nicht dramatisch, dann machen wir halt in einem Monat nichts und nächsten Monat machen wir dann wieder das, was kommt. Auch so als großes Alleinstellungsmerkmal und überzeugendes Argument gegenüber vielleicht Freelancern, die man sich ins Haus holt,

  2. 31:38

    wenn die erstmal da sind, dann brauchen die jede Stunde bezahlt, weil die auch Miete haben und solche Sachen. Und da sind wir jetzt doch wieder hingekehrt und haben versucht, möglichst so Budgetrahmen für die Projekte zu bekommen, wo wir vielleicht vorher wirklich nur stundenweise abgerechnet haben. Nicht, dass es jetzt heißt, dass wir auf einmal mit Angeboten arbeiten und wirklich so Feature-Blöcke machen, die wir für einen Festpreis verkaufen, aber schon zu sagen, hör mal, wir haben von dem Kunden im Monat ein Budget von x Euro und damit auch x Stunden, also weiß ich nicht, 40 Stunden. Und alleine das hat uns,

  3. 32:11

    glaube ich, schon sehr geholfen, auch einfach besser planen zu können, weil dann haben wir wirklich in unserem Kopf den Block von Timeslots, die die Mitarbeitenden frei haben und Blöcke von vielleicht sogar Zusammenhängen, den Stunden, die wir für einen Kunden geben können. Und das hat, glaube ich, sehr geholfen, dem so ein bisschen Herr zu werden. Und das hilft uns total auch in der Ressourcenplanung. Für mich ist ja auch immer die Frage so, brauchen wir neue Mitarbeitende, brauchen wir einen Freelancer zur Unterstützung vielleicht temporär? Das sind ja so Fragen, die immer aufkommen. Und in dem Moment,

  4. 32:38

    wo wir so einigermaßen Budgets mit Kunden festgelegt haben, ist es natürlich viel leichter für uns, diese Planung zu machen. Das ist genau ein Punkt, den ich ja auch aufgeschrieben habe. Wie gehen wir mit Kunden um, die eben immer häppchenweise mit Aufgaben dann kommen? Und genau wie du sagst, also wir haben jetzt mindestens zwei Kunden fallen mir direkt ein, die ein direktes Budget haben. Also die einen machen zum Beispiel 40 Stunden im Monat. Und das ist ganz cool, das passt ja so ungefähr auf eine Woche von den Mitarbeitenden. Und das kann man sich eben fest einplanen. Und das passt für uns

  5. 33:07

    so in den Modus ganz gut, weil das so der Kompromiss ist aus mehreren Projekten und trotzdem aber einen festen Timeframe eigentlich für eine Aufgabe oder einen Kunden. Und das funktioniert wirklich für uns ganz gut. Es gibt da ja bei dieser ganzen Planung und Ressourcenverteilung eigentlich so mehrere Blöcke, die man betrachten müsste. Verschiedene Zeiträume, die relevant sind. Der eine Zeitraum, der wahrscheinlich für dich am relevantesten ist als Geschäftsführer, ist so der Monatsblock, weil das so die Blöcke sind, in denen die größten Ausgaben passieren. Wobei du auch größtenteils monatliche

  6. 33:37

    Rechnungen schreibst für die Stunden, die wir machen. Ja, im besten Fall machen wir das genau und bei fast allen Kunden. Genau. Also das ist halt der große Block, der für dich vor allem relevant ist. Und runtergebrochen eigentlich der Block für die Mitarbeiter, das haben wir gerade schon angesprochen, ist so der Tagesblock. Nämlich wenn die Menschen an einem Tag 20 verschiedene Aufgaben machen, ist es für die mental sehr viel anstrengender, aber auch kostentechnisch sehr viel ineffizienter, das zu machen. Also besser wäre es da eigentlich ein Tag, ein Projekt zumindest und dann zwischen den Tagen

  7. 34:08

    hin und her iterieren, damit man wirklich innerhalb eines Tages möglichst wenig Umrüstzeiten hat. Und deswegen ist immer die Frage, ja, wenn wir uns jetzt über die Performance unterhalten, in welchem Scope schauen wir da zum einen für die Mitarbeitenden so Tag für Tag eigentlich, idealerweise nicht kürzer, aber andererseits auch für dich als Geschäftsführer mehr so im Monatsblock. Ja, je kürzer man den Zeitraum fasst, desto mehr kicken natürlich so Effekte rein, dass vielleicht mehr jemand krank ist oder so und dann lohnt es sich meistens schon mal mindestens auf den Monat zu gucken. Und wir haben ja auch

  8. 34:40

    flexible und Vertrauensarbeitszeit. Das heißt, dass jetzt jemand, der irgendwie nachmittags mit den Kindern schwimmen geht, der ist dann vielleicht irgendwie schon um 12 Uhr raus und dann brauchst du nicht auf den Tag zu gucken, sondern dann musst du den mindestens mal die Woche angucken. Also da können wir den Leuten bei uns schon auch vertrauen und tun das auch und gucken dann mindestens auf den Monatsscope eigentlich. Was ich auf jeden Fall schon nachvollziehen kann und an dieser Stelle auch wertschätzen, ist du konkret, der ja als wirtschaftlich Verantwortlicher hier bist und am Ende des Monats

  9. 35:09

    die ganzen Rechnungen bezahlen musst, die ganzen Gehälter bezahlen musst und so weiter. Auf der anderen Seite allerdings durch unser akribisches Time-Tracking auch so eine solide Datenbasis hat, wie leicht es dann passieren kann, dass man wirklich nur auf die Zahlen guckt und schaut, okay, am Ende des Monats eine Person muss 30 Stunden abrechnen können. Wenn sie nur 28 Stunden abrechnet, ist das ein Defizit. Da gehen wir erst mal ins Mitarbeitergespräch, da wird erst mal eine Abmahnung gestellt. Also wie leicht dann der Weg auf diesen kapitalistischen Blick ist und da gehe ich jetzt mal auf die Meta-Ebene,

  10. 35:38

    wirklich mit diesen Daten, die wir ja absichtlich erheben, wer hat wann, wo, wie viel gearbeitet, an welcher Aufgabe, um das nachher dem Kunden in Rechnung stellen zu können und dann doch an dich nochmal das Lob, wirklich diesen Schritt bewusst zu machen und zu sagen, ja, wir brauchen diese Information schon irgendwie, um eine Art Beurteilungsgrundlage zu haben, aber eigentlich auf so einer moralischen Ebene, das kommt ja immer noch zusätzlich dazu, wenn man die kapitalistische verlässt, auf so einer moralischen Ebene will ich da eigentlich nicht mehr drauf schauen als notwendig und nicht an einzelnen

  11. 36:09

    Personen festmachen, hör mal, du hast letzten Monat zu wenig gearbeitet, deswegen ist die Firma in Gefahr, eher das so als Tool zu benutzen, um strukturelle Probleme zu erkennen, wie zum Beispiel das mit den Meetings, was wir da schon besprochen haben. Ja, und so ein paar Fragen haben wir uns ja darüber hinaus gestellt, wie wir irgendwie effizienter werden können und was eine Methode ist, die für mich richtig gut funktioniert, um effizient zu sein, ist, dass die Mitarbeitenden direkt in Kontakt zu den Kunden bekommen, weil ich merke das, dass die Projekte, die am effizientesten laufen, vor allem,

Effizienzsteigerung durch direkten Kundenkontakt 36:22–39:11

  1. 36:41

    wenn wir uns wirtschaftlich das angucken, aber auch, was die Zufriedenheit des Kunden angeht, in dem Moment, wo ein Mitarbeiter die Verantwortung für ein Projekt hat und das nicht alles über mich spielen muss oder über einen anderen Projektmanager, den man sich ausdenken kann, da ist das Projekt auf einmal total effizient, weil einfach keine Kommunikationsverluste da sind, also ich nehme jetzt dich gerne als Beispiel, wenn du jetzt mit einem Kunden direkt deine Producerrolle wahrnimmst, mit dem direkt sprichst, du weißt einfach, was umzusetzen ist, du weißt, welche Tasks es gibt, du weißt, was dem Kunden wichtig ist,

  2. 37:11

    du hörst die Sachen zwischen den Zeilen direkt von dem Kunden und das sind natürlich Sachen, die erhöhen die Effizienz massiv, mir ist auch klar, dass das nicht jede Firma machen kann und dass man ab einer gewissen Größe auch bestimmte Hierarchien braucht und bei uns haben wir jetzt den dankbaren Zustand, dass alle Entwicklernden bei uns, ja sind einfach super selbstständig und viele sind ja auch vorher selbstständiger gewesen und die können sich einfach selbst organisieren und dann ist es für mich total naheliegend zu sagen, ja dann schnapp dir den Kunden, das ist dein Kunde, du kannst alles mit dem

  3. 37:36

    besprechen, du kannst mit dem Zeiten festlegen, du kannst mit dem Budgets festlegen und so weiter und so fort, das kann man natürlich alles gerne in Rücksprache machen, aber die Leute haben erstmal die Verantwortung dafür und das boostet die Effizienz so massiv, allein schon deshalb, weil ich nicht mit drin hänge und meine eigene Zeit nicht investieren muss und das ist auf jeden Fall so eine Maßnahme, die wir super gerne verfolgen, wo wir fast alle entwickelnden, ja denen geben wir so ein Baby, wo wir sagen, hier das ist jetzt dein Projekt und kümmere dich darum. Wir haben jetzt bei Effizienz und Performance

  4. 38:04

    immer sehr auf die finanzielle Seite geblickt und geschaut, wie sieht es denn mit dem Geld unterm Bruchstrich aus, aber es gibt ja noch andere Seiten von Effizienz und Performance, die du jetzt ein bisschen angeschnitten hast, nämlich die menschliche Seite, da bin ich immer ein großer Fan von, bei solchen Diskussionen das auch mit reinzubringen und ich merke das selber bei den KollegInnen, die eigene Projekte übernehmen, also das Vertrauen, was wir denen damit aussprechen, ist ja schon sehr viel wert, so hey, wir glauben an dich, du schaffst das, wir müssen da nicht auf jede E-Mail draufschauen,

  5. 38:33

    die du schreibst, wir müssen nicht bei jedem Telefonat dabei sitzen, wir wissen, dass du das kannst, ist natürlich auch ein großer Selbstwirksamkeitsgewinn für die Mitarbeitenden und natürlich auch für die Kunden, wenn die merken, da sitzen Leute drauf, mit denen sie direkt interagieren können, über den Code sprechen, mit denen dann wirklich auch programmiert wird, statt dass das irgendwie zwei, drei Abstraktionsstufen in dem Management hat. Das ist ja auch eine gewisse Art von Performance, die bei solchen wirtschaftlichen Überlegungen gerne hinten rüberfällt, aber ich finde, das ist ein ganz entscheidendes Kriterium,

  6. 39:06

    nicht nur, um eben die wirtschaftliche Performance zu erhöhen, sondern auch die menschliche, wenn man möchte. Ja, du hast das letztes Mal so schön gesagt und da hatte ich es schon aufgegriffen, dass du gesagt hast, der Gewinn in der Firma ist natürlich eine Größe und natürlich muss der auch da sein, sonst kann sich eine Firma auf Dauer natürlich nicht tragen, aber man kann natürlich absichtlich hingehen und sagen, ich verzichte auf ein Stück des Gewinns zugunsten von anderen Effekten, zum Beispiel, dass sich die Leute wohler fühlen, weil sie beispielsweise weniger arbeiten müssen oder weil sie

Wohlfühlklima wichtiger als Effizienz? 39:11–41:16

  1. 39:33

    entspannter arbeiten können, weil vielleicht der Druck nicht so hoch ist oder auch, weil die Leute vielleicht mehr Geld verdienen und dadurch der Gewinn natürlich geschmälert wird, aber am Ende bestenfalls die Zufriedenheit erhöht oder den Komfort und das sind Dinge, die man natürlich ganz bewusst eingehen kann. Jetzt kann ich gar nicht unbedingt sagen, dass das immer unser Maßstab so war, aber vielleicht auch so ein bisschen Unterbewusstsein in letzter Zeit. Ich finde schon, das kommt immer wieder durch, auch wie ich es ja gesagt habe, dass du eigentlich dich auch wieder strebst, auf diese harten

  2. 40:01

    Schlagzahlen zu schauen und zu schauen, wer hat denn jetzt am Tag so und so viele Stunden abgerechnet? Dass du das eben nicht tust, ist ja unbewusst einfach so ein Firmenklima, was eben nicht nur nach so kapitalistischen Maßstäben funktioniert, sondern auch diese Menschlichkeit. Ich fühle mich langsam ein bisschen kitschig, das immer wieder reinzubringen, aber ich finde, das ist schon ein wichtiger Punkt, dass das eben auch relevant ist und ich glaube, in Summe merkt man das schon, wie wichtig eben welcher Maßstab hingezogen wird, um so eine Gesamtperformance zu beurteilen. Du musst dich aber mit Lob

  3. 40:30

    für mich jetzt zurückhalten, wo wir Videos aufnehmen, weil man jetzt sehen kann, dass ich rot werde. Ungeschminkt. Total. Ne, genau, also das habe ich ja letztes Mal, glaube ich, auch schon gesagt, mir ist schon wichtig, dass ihr auch gut bezahlt werdet und dass eine Arbeit dann auch ihren Wert hat und so. Genau, müssen wir, glaube ich, nicht noch weiter darauf eingehen. Wir müssen ja mal einen Podcast machen zum Thema antikapitalistische Geschäftsführungsmodelle. Oha, aber ich bin ja gar nicht antikapitalistisch. Ich bin ja eigentlich totaler Kapitalist, müsste man eigentlich sagen. Also ich glaube,

  4. 40:59

    ich bin gleichzeitig auch noch Mensch, aber ich bin schon auch sehr zahlengetrieben und ich will schon gerne auch Umsätze und Gewinne machen. Also das, neben allem, was man hier so Podcast und öffentlich sagt, kann ich das nicht verheimlichen. Also natürlich bin ich Ökonom, Also ganz klar. Wir reden da nochmal drüber. Ja. Ein Punkt, der mich noch interessiert, auch das passt so ein bisschen zu diesem Effizienzthema, ist die Wochenarbeitszeit oder auch der Arbeitsmodus so ein bisschen. Kay, du hast ja auch vier Tage Woche umgestellt zu meinem Leidwesen und jetzt frage ich mich, hat das Auswirkungen

4-Tage-Woche Review 41:16–55:22

  1. 41:30

    auf die Effizienz und vielleicht nehmen wir noch mit da rein, dass ja bei uns keiner mehr 40 Stunden macht und da frage ich mich auch, ist ein Mitarbeitender in 30 Stunden beispielsweise die Woche effizienter, als wenn er vielleicht 40 Stunden machen würde. Da würde ich mal deine Meinung gerne zu hören. Felix, da muss ich dich jetzt mal hier live on tape konfrontieren, weil du sagst immer so spielerisch, das ist eine Dramatik, dass ich freitags nicht da bin und oh Gott, oh Gott, alles geht den Bach runter, aber stimmt das denn tatsächlich? Merkst du denn auf deiner Seite irgendwas, dass ich einen Tag weniger da bin?

  2. 42:01

    Also ich merke das tatsächlich, während ich das bei anderen mitarbeite, wir haben ja drei Leute inzwischen, die freitags nicht arbeiten, also die eine vier Tage Woche machen und bei den anderen dann merke ich das nicht so, weil die in ihren Projekten sind, da sehr selbstständig unterwegs sind und der Kunde mich zum Beispiel auch nicht direkt anruft und dann kriege ich da nicht so wahnsinnig viel vor mit. Bei dir ist das schon anders, weil ich nehme jetzt einfach mal den Podcast als Beispiel. Wir schaffen es ja oft dann unter der Woche nicht, den Podcast aufzunehmen und wir nehmen ja heute auch

  3. 42:28

    an einem Donnerstag auf. Gut, jetzt ist morgen Karfreitag, also da könnten wir sowieso nicht aufnehmen, aber das wäre ein klassischer Fall. Du wärst Freitag nicht da, das heißt, wir sind gezwungen, Donnerstags noch aufzunehmen und wenn du am Freitag da wärst, hätten wir sicherlich den anderen Podcast am Freitag auch aufgenommen und das ist jetzt so eine Sache, da könnte man jetzt sagen, ja gut, dann macht man es halt irgendwie am Donnerstag oder wenn der Podcast nicht aufgenommen wird, gut, davon stirbt jetzt auch keiner. Das andere ist aber, wenn dann wirklich Fehler reinkommen, also ich hätte jetzt schon mehrfach

  4. 42:54

    die Situation zweimal, dass in den Systemen, die du verwaltest, dass da ein Problem aufgetreten ist in irgendeiner Form und ich dem Kunden letztlich nicht wirklich helfen konnte. Jetzt habe ich mit dir das große Glück, dass du bei schwerwiegenden Fehlern ja auch erreichbar wärst. Also ich könnte dich anschreiben und ich wüsste, wenn wirklich ein Problem da ist, was wirklich dringend ist und ich würde dich auch nicht anschreiben, wenn es nicht so ein Problem wäre, dann wärst du auch da und würdest mir helfen. Aber bin ich mir einerseits sicher und auf der anderen Seite weiß ich es, weil du es in der Vergangenheit

  5. 43:23

    schon gemacht hast. Und nichtsdestotrotz sind das natürlich Sachen, die dann bei mir landen. Und ich bin dann im ersten Moment immer so ein bisschen überfragt, was ich damit mache, weil normalerweise würde ich es eigentlich weitergeben, du würdest das lösen und in fünf Minuten wäre das Problem erledigt und jetzt ist der Kay am Freitag nicht mehr da. Ja, also die Antwort hat zwei Hälften. Die eine Hälfte ist meine private und ich sage immer so gerne, ich habe 20 Prozent weniger Arbeit für 50 Prozent mehr Wochenende. Das ist natürlich eine einfache Rechnung. Ich kann mir natürlich auf der anderen Seite glücklicherweise

  6. 43:54

    das auch einfach leisten, weil ich entsprechend auch weniger Geld dafür bekomme, aber da habe ich nicht so große Anforderungen, dass das dramatisch ist. Und ich meine, alle Leute, die so in Schichtarbeit arbeiten, denen muss ich das nicht sagen, aber einfach mal regelmäßig einen Tag frei zu haben, während die normale Welt drumherum weiterläuft, das ist schon einfach eine coole Sache. möglicherweise Wochenende hat man vielleicht mit Terminen und Verabredungen und irgendwelchen Veranstaltungen verplant. Freitags ist nie was, weil normale Menschen ja arbeiten müssen. Das ist wirklich einfach so ein Tag

  7. 44:22

    at my disposal, wie man so besagt. Disposable Urlaub. Und das ist einfach eine fantastische Sache. Ich gehe einfach morgens gerne ins Fitnessstudio, schaue mir an, wer da rumtouren oder irgendwelche Arzttermine. Inzwischen habe ich mir eben auf den Freitag gelegt. Das ist natürlich auch eine schöne Sache. Von daher aus der persönlichen Sicht kann ich das nur empfehlen. Ich meine, wenige arbeiten gleich mehr gut. Da gibt es, glaube ich, wenig Menschen, die da widersprechen würden. Jetzt sehe ich das natürlich immer aus meiner sehr egoistischen und vor allem aus der Firmenperspektive. Das muss man natürlich dazu sagen.

  8. 44:55

    Das ist ja jetzt nicht auch immer 100% meine Meinung, sondern ganz ehrlich gönne ich dir das natürlich von Herzen, dass du ein langes Wochenende hast, dass du dich erholst, dass du Montags noch frischer wiederkommst. Das sind alle Sachen, die kehre ich natürlich hier unter den Tisch, um so ein bisschen Brisanz reinzubringen, die vielleicht in echt gar nicht so spitz da ist. Aber genau. Ich verstehe das schon und das ist natürlich die zweite Seite der Medaille, wenn man mal diesen ganz dünnen Rand außen vor lässt, der auch theoretisch eine Seite ist. Also, wie gesagt, die meisten Leute sagen ja wahrscheinlich

  9. 45:22

    weniger Arbeit gleich mehr gut und dann ist halt die wirtschaftliche Seite im Hintergrund, also die betriebsimmanente Verantwortung, die man hat. Und ich habe eine leitende Position, sage ich einfach mal. Bei mir laufen viele Fäden zusammen, viel Projektmanagement, viel Code Reviews, solche Dinge. Und wenn ich einen Tag nicht da bin, kann das in dem einen Tag nicht passieren. Und was ich allerdings festgestellt habe, ist, dass es gar nicht so dramatisch ist, wie man denkt. Ich habe mit anderen Menschen schon gesprochen, die haben auch schon gesagt, boah, ja, vier Tage würde ich auch total gerne machen,

  10. 45:54

    aber kann ich mir nicht erlauben, du, dann wird ja alles stillstehen, weiß ich nicht was. und ich finde, das, was du gesagt hast, ist ein valider Punkt, den man nicht leugnen kann. Ich fange andersrum an. Ehrlicherweise, ob man jetzt drei Tage, vier Tage, fünf Tage, sechs Tage, sieben Tage arbeitet oder drei Tage, vier Tage, fünf Tage nicht arbeitet, ist eigentlich egal, wenn man es mal so als linearen Zeitstrang betrachtet, ohne saubere Unterteilung. Weil, ob jetzt an dem einen Tag der Server kaputt geht und ich bin nicht da, weil Freitag ist oder weil Samstag ist oder weil Sonntag ist, eigentlich egal,

  11. 46:29

    das Ergebnis ist dasselbe. Und wenn ich an Aufgaben nicht arbeiten kann, weil Freitag ist oder Samstag ist oder Sonntag, ist auch egal. Ich kann in meiner Zeit, die ich habe, Projekte planen oder auch nicht. Und es stimmt zwar, dass insgesamt ein Tag Produktivität hinten runterfällt, aber ehrlicherweise ist das nicht so relevant. Das Problem ist, dass die Welt nicht so funktioniert als ein linearer Zeitstrang, sondern wir unterteilen das so in Wochen und es folgt ein Tag auf den anderen. Und du hast schon recht, der Freitag ist eben ein Tag, wo ich nicht arbeite, aber viele andere Menschen schon.

  12. 47:01

    Und dementsprechend kommt es schon vor, dass andere Menschen, während sie arbeiten, Probleme erzeugen oder Probleme auch nur entdecken und ich nicht da bin. Das ist genau der Punkt. Das ist aber auch einfach ein Umstand, den man nicht ändern kann, weil manche Menschen arbeiten auch Samstag und manche arbeiten auch Sonntag. Da ist natürlich die Chance sehr viel geringer. Und deswegen haben wir zumindest dafür ja auch eben diese stillschweigende Lösung, dass wenn wirklich irgendwas ist, was jetzt wirklich nicht bis montags warten kann, weil irgendwas in die Luft geflogen ist, dass ich dann schon

  13. 47:31

    auch irgendwie mal an den Rechner zurück kann. Also ich erinnere mich an eine Szene, wo ich sogar aus dem Fitnessstudio zurückgekommen bin, weil gerade irgendwas Dramatisches ist. Das nehme ich mir in meiner Position einfach mal raus. Aber das ist wirklich so sehr die Ausnahme, dass ich sagen würde, also deswegen darauf zu verzichten in 95 Prozent der anderen freien Freitage, wo eben nichts ist. Das ist mir schon wert. Was ich natürlich dementsprechend mache, das habe ich vorher aber auch schon gemacht, ist nicht am Freitag releasen, ist so der breite Spruch. Für mich heißt es jetzt halt nicht am Donnerstag

  14. 48:00

    releasen, weil freitags bin ich nicht da, um zu reagieren. Und das ist schon eine Sache, wo ich merke, dass sich so das Zeitfenster für so große Releases einfach verkürzt. Also Montag geht schon, da muss man vielleicht aus dem Wochenende noch irgendwelches Feedback einarbeiten, was der Kunde hatte. Dienstag sind wir im Büro, das ist auch jetzt nicht so die ideale Umgebung davon. Naja, bleibt eigentlich nur Mittwoch und wenn es Mittwoch dann aus irgendwelchen Gründen nicht klappt, dann muss man den Release schon in die nächste Woche mit reinziehen. So, das sieht ja so ein bisschen in der Natur meine Aufgabe,

  15. 48:30

    dass ich an wichtigen Stellschrauben zugange bin. Und ehrlicherweise ist selten, sehr selten irgendwas, was der Kunde an mich heranträgt, so dramatisch und kriegsentscheidend, dass es wirklich jetzt sofort passieren muss. In den meisten Fällen, auch wenn der Kunde sagt, es ist dringend, ist es in der Realität gar nicht so dringend, ob es jetzt Mittwoch passiert oder danach die Woche Montag. Und deswegen kann ich für mich nur sagen, für mich lohnt sich das auf jeden Fall. Ich habe das Gefühl, das hat sich inzwischen auch gut reingespielt bei den Kunden, dass sie das wissen, dass wir das Projektmanagement

  16. 49:03

    entsprechend aufgestellt haben, dass die Entscheidungen trotzdem weitergehen, also wir sind nicht großartig blockiert. Und auf der anderen Seite den Benefit, den ich durch meine persönliche Freizeit mehr habe, ist es auf jeden Fall wert, dass ich sage, Menschen da draußen, wenn ihr glaubt, ihr seid nicht ersetzbar in eurem Unternehmen, um einen Tag zusätzlich frei zu machen, möchtet das aber eigentlich gerne machen und könnt euch das auch leisten, überlegt mal, ob ihr wirklich so unersetzbar seid und ob die ganzen Sachen, die da so wichtig sind, wirklich so wichtig sind, dass ihr da eure persönliche Freude

  17. 49:35

    für hinten anstellt. Meistens nicht. Ich dachte, es kommt, wenn ihr keine Viertagewoche machen, könnt dann kommen zu, geht in ein IT-Systemer. Ja Kay, du hast tausend Punkte angesprochen, die alle richtig sind. Ein wichtiger Punkt, den ich jetzt ganz zum Schluss nochmal aufgeschnappt habe, ist, dass die Kunden inzwischen wissen, dass du freitags nicht da bist. Und das ist natürlich ein Riesenpunkt, weil dann die Fragen, die Mails, die vorher reingekommen sind, in dem Moment, wo die Kunden wissen, dass du nicht da bist, kommen die vielleicht schon Donnerstags oder dann erst Montags. Und das macht natürlich

  18. 50:05

    einen großen Unterschied. Und ich muss es vor allem keinem erklären, dass du jetzt eben nicht da bist. Genau. Du hast jetzt den Freitag so ein bisschen gleichgesetzt mit Samstag und Sonntag. Das hast du aber selbst auch schon wieder ein bisschen eingefangen. Würde ich nämlich auch machen, weil genau wie du gesagt hast, Samstag und Sonntag arbeiten unsere Kunden zum allergrößten Teil nicht. Und dadurch werden einfach keine Fehler entdeckt. Es entstehen vielleicht auch weniger Fehler. Und der Freitag hat schon mal eine andere Qualität. Also früher, als ich angefangen habe mit meiner Selbstständigkeit,

  19. 50:31

    habe ich ja am Wochenende eigentlich immer gearbeitet und habe auch gedacht, das wäre unbedingt notwendig. Und irgendwann habe ich dann angefangen, dass ich eingeführt habe, dass ich am Wochenende einigermaßen konsequent nicht mehr arbeite. Also klappt das heute nicht. Aber jedenfalls, ich sehe das immer so ein bisschen als Bonus. Also ich muss am Wochenende nichts machen. Und wenn ich was mache, dann fühlt es sich gut an, weil ich es ein bisschen vorgearbeitet habe. Das ist wie die Hausaufgaben vorarbeiten in der Schule. Ehrlicherweise, wenn ich das so sehe, die meisten Leute arbeiten ja freitags auch schon

  20. 50:55

    nur so halb und sind schon mit einem Fuß im Wochenende. Deswegen. Und genau das habe ich ja auch aufgeschrieben. Genau. Also genau so habe ich es auch aufgeschrieben hier als Notiz. Freitags ist ohnehin wenig los. Das heißt, ja, ab Freitagmittag passiert nichts mehr. Und das ist ganz klar. Dann vermisst dich auch in Anführungsstrichen keiner. Das gehört natürlich zu Wahrheit dann irgendwie auch dazu. Es hat aber natürlich auch total positive Effekte, dass du nur noch vier Tage da bist. Das erste ist zum Beispiel, letztens habe ich dann zusammengesetzt mit zwei, also einem Mitarbeiter und einer Mitarbeiterin bei uns.

  21. 51:26

    Und dann haben wir uns ein Problem angeguckt, was eigentlich in deinen Scope fällt und haben das Problem gelöst. Und das ist natürlich jetzt nicht effizient, wenn wir jetzt so im Folgenkontext bleiben. Also überhaupt nicht effizient, weil das bestimmt was gewesen wäre, was du in zehn Minuten gelöst hättest. Und wir haben da zwei Stunden für gebraucht. Aber wir haben natürlich Know-how aufgebaut in dem Bereich, wo wir sonst wenig reingucken. Das heißt sicherlich allgemeines Know-how, aber eben auch Projekt-Know-how. Und es ist ja schon wichtig, dass man sich in der Firma irgendwie ein Setup erhält,

  22. 51:52

    wo die Leute ersetzbar sind. Wir haben jetzt aktuell den Fall, dass ein Mitarbeiter länger ausfällt. Und das zu kompensieren ist mitunter schwierig, wenn es nicht andere Leute gibt, die in den Projekten irgendwie mal involviert waren, den Kunden kennen, den Kontakt zum Kunden schon mal hatten, den Code kennen und so weiter und so fort. Und da ist es eben total vorteilhaft, wenn man manchmal auch gezwungen wird, in andere Projekte reinzugucken, weil der natürliche Weg immer wäre, ich gebe das alles Kay ab und in dem Moment, wo ich merke, ah, das könnte ein Problem sein, was ich selbst lösen kann,

  23. 52:23

    macht es natürlich Sinn, da auch mal reinzugucken und dann kriegt man so ein bisschen diese Ersetzbarkeit da rein, die eigentlich total wichtig ist. Genau. Und, ja, habe ich jetzt schon angerissen, überhaupt einen Ausfall von einem Mitarbeitenden kann man halt viel besser kompensieren, wenn der nicht so viele Stunden die Woche da ist, weil ich jetzt gar nicht unbedingt eine Viertagewoche, aber ich sage mal, ich nehme jetzt mal jemanden, der vielleicht nur 30 oder 25 Stunden die Woche arbeitet. Natürlich ist der leichter, am Ende zu ersetzen, in Anführungsstrichen, als jemand, der wirklich 40 Stunden gemacht hat

  24. 52:52

    und das ist natürlich dann ungleich aufwendiger. Habe ich jetzt alles nicht griffbereit, aber da gibt es ja ganze Studien zu, dass die Menschen objektiv mehr Spaß an der Arbeit haben, bessere Leistung zeigen, wenn sie weniger arbeiten. Das ist ja im Moment inzwischen wieder rückgängig, inzwischen ist Viertagewoche wieder verpönt, aber es war zumindest, die letzte Zeit war das immer ein ganz großes Thema, wo es, glaube ich, auch, ich habe jetzt gerade nicht griffbereit, aber ein wissenschaftliches Fundament dafür gibt, um zu sagen, ja, hat auch tatsächlich große Vorteile, auch wirtschaftliche Vorteile,

  25. 53:23

    nicht nur menschliche Vorteile und die, ja, ich weiß jetzt nicht, ob ich das bei mir einfach so bestimmen kann, sondern ich sage, ja, ich bin auf jeden Fall jetzt performanter in der Zeit, wo ich da bin. Kann auch Bias sein. Ich mache halt grundsätzlich meinen Job sehr gerne, aber ich meine, auch trotzdem bin ich ein Mensch und vielleicht mal nicht so einen guten Tag oder so eine gute Woche und dann den Ausblick zu haben auf, oh, jetzt nur noch einen Tag arbeiten oder zwei Tage arbeiten, hat man doch das nach Abend auf einmal Zeit, Dinge zu machen, die man sonst war. Also, großer Fan, ich kann das nur noch

  26. 53:51

    mal unterstreichen. Unsere Bundesregierung hat das ja, glaube ich, Lifestyle Teilzeit genannt. Ja, die sollen mir mal kommen. Die hat sich damit auch ein bisschen die Finger verbrannt, glaube ich. Aber ich sage immer, in dem Moment, wo die Leute auch damit zurechtkommen, dann finanziell zurückzustecken, also wie du das sagst, du bekommst ja jetzt auch weniger Geld für das, was du machst, weil du eben weniger Zeit bei uns investierst. In dem Moment, wo die Leute dazu bereit sind, fällt es mir jetzt schwer, Argumente dagegen zu finden, warum das nicht eben auch selbst überlassen sein sollte. Und das ist ja jetzt

  27. 54:19

    kein Ding der Unmöglichkeit, jemanden zu integrieren, der vielleicht 30 oder 25 Stunden die Woche arbeitet. Also, ganz im Gegenteil, das fällt ja eigentlich oft dann sogar leichter, die Leute reinzubringen. Meine Frau hat einen ganz tollen Take, die sagt immer, die effizientesten Arbeitnehmer sind Mütter, und das müssen jetzt nicht Frauen sein, können auch Männer sein, Betreuende. Wenn die jetzt einen Tag die Woche oder zwei Tage die Woche nur arbeiten, dann wissen die ganz klar, ich habe mein Aufgabenpaket, was ich fertigbekommen will diese Woche, ja, und dann wird er gehämmert und dann ist das effizient

  28. 54:46

    ohne Ende, zumindest so die Meinung meiner Frau und ich kann das schon ein Stück weit nachvollziehen, weil man einfach für diese kurze Zeit super motiviert ist, super Gas geben kann und glaube schon, dass das viel bringt und ich bin ja großer Verfechter auch von 35 oder 30 Stunden die Woche, weil ich glaube einfach, dass wenn man 30 Stunden auf fünf Tage zum Beispiel verteilt, jeden Tag sechs Stunden macht, ja, dann ist der Arbeitstag schon wieder vorbei, wenn man angefangen hat und in der Zeit muss man halt richtig Gas geben, ist motiviert und sechs Stunden kann ich auf meinem Stuhl sitzen ohne einmal aufs Klo zu gehen

  29. 55:14

    oder mir einen Kaffee zu holen und das ist schon wahnsinnig effizient. Nein, ich übertreibe es natürlich, aber ich glaube, man weiß, worauf ich hinaus will. Ich glaube, wir haben die allermeisten Punkte hier von meinem Skript abgehandelt und ich würde sagen, dabei belassen wir es. Wir haben jetzt auch schon über eine Stunde wieder aufgenommen, Kay, Katastrophe, wir müssen kürzer werden, aber es hat wie immer viel Spaß gemacht. Ja, es war auch viel dabei, ich finde auch, also wer mitgeschrieben hat, sieht da jetzt so eine Bingo-Karte voller Dinge, Handouts gibt es an der Tür, ich fand, da waren spannende Dinge dabei

Outro 55:22–56:46

  1. 55:44

    und das Thema ist ja jetzt nicht abgeschlossen damit, es geht ja jetzt eigentlich erst so richtig los, deswegen wieder zehn neue Folgen aus dem Podcast rausgenommen, wie das immer so ist. Ich habe dich gar nicht Tee trinken sehen, Felix, hast du überhaupt Tee getrunken während des Podcasts? Ich habe die ganze Zeit Tee getrunken, also wenn du dir das Video im Nachgang anguckst, dann wirst du sehen, ich habe immer wieder in regelmäßigen Abständen hier an meinem schönen ayurvedischen Kräutertee genippt und ich werde es auch gerade nochmal tun. Uh, okay, war ich vielleicht zu sehr abgelenkt von meinem Skript.

  2. 56:10

    Ja Kay, wenn du wieder fünf Tage Woche machst, dann schaffen wir es auch wöchentlich den Podcast zu veröffentlichen. Also bitte, so schnell kommen wir gar nicht hinterher. Ja Kay, dann würde ich sagen, mir bleibt nur schönen freien Freitagmorgen, der aber für alle frei ist, habe ich ja schon gesagt, ist ja kein Freitag. Der auch. Schöne Ostern oder schöne Ostern gehabt gehabt rückblickend. Stimmt, ist ja schon durch, wenn es veröffentlicht wird und dann hören wir uns in zwei Wochen. Tschüss, mach's gut, ciao, ciao. Tschüss.

03 — Weiterhören

Nebenan im Webcafé

Alle zwei Wochen montags eine neue Folge über Webentwicklung, Codequalität und die Art, wie wir zusammenarbeiten.

Alle 52 Folgen
04 — Feedback

Fragen an Felix und Kay?

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